Europäischer Forschungsraum

EU-Ratspräsidentschaft: Europa stärken durch Forschung

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat starke Wurzeln in Europa. Fast 50 Prozent ihrer Kooperationen laufen innerhalb des Europäischen Forschungsraums (EFR).  Seit 1995 sind Max-Planck-Institute an mittlerweile weit über 2.500 EU-Projekten beteiligt, mit einer Fördersumme von gut 1.782 Millionen Euro. Die Max-Planck-Institute leben den europäischen Forschungsraum ohne Wenn und Aber. Sie wirken mit an diesem Kernpunkt exzellenter Forschung, aus dem heraus globale Forschungskooperationen mit allen geeigneten Partnern vorangetrieben werden. Max-Planck bekennt sich zu einem Europäischen Forschungsraum der Solidarität und Exzellenz. Europa muss im globalen Wettbewerb der Forschungsräume an der Spitze des Wissens weiter mithalten, der reiche und  funktional vielfältige Forschungsraum gestärkt werden. Denn Forschung und Innovation sichern Arbeitsplätze und Wohlstand. Mobilität, Freizügigkeit sowie der offene Austausch von Wissen, wie es derzeit gelebt wird, sind Basis dafür.

Astronomie

Very Large Telescope
Das modernste Observatorium der Welt steht auf dem Cerro Paranal inmitten der chilenischen Atacama-Wüste. Dort betreibt die Europäische Südsternwarte, der 16 europäische Länder angehören, das Very Large Telescope (VLT) aus vier Einzelfernrohren mit je 8,2 Meter durchmessenden Spiegeln. Das VLT ist aber nur so gut wie die Instrumente, die das vom Teleskop gesammelte Licht untersuchen. An einigen haben Max-Planck-Forschende mitgewirkt, etwa am Interferometer Gravity. Damit blicken Astronomen unter Leitung von Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik seit vielen Jahren ins Herz unserer Milchstraße und wiesen dort die Existenz eines supermassereichen schwarzen Lochs nach – eine Arbeit, für die Genzel mit dem Nobelpreis für Physik 2020 ausgezeichnet wurde. mehr

Künstliche Intelligenz

<p>European Laboratory for Learning and Intelligent Systems, ELLIS</p>
Sie könnte fast alle Bereiche des Lebens umkrempeln: Künstliche Intelligenz eröffnet neue Perspektiven in der Wirtschaft, der Medizin, der Wissenschaft und auch in der privaten Kommunikation. Um die Position Europas bei der Entwicklung lernender Systeme zu stärken, bündeln führende europäische Forschungsgruppen, unter anderem vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet im European Laboratory for Learning and Intelligent Systems, kurz ELLIS. Darin entwickeln Forscherinnen und Forscher von der menschlichen Intelligenz inspirierte Systeme, die nicht programmiert werden, sondern sich mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens selbst Fähigkeiten aneignen, indem sie große Datensätze auswerten. mehr

Pflanzenforschung

GAIN4CROPS
Viele Nutzpflanzen wie Reis, Weizen, Sojabohnen und alle Bäume betreiben eine Art der Fotosynthese, die vor allem bei höheren Temperaturen ineffizienter wird. Das GAIN4CROPS-Projekt will die Effizienz der Fotosynthese der Sonnenblume durch von der Natur inspirierte Forschungsansätze und Züchtungstechniken verbessern. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt im Rahmen des EU-Rahmenprogramms Horizont 2020 soll so den Verbrauch der wichtigsten Ressourcen in der Landwirtschaft verringern: Land, Stickstoff und Wasser. Das europäische Konsortium besteht aus drei Forschungsorganisationen, sechs akademischen Institutionen, einem Industrie-Unternehmen sowie drei kleinen und mittelständischen Unternehmen. mehr

Quantenphysik

<p>Quanten-Flaggschiff</p>
Eine neue Form von abhörsicherer Kommunikation oder Computer, die leistungsfähiger als heutige Rechner sind und zum Beipsiel offene Fragen der Quantenphysik lösen – das sind Anwendungen von Quantentechniken. Die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen der Quantenkryptografie, -computer und –simulation schaffen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Quanten-Flaggschiff der EU-Kommission. In den Flaggschiff-Projekten Quantum Internet Alliance (QIA) und Programmable Atomic Large-Scale Quantum Simulation (PASQuanS) sind auch Forschende das Max-Planck-Instituts für Quantenoptik aktiv. Im QIA-Projekt entwickeln sie ein Internet, über das statt klassischer Bits Quantenbits ausgetauscht werden können. In PASQanS treiben Physikerinnen und Physiker die Technik voran, bei der sie vergleichsweise einfach zu kontrollierende Quantensysteme nutzen, um offene Fragen der Quantenphysik oder der Materialwissenschaft zu beantworten.
Englische Webseite der Quanten-Internet-Allianz: https://quantum-internet.team/
Englische Webseite des Projekts Programmable Atomic Large-Scale Quantum Simulation: https://pasquans.eu/ mehr

Sozialwissenschaften

Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE)
Im Mittelpunkt des Projekts, an dem 27 europäische Länder und Israel beteiligt sind, steht der Einfluss des Alterns auf das Leben von Menschen über 50 Jahren. In einer länderübergreifenden Befragung werden dazu in regelmäßigen Abständen Daten zum Leben der Generation 50+ erhoben und interdisziplinär analysiert. Bislang gab es sieben Befragungswellen, in denen rund 380.000 Interviews mit etwa 140.000 Personen geführt wurden (Stand: 2020). Die Erhebung erfasst verschiedene Lebensbereiche wie soziale und familiäre Netzwerke, die Gesundheit und den sozio-ökonomischen Status. Die zentrale Koordination und Leitung von SHARE liegt bei Prof. Axel Börsch-Supan, Direktor am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik. mehr
Population Europe
35 führende europäischen Wissenschaftseinrichtungen, die sich mit Demografie befassen, haben sich in Population Europe vernetzt, um ihre Forschung zu vermitteln und die Erkenntnisse weiterzugeben. Das Netzwerk hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die Debatte über Bevölkerungsfragen in Europa voranzutreiben. Die Veröffentlichungen und Veranstaltungen von Population Europe richten sich an ein informiertes, wenn auch nicht unbedingt akademisches Publikum sowie an alle Personen, die sich für Bevölkerungsfragen in Europa interessieren. Die Geschäftsführung von Population Europe liegt bei der Max-Planck-Gesellschaft. mehr

Forschungsförderung

Dioscuri-Programm: Brücke zwischen Ost und West
Spitzenforschung in Mittel- und Osteuropa fördern und damit den europäischen Forschungsraum als Ganzes stärken – mit diesem Ziel hat die Max-Planck-Gesellschaft das Dioscuri-Programm 2017 ins Leben gerufen. Das Besondere an dem neuartigen Förderformat: Die Bundesregierung und die Regierungen der Partnerländer finanzieren das personenzentrierte Programm zu gleichen Teilen. Bei der Auswahl exzellenter Zentrumsleiterinnen und -leiter bringt die MPG ihre jahrzehntelange Expertise ein. Damit dient die Finanzierung eines Dioscuri-Zentrums der Ausstattung herausragender Forscherpersönlichkeiten, die eine innovative und international sichtbare Forschungsgruppe in der Region etablieren möchten. Umgesetzt wird das Programm zunächst in Polen, wo es mittlerweile fünf Dioscuri-Zentren verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen gibt. In den kommenden Jahren werden hier fünf weitere Zentren entstehen, die Ausweitung des Programms auf die Tschechische Republik ist derzeit in Planung. mehr

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