Russland

Russland

Starke Verbindung in der Grundlagenforschung

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft verbindet mit Russland traditionell eine intensive Zusammenarbeit. Russland verfügt über zahlreiche Großgeräte in der Grundlagenforschung, insbesondere in den Bereichen Physik, Materialwissenschaften und Raumfahrtforschung. Auf Ministerebene wurde 2018 die „Deutsch-russische Roadmap für die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation“ unterzeichnet. Das Ziel: eine langfristig angelegte, strategische Partnerschaft zu fördern.

Aktuell unterhält die Max-Planck-Gesellschaft über 90 Kooperationsprojekte mit Partnern in Russland. Davon entfällt der Großteil (über 50) auf Max-Planck-Institute der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion, knapp zehn Projekte auf die Biologisch-Medizinische Sektion. 30 Projekte finden in den Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften statt. Mit der Russischen Stiftung für Grundlagenforschung (RFFI) besteht seit 2013 ein Memorandum of Understanding zum Austausch von Forschenden und zur gemeinsamen Nachwuchsförderung. Eine erste Max-Planck-Partnergruppe des Instituts für extraterrestrische Physik (unter Leitung von Paola Caselli) wurde in Zusammenarbeit mit der Ural Federal University in Ekaterinburg eingerichtet.

Zusammenarbeit mit den östlichen Partnern
(außerhalb der EU und Russland)

Die Nachbarländer der Europäischen Union (Ukraine, Weißrussland, die Republik Moldau) rücken zunehmend in den Fokus und können unter anderem durch EU-Programme immer stärker in die wissenschaftliche Kooperation einbezogen werden. Es sind auch die Länder, die einen wachsenden Austausch mit Max-Planck-Instituten pflegen. Besonders aktiv ist hierbei die Ukraine mit über 120 Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie einem Dutzend Kooperationsprojekten. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit erstreckt sich dabei primär auf den Chemisch-Physikalisch-Technischen Bereich.

Die zu Asien gehörenden Länder – Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan – sind inzwischen über Handelsabkommen mit der EU verbunden. Der wissenschaftliche Austausch mit der Max-Planck-Gesellschaft befindet sich noch im Aufbau. Die Zahl der Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler steigt moderat an. Während in den frühen 2000er Jahren im Durchschnitt nur bis zu maximal15 Forschende im Jahr aus diesen Ländern an Max-Planck-Instituten arbeiteten, ist seit 2006 ein stetiger Anstieg zu verzeichnen. 2019 stammten bereits über 70 der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Max-Planck-Instituten aus den genannten asiatischen Ländern.

Aktuelle Schwerpunkte der Kooperation mit Russland

  • ICARUS (International Cooperation for Animal Research Using Space)

Die Wanderungsbewegungen von Tieren mithilfe kleiner Tiersender und einer Antenne auf der Internationalen Raumstation ISS global zu verfolgen, ist die Herausforderung eines deutsch-russischen Leuchtturmprojektes unter wissenschaftlicher Federführung des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie. [mehr]

  • Klima-Messturm (ZOTTO)

ZOTTO ist ein Messturm in der sibirischen Taiga. Mit ihm können Wechselwirkungen zwischen Treibhausgasen und dem Klimawandel erforscht werden. Die Max-Planck-Institute für Biogeochemie und Chemie betreiben ihn gemeinsam mit dem Sibirischen Zweig der Russischen Akademie der Wissenschaften. [mehr]

  • Röntgenteleskop eRosita

Für vier Jahre wird das Weltraumteleskop eRosita im weichen und harten Röntgenbereich den Himmel durchmustern. In diesem deutsch-russischen Großprojekt nehmen das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und das Space Research Institute IKI in Moskau wissenschaftlich federführende Aufgaben wahr. [mehr]

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