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Die Max-Planck-Gesellschaft - ein Porträt

Forschen für die Zukunft

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Die Max-Planck-Gesellschaft in 75 Sekunden

Wissen ist alles. Und Grundlagenforschung ist der wichtigste Vorgang, um unsere Welt zu verstehen und unseren Horizont zu erweitern. Unter allen Organisationen, die Grundlagenforschung betreiben, ist die Max-Planck-Gesellschaft die beste Adresse für Spitzenforscher, denn sie hat die optimalen Bedingungen. Wie machen wir das? Hier erklären wir es Euch -- in 75 Sekunden.

Was uns ausmacht

Ein Porträt der Max-Planck-Gesellschaft

"Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen." 
(Max Planck)

Die Max-Planck-Gesellschaft ist Deutschlands erfolgreichste Forschungsorganisation – seit ihrer Gründung 1948 finden sich alleine 18 Nobelpreisträger in den Reihen ihrer Wissenschaftler. Damit ist sie auf Augenhöhe mit den weltweit besten und angesehen­sten Forschungsinstitutionen. Die mehr als 15.000 Publikationen jedes Jahr in interna­tional renommierten Fachzeitschriften sind Beleg für die hervorragende Forschungsar­beit an Max-Planck-Instituten – viele Artikel davon dürfen sich zu den meist zitierten Publikationen in ihrem jeweiligen Fachgebiet zählen.

Worauf gründen sich diese Erfolge? Die wissenschaftliche Attraktivität der Max-Planck-Gesellschaft basiert auf ihrem Forschungsverständnis: Max-Planck-Institute entstehen nur um weltweit führende Spitzenforscher herum. Diese bestimmen ihre Themen selbst, sie erhalten beste Arbeitsbedingungen und haben freie Hand bei der Auswahl ihrer Mitarbeiter. Dies ist der Kern des seit rund hundert Jahren erfolgreichen Harnack-Prinzips, das auf den ersten Präsidenten der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesell­schaft, Adolf von Harnack, zurückgeht. Mit diesem Strukturprinzip der persönlich­keitszentrierten Forschungsorganisation setzt die Max-Planck-Gesellschaft bis heute die Tradition ihrer Vorgängerinstitution fort.

Die derzeit 83 Max-Planck-Institute und Einrichtungen betreiben Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften im Dienste der Allgemeinheit. Max-Planck-Institute engagieren sich in Forschungsgebieten, die besonders innovativ sind, einen speziellen finanziellen oder zeitlichen Aufwand erfordern. Ihr Forschungsspektrum entwickelt sich dabei ständig weiter: Neue Institute werden gegründet oder bestehende Institute umgewidmet, um Antworten auf zukunfts­trächtige wissenschaftliche Fragen zu finden. Diese ständige Erneuerung erhält der Max-Planck-Gesellschaft den Spielraum, auf neue wissenschaftliche Entwicklungen rasch reagieren zu können.

Kreative Potenziale fördern

Im Zuge des demografischen Wandels mangelt es in Europa bald an jungen Talenten: Bereits in den Jahren ab 2030 werden voraussichtlich 50.000 Absolventen weniger ein Studium abschließen als noch 2005. Vor allem in den Natur- und Ingenieurwissen­schaften fehlt es schon heute an Nachwuchs. Umso wichtiger ist es, frühzeitig junge Menschen für Studienfächer in diesem Bereich zu begeistern. Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Lehrerinnen und Lehrern zu. Die Max-Planck-Gesellschaft unterstützt sie deshalb regelmäßig mit einer Informationsreihe, den sogenannten MAX-Heften, in denen aktuelle Forschungsthemen so aufbereitet sind, dass sie Eingang in den natur­wissenschaftlichen Unterricht der gymnasialen Oberstufe finden können.

Studenten aus aller Welt arbeiten in den International Max Planck Research Schools. Bild vergrößern
Studenten aus aller Welt arbeiten in den International Max Planck Research Schools.

Trotzdem, die Zahl junger Nachwuchstalente aus Deutschland wird in keinem Fall den Bedarf in Wissenschaft und Forschung decken. Bereits 1998 hat die Max-Planck-Gesellschaft deshalb gemeinsam mit den Universitäten ein Programm entwickelt, um begabte junge Doktoranden aus aller Welt zu motivieren, für eine Promotion nach Deutschland zu kommen: die International Max Planck Research Schools (IMPRS). Hier finden junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler besonders gute Forschungsmöglichkeiten; sie werden intensiv betreut und durch spezielle Ange­bote gefördert. Die an den IMPRS arbeitenden Doktoranden kommen aus 85 verschie­denen Ländern weltweit. Herausragende Promotionsarbeiten zeichnet die Max-Planck-Gesellschaft jedes Jahr mit der Otto-Hahn-Medaille aus und unterstützt damit finanziell einen Postdoc-Aufenthalt im Ausland.

Als Leiterin oder Leiter einer Max-Planck-Forschungsgruppe an einem Max-Planck-Institut können junge Forscher den Grundstein für ihre weitere wissenschaftliche Lauf­bahn legen: Fünf Jahre lang haben sie die Möglichkeit, auf der Basis eines begrenzten, aber gesicherten Etats ihre eigenen Forschungsziele zu verfolgen. Die Stellen sind heiß begehrt; sie werden international ausgeschrieben und im Wettbewerb vergeben. Die­ses Förderprogramm hat sich seit 40 Jahren bewährt und wurde von vielen Wissen­schaftsorganisationen im In- und Ausland übernommen.

Die wissenschaftlichen Potenziale junger Frauen fördert die Max-Planck-Gesellschaft mit einer Reihe von Maßnahmen, insbesondere mit dem Minerva-Programm. In den vergangenen zehn Jahren ist es gelungen, den Frauenanteil unter den Max-Planck-Wissenschaftlern zu verdoppeln: 2014 betrug er immerhin 29,4 Prozent, bei den Doktorand(inn)en 38,6 Prozent, mit steigender Tendenz. Schon heute ist die Max-Planck-Gesellschaft „weiblicher“ als andere außer­universitäre Forschungseinrichtungen in Deutschland. Darüber hinaus unterstützt sie Frauen mit Mentoring-Programmen, Fortbildungsseminaren und Angeboten für die Betreuung von Kindern. Als erste Wissenschaftsorganisation hat sich die Max-Planck-Gesellschaft dem Audit „Beruf und Familie“ unterzogen und wurde erfolgreich zertifi­ziert.

Globalisierung gestalten

Spitzenleute können sich aussuchen, wo sie forschen wollen. Sie gehen dorthin, wo sie optimale Bedingungen für ihre Arbeit finden. Die Max-Planck-Gesellschaft ist national wie international ein Aushängeschild für die deutsche Forschungslandschaft und zieht daher Wissenschaftler aus aller Welt an: So arbeiten jährlich mehr als 6.000 ausländi­sche Gast- und Nachwuchsforscher an den verschiedenen Max-Planck-Instituten. Ein Drittel der Max-Planck-Direktoren sowie die Hälfte der Doktoranden haben einen ausländischen Pass; bei den Postdoktoranden sind es sogar 80 Prozent.

Das Partnerinstitut in Shanghai zählt mittlerweile über 100 Mitarbeiter. Bild vergrößern
Das Partnerinstitut in Shanghai zählt mittlerweile über 100 Mitarbeiter.

Jene ausländischen Nachwuchswissenschaftler, die durch ihre Forschungsarbeiten und ihr Talent besonders hervortreten und nach einem Forschungsaufenthalt an einem Max-Planck-Institut in ihre Herkunftsländer zurückkehren, unterstützt die Max-Planck-Gesellschaft beim Aufbau einer Partnergruppe. In Asien, Osteuropa und Südamerika arbeiten inzwischen über 40 Partnergruppen. Sie sind wichtige Brückenköpfe für die deutsche Wissenschaft im Ausland.

Auch mit der Gründung von Max Planck Centern erweitert die Max-Planck-Gesellschaft ihr Forschungsspektrum auf internationaler Ebene. Zusammen mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hat sie 2005 in Schanghai ein Institut für „Computational and Theoretical Biology“ gegründet. In Florida ist unter dem Dach der Max-Planck-Gesellschaft ein Max-Planck-Institut für Bio-Imaging entstanden, das durch den Bundesstaat Florida und den Palm Beach County finanziert wird.

Durch Vernetzung vorankommen

Bahnbrechende wissenschaftliche Fortschritte ereignen sich heute zunehmend an den Schnittstellen unterschiedlicher Fachrichtungen: So wäre die Entschlüsselung ganzer Genome verschiedener Organismen ohne den Beitrag der Informatik gar nicht möglich. Interdisziplinäres Denken und Arbeiten sowie die weltweite Vernetzung wissenschaft­licher Einrichtungen sind entscheidende Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung. In der Astronomie werden große Teleskope von verschiedenen Organisationen gemein­sam finanziert, in der Klimaforschung weltweite Messkampagnen unternommen und bei Projekten aller Art gezielt Experten verschiedener Disziplinen eingebunden. In über hundert Ländern der Erde finden sich mehr als 4.500 Kooperationsprojekte der Max-Planck-Institute mit etwa 5.400 Partnern.

Am Gerüst von MAGIC: das Raumfachwerk trägt die Spiegel der Teleskope. Bild vergrößern
Am Gerüst von MAGIC: das Raumfachwerk trägt die Spiegel der Teleskope.

Besonders eng kooperieren Max-Planck-Wissenschaftler mit deutschen Universitäten: 80 Prozent der habilitierten Max-Planck-Forscher sind aktiv in die universitäre Lehre eingebunden. Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förde­rung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen war die Max-Planck-Gesellschaft in den ersten zwei Wettbewerbsrunden an über 70 Prozent der erfolgrei­chen Anträge für Exzellenzcluster und an über 50 Prozent der erfolgreichen Anträge für Graduiertenschulen beteiligt. In fast jeden dritten Sonderforschungsbereich der Deut­schen Forschungsgemeinschaft (DFG) sind Max-Planck-Institute eingebunden.

Um die fruchtbare Zusammenarbeit mit den Universitäten weiter zu intensivieren, hat die Max-Planck-Gesellschaft im Jahr 2005 das Programm der Max Planck Fellows ein­gerichtet. Damit erhalten Hochschullehrer die Möglichkeit, fünf Jahre lang eine an einem Max-Planck-Institut angesiedelte Arbeitsgruppe zu leiten. Bislang wurden insge­samt 34 Arbeitsgruppen dieser Art eingerichtet.

Wissenschaftliche Erkenntnisse anwenden

Wer an den Grenzen des Wissens forscht, gerät oft in Bereiche, für die es noch keine geeigneten Methoden und Geräte, Test- und Analyseverfahren gibt. Diese Not macht erfinderisch: Forscher müssen daher immer wieder unkonventionelle Wege einschlagen. Bei ihren Arbeiten stoßen sie auf neuartige Materialien und Werkstoffe mit überra­schenden Eigenschaften, auf therapeutisch viel versprechende Wirkstoffe oder ent­wickeln Rechenalgorithmen, die ungeahnte Möglichkeiten auch in der Medizin eröffnen. Viele dieser Ideen und Innovationen bieten sich zur Vermarktung an. Der Weg dahin ist allerdings oftmals sehr lang: So dauerte es rund 50 Jahre, bis die Ergebnisse der ersten Arbeiten zur Quantenphysik von Max Planck und Albert Einstein in der Halb­leiter- und Lasertechnik praktisch umgesetzt wurden – es sind Schlüsseltechnologien, die unser Leben verändert haben.

Grundlagenforschung und angewandte Forschung müssen enger miteinander vernetzt werden. Bild vergrößern
Grundlagenforschung und angewandte Forschung müssen enger miteinander vernetzt werden.

Auch wenn viele Erkenntnisse erst Jahrzehnte später Eingang in die Praxis finden – Grundlagenforschung ist und bleibt das Fundament wirtschaftlicher Innovation. Um den Transfer zukunftsweisender Erkenntnisse in potenzielle Anwendungen zu beschleunigen, müssen Grundlagenforschung und angewandte Forschung enger miteinander vernetzt werden. Die Max-Planck-Gesellschaft hat daher in den vergangenen Jahren ihre Koope­rationen mit der Fraunhofer-Gesellschaft in spezifischen Bereichen wie der Informatik, den Materialwissenschaften, der Nano- und Biotechnologie sowie auf dem Gebiet der regenerativen Energien ausgebaut und fördert gezielt Projekte an der Schnittstelle zwischen angewandter Forschung und Grundlagenforschung.

Mit ihrer Tochter Max-Planck-Innovation GmbH sorgt die Max-Planck-Gesellschaft dafür, dass aus wissenschaftlichen Durchbrüchen wirtschaftliche Erfolge werden. Max-Planck-Innovation vermarktet Patente und Technologien und unterstützt Gründer beim Aufbau neuer Unternehmen, die auf Forschungsergebnissen der Max-Planck-Gesellschaft basieren. Seit 1979 hat die Transferstelle ca. 4.000 Erfindungen betreut und über 2.300 Verwertungsverträge abgeschlossen; Rund 120 Ausgründungen wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten begleitet. Der Gesamterlös für die Erfinder, die Institute und die Max-Planck-Gesellschaft beläuft sich inzwischen auf über 400 Millionen Euro.

Tradition fortsetzen und entwickeln

Mir ist der brennende Wunsch gewachsen, die Krise durchzustehen und so lange zu leben, bis ich den Wendepunkt, den Anfang zu einem Aufstieg werde miterleben kön­nen“, schrieb der Physik-Nobelpreisträger Max Planck 1942. Nach Kriegsende setzte er sich für den Erhalt der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft ein. Dank seines internationalen Renommees konnte die Institution in ihrer Struktur erhalten und 1948 unter dem Namen Max-Planck-Gesellschaft neu gegründet werden. Sie umfasste zu diesem Zeit­punkt 25 Institute und Forschungsstellen. Noch vor Ausrufung der Bundesrepublik Deutschland sicherten die Bundesländer 1949 der Gesellschaft eine dauerhafte institu­tionelle Finanzierung zu.

Die erste Max-Planck-Delegation auf dem Weg nach Israel. Bild vergrößern
Die erste Max-Planck-Delegation auf dem Weg nach Israel.

Die Aktivitäten der Anfangsjahre beruhten insbesondere auf zwei Prinzipien: Zum einen konzentrierte man sich ausschließlich auf Grundlagenforschung fern politischer oder wirtschaftlicher Einflüsse, zum anderen stellte man ausdrücklich höchste Ansprüche an die wissenschaftliche Exzellenz der Institutsdirektoren. Schrittweise verfestigte sich seither die Zusammenarbeit mit dem Ausland, wobei die 1959 aufgenommenen Kon­takte mit dem israelischen Weizmann Institute in Rehovot und die 1974 mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften begonnenen Partnerbeziehungen Meilen­steine darstellen.

Die Sechziger Jahre waren für die Max-Planck-Gesellschaft eine Zeit beispiellosen Auf­schwungs: Neue Forschungszentren entstanden für die Wissensgebiete der Biologie und Biochemie. In den Bereichen Physik und Chemie erweiterte sich das Spektrum um Astronomie und Festkörperforschung. Die Geistes- und Sozialwissenschaftler suchten Antworten auf brennende gesellschaftspolitische Fragen der Zeit und gründeten neue Institute, unter anderem für etliche Teilbereiche der Rechtswissenschaften und für die Bildungsforschung. Die Zahl der Forschungseinrichtungen erhöhte sich bis 1966 auf 52.

In den Siebziger und Achtziger Jahren konzentrierte sich die Max-Planck-Gesellschaft auf innovative, interdisziplinäre Spitzenforschung in besonders zukunftsträchtigen Gebieten und eröffnete jungen Nachwuchsforschern mit spezifischen Programmen internationale Wissenschaftskarrieren. Die Wiedervereinigung bot dann die einmalige Chance, bis 1998 achtzehn neue Institute in Ostdeutschland zu gründen und damit eine Vielzahl neuer Forschungsfelder zu erschließen.

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts verstärkt die Max-Planck-Gesellschaft ihr institutionel­les Engagement im Ausland: Zusammen mit der Chinesischen Akademie der Wissen­schaften gründet sie ein Partnerinstitut in Shanghai. Und erstmals entsteht auch ein Max-Planck-Institut auf dem nordamerikanischen Kontinent, finanziert vom Bundes­staat Florida und dem County Palm Beach. Damit wählt die Max-Planck-Gesellschaft auch neue Wege, um ihre finanziellen Spielräume zu erweitern.

 
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