Europa

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Fest verankert in Europa

Der Europäische Forschungsraum entwickelt sich nicht erst seit seiner Proklamation durch die EU-Kommission Anfang des Jahres 2000. Bereits davor knüpften nationale Forschungseinrichtungen intensive bilaterale und multilaterale Beziehungen, die heute eine Basis sind für die weitere Integration. Die Max-Planck-Gesellschaft ist in Europa in hohem Maße vernetzt: Von den insgesamt mehr als 8.000 internationalen Gast- und Nachwuchswissenschaftlern kommt ein gutes Drittel aus Ländern der Europäischen Union.

Die Europäischen Forschungsrahmenprogramme

Die MPG beteiligt sich seit Beginn der EU-Forschungsförderung über alle Rahmenprogramme sehr erfolgreich an EU-Projekten. Die Max-Planck-Institute werden bei der Verankerung ihrer Vorhaben in den europäischen Forschungsprogrammen vom Brüsseler Büro der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt, welches als Service-Plattform dient und bei der Antragstellung systematisch berät. Das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ hat eine Laufzeit von sieben Jahren (2014-2020) und ist mit einem Fördervolumen von etwa 77 Milliarden Euro das weltweit größte Drittmittelprogramm. Max-Planck-Institute sind nach vorläufigen Rechnungen im laufenden Rahmenprogramm bislang an 236 Projekten beteiligt und haben etwa 202 Millionen Euro eingeworben (Stand: November 2016).

Entwicklung EU-Mittel 1995-2016

Entwicklung EU-Mittel 1995 - 2016

Obwohl das Ziel des Rahmenprogramms primär die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ist und daher die anwendungsnahe Forschung im Mittelpunkt fast aller Förderstrategien steht, haben sich die Max-Planck-Institute stets aktiv und überdurchschnittlich erfolgreich an EU-Projekten beteiligt. Der Schwerpunkt der Beteiligung der Max-Planck-Institute liegt vor allem in der ersten Fördersäule „Excellent Science“ mit dem Europäischen Forschungsrat (ERC), den Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen, den Future and Emerging Technologies (FET) und den Europäischen Forschungsinfrastrukturen. ERC-Grants werden im Wettbewerb auf Basis der wissen-schaftlichen Exzellenz der Förderanträge vergeben, weshalb sie daher auch als besonderer Qualitätsausweis gelten. Mehr als 180 ERC-Grants konnten Wissenschaftler der Max-Planck-Institute seit der Einrichtung des ERC im Jahr 2007 einwerben.

Die Mobilität von Grantees ist dabei hoch, sie können also mit ihrem ERC-Grant auch die Forschungseinrichtung wechseln. Die MPG unterstützt dies, weil so die Fördergelder auch zur weiteren Entwicklung von Karrieren genutzt werden. Dementsprechend berät das Brüsseler Büro der Max-Planck-Gesellschaft auch jene Wissenschaftler, die den ERC-Antrag direkt mit einem Hostwechsel verbinden wollen (ca. 60 Hostwechsel in den vergangenen zehn Jahren).

Zwischenevaluierung von Horizon 2020

Die Max-Planck-Gesellschaft hat sich im Rahmen der Zwischenevaluierung von Horizon 2020 zum aktuellen EU-Rahmenprogramm positioniert („Zehn Thesen zu Horizon 2020“). Die darin enthaltenen Eckpunkte zur Zwischenevaluierung nehmen die Zieldimensionen „Stärkung des Europäischen Forschungsraums“, „Förderung der Spitzenforschung in Europa“ und „Optimierung der Förderprogramme“ in den Blick. Übergeordnet verfolgt die Max-Planck-Gesellschaft das Ziel, die Förderung der wissenschaftlichen Exzellenz im Interesse einer notwendigen Sicherung und eines Ausbaus der Wissensbasis Europas im internationalen Wettbewerb zu stärken. Besonderes Anliegen der MPG ist hierbei, die Förderung wissenschaftlicher Exzellenz auf europäischer Ebene zu verankern und dabei insbesondere den ERC zu stärken.

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