Max-Planck-Institut für Kohlenforschung

Max-Planck-Institut für Kohlenforschung

Das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr ist mit über hundert Jahren eines der ältesten Institute der Max-Planck-Gesellschaft. Aus dem Institut sind immer wieder wichtige technologische Impulse hervorgegangen, so die Fischer-Tropsch-Synthese zur Herstellung von Kraftstoffen aus Kohle oder die Ziegler-Katalysatoren zur Herstellung der wichtigsten Massenkunststoffe. Heute konzentrieren sich die Aktivitäten des Instituts auf die Erforschung energie- und ressourcenschonender chemischer Umwandlungen, wobei die Katalyse in all ihren Facetten im Zentrum der Arbeiten steht. Ziel der Forscher ist die Entwicklung neuer, maßgeschneiderter Katalysatoren – Hilfsstoffe, die chemische Reaktionen beschleunigen, ohne sich selbst zu verbrauchen. Mithilfe von Katalysatoren lassen sich kompliziert gebaute Naturstoffe oder medizinische Wirkstoffe effizient synthetisieren, oder aber Biomasse in Treibstoffe und wichtige Basischemikalien umwandeln.

Kontakt

Kaiser-Wilhelm-Platz 1
45470 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 208 306-1
Fax: +49 208 306-2989

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS on Reactive Structure Analysis for Chemical Reactions

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Stoff für erhellende Diagnosen
In der Krebs-Diagnostik setzen Ärzte schon heute oft auf die Positronen-Emissions-Tomographie. Um die Methode auch bei anderen Krankheiten anwenden zu können, brauchen sie jedoch geeignete Tracer-Substanzen wie radioaktives Fluor-18. mehr
Neue Strategien für Katalysatoren
Benjamin List vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für seine Arbeit im Bereich der Organokatalyse. mehr
Chemie: Eine Hammer-Tauschaktion!
Eine sichere Variante der Hydrocyanierung verhilft Chemikern zu einem vielseitigen Werkzeug mit umkehrbarer Funktion mehr

Hohe Auszeichnungen

10. Dezember 2015
Zwei Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und ein Wissenschaftler werden in diesem Jahr mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet mehr
Kohle, Kunststoff, Katalyse

Kohle, Kunststoff, Katalyse

25. August 2014
Das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung feierte am 24. August sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt mehr
In der Krebsdiagnostik setzen Ärzte schon heute häufig auf die Positronen-Emissions-Tomografie, kurz PET. Um die Methode auch bei anderen Krankheiten anwenden zu können, brauchen sie jedoch geeignete Tracer-Substanzen mit radioaktivem Fluor-18 – eine Herausforderung für Tobias Ritter und sein Team am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. Die Chemiker suchen nach Wegen, vielfältige Moleküle mit Fluor-18 zu versehen und so die Möglichkeiten der Mediziner zu erweitern.

Mit der Entdeckung, dass sich auch kleine organische Moleküle hervorragend als Katalysatoren eignen, gehört Ben List, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, zu den Pionieren eines neuen Forschungsfeldes in der Chemie. Mindestens ebenso geprägt wurde sein Leben jedoch von einem einschneidenden Urlaubserlebnis.

Im Jahr 1925 entdeckten Franz Fischer und Hans Tropsch am Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr, wie man Kohle in Benzin verwandelt. Heute erlebt die Fischer-Tropsch-Synthese eine Renaissance, denn sie veredelt längst nicht nur Kohle. Auch Erdgas, Biomasse und sogar Hausmüll lassen sich damit zur Treibstofferzeugung nutzen.
Kreativität ist in der Forschung genauso gefragt wie in der Musik. Nuno Maulide besitzt davon reichlich: Der Chemiker entwickelt am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr nicht nur originelle Synthesewege für schwer zugängliche organische Verbindungen, er beeindruckt auch immer wieder mit seinen Konzerten am Klavier.
Die einen macht er fit und munter, bei anderen bringt er das Herz zum Rasen: der Kaffee. Um auch Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren, den Genuss des schwarzen Gebräus zu ermöglichen, haben Wissenschaftler mehrere Entkoffeinierungsverfahren entwickelt. Auf eines davon stieß im Jahr 1967 per Zufall Kurt Zosel vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr.

Neue Möglichkeiten der Treibstoffproduktion aus unkonventionellen Ausgangsstoffen durch 3D-Bildgebung auf Nanaoskala

2018 Duyckaerts, Nicolas; Jeske, Kai; Schüth, Ferdi; Prieto, Gonzalo*
Chemie Festkörperforschung Materialwissenschaften

Ein vor fast 100 Jahren am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung entwickeltes Verfahren erfährt durch neue Erkenntnisse und den Einsatz von 3D-Bildgebungsverfahren auf Nanoebene beim Katalysatordesign eine Renaissance: die Fischer-Tropsch-Synthese. Mit ihr lässt sich in einem einzigen Schritt durch ein Tandemkatalyse-Verfahren und speziell zugeschnittene Katalysatoren auch aus unkonventionellen Einsatzstoffen eine ungeahnt hohe Ausbeute an wachsfreien flüssigen Kohlenwasserstoffen generieren.

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Auf dem Weg zu sicheren chemischen Reaktionen: Die Cyanwasserstoff-freie Hydrocyanierung durch „Shuttle-Katalyse“

2017 Willems, Suzanne; Morandi, Bill
Chemie Festkörperforschung Materialwissenschaften

Die Entwicklung von sicheren chemischen Reaktionen ist eine zentrale Herausforderung für eine umweltfreundliche chemische Industrie. Unlängst haben wir ein neues Katalysekonzept, die Shuttle-Katalyse, vorgestellt, das eine sichere Hydrocyanierung ermöglicht, da hochgiftiger und flüchtiger Cyanwasserstoff vermieden werden kann. Dieser Prozess ermöglicht die gegenseitige Umwandlung von synthetisch relevanten Nitrilen und Alkenen und soll dazu inspirieren, neue Transferreaktionen zu entwickeln, bei denen sich gefährliche Reagenzien in Laborversuchen substituieren lassen.

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Fluor hat die Fähigkeit, Moleküleigenschaften zu verbessern. Fluor kann Moleküle wie in Teflon stabiler, oder aus einem schlechten Medikament ein besseres machen. Doch der Einbau von Fluor in komplexe organische Moleküle ist schwierig. Die Abteilung für organische Synthese möchte das Isotop des Fluor 18F in neue Moleküle für die Medizindiagnostik einzuführen. Ziel ist es, einen erweiterten Baukasten an nützlichen Molekülen für das bildgebende Verfahren der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zu entwickeln. PET besitzt ein großes Potenzial für die Diagnose vieler Krankheiten. mehr

Kernspins in kurzlebigen Molekülen –NMR-Spektroskopie ermöglicht einzigartigen Einblick in Reaktionsintermediate

2016 Leutzsch, Markus; Farès, Christophe
Chemie Festkörperforschung Materialwissenschaften
Selbst nach sieben Jahrzehnten Entwicklung der magnetischen Resonanzspektroskopie (NMR) findet diese analytische Methode immer wieder neue, kreative Anwendungen, welche nicht nur durch instrumentelle Fortschritte ermöglicht werden; vielmehr erlaubt ihre Nichtinvasivität eine erhebliche Flexibilität bei der Probenauswahl und -konfiguration. Dies ist insbesondere in dem Gebiet der Katalyse ersichtlich, wo moderne NMR-Techniken wesentlich zur Aufklärung von Reaktionsmechanismen beitragen. NMR liefert insbesondere strukturelle und dynamische Informationen über kurzlebige Reaktionsintermediate. mehr

Ein Goldenes Zeitalter der Homogenen Katalyse

2016 Alois, Fürstner
Chemie Festkörperforschung Materialwissenschaften
Weil das Gold und sein naher Verwandter, das Platin, als „edel“ und damit reaktionsträge gelten, wurde das Potential löslicher Verbindungen dieser späten Übergangsmetalle für die homogene Katalyse lange Zeit massiv unterschätzt. Seit etwa der Jahrtausendwende jedoch ist dieses Nischenthema zu einem hoch kompetitiven Forschungsfeld mutiert. Das in den letzten Jahren wachsende Verständnis für die Struktur und Bindungsverhältnisse der beteiligten Zwischenstufen verspricht weiteres Wachstum. mehr
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