Geschichtsvermittlung in Dahlem

Geschichte vor Ort erleben und erkunden

Ausstellungen, Führungen, Gedenkorte 

Manche Orte bewahren die Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft auf besondere Weise. Doch man sieht nur, was man weiß. Um die Vergangenheit vor Ort zugänglich und verstehbar zu machen, bietet die Max-Planck-Gesellschaft verschiedene Angebote für das Lernen und die Reflexion am historischen Ort an. Und ihr Archiv in Berlin steht als Speicher des dokumentarischen Erbes nicht nur Fachleuten offen, sondern auch allgemein Interessierten.

Berlin

In Berlin beginnt die lange Geschichte der MPG mit der Gründung ihrer Vorgängerin der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) im Jahr 1911, die den heutigen Campus Berlin-Dahlem entwickelte und den Forschungsstandort Berlin-Buch begründete. Viele gut erhaltene historische Wissenschaftsbauten, die nach wie vor der Forschung dienen, dokumentieren diese Vergangenheit. Erfolge und Verfehlungen der Forschung sind in Berlin ebenso sichtbar wie die historische Entwicklung der MPG/KWG im Windschatten der deutschen Geschichte. Auf dem Waldfriedhof Berlin-Zehlendorf erinnert ein Gedenkstein an die Opfer menschenverachtender und rassistischer Forschung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik.

Campus Berlin-Dahlem - Führungen & App
Touren zu den Anfängen der Max-Planck-Gesellschaft und der modernen Forschung im „Deutschen Oxford“ als Teil der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts, für Gruppen und individuell. Audioguide zur Erkundung auf eigene Faust. mehr
Ein Mann in einem blauen Pullover steht im Wintergarten des Harnack-Hauses in Berlin vor der interaktiven Porträtwand. Diese zeigt 156 Persönlichkeiten, die zwischen 1929 und der Umgestaltung des Hauses zum Offizierscasino zu Gast waren – darunter Forschende, 35 Nobelpreisträger und -trägerinnen, Politiker und Politikerinnen, Künstler und Künstlerinnen, Industrielle und andere prägende Figuren dieser Zeit.
Die Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft zeigt eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses, das 1929 als akademischer Klub für den Campus Dahlem gebaut wurde und während des Kalten Kriegs Offizierskasino der US-Armee war. Sie steht allen Interessierten offen soweit es im Rahmen des Tagungsbetriebs möglich ist, Mo - Fr 9:00 - 18:00. mehr
Links im Bild steht ein Schild zur Ausstellung der Freien Universität Berlin in Berlin-Dahlem über die Geschichte des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, Menschliche Vererbung und Eugenik (1927–1945). Im Hintergrund ist ein Teil des Gebäudes zu sehen, das heute der Freien Universität gehört und vom Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft genutzt wird.
Ausstellung der Freien Universität Berlin in Berlin-Dahlem zur Geschichte des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik (KWI-A) von 1927-1945, dessen Forschung von Rassismus und Entmenschlichung geprägt war. Mo - Fr 14:00 - 18:00, die Ausstellung auf dem Außengelände ist rund um die Uhr offen mehr
Ein großes Gebäude mit rotem Ziegeldach und grünen Fensterläden, von der Gartenseite aus gesehen. Seit 1975 beherbergt es das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft.
Das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem verwahrt die Überlieferung der Max-Planck-Gesellschaft und ihrer Vorläuferin Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (v. a. Akten, Fotos, Ton und Film) und steht offen für die Benutzung. Der Schwerpunkt der Bestände liegt bei den Vor- und Nachlässen hervorragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.  mehr

München 

München ist als Sitz der Generalverwaltung und zahlreicher Institute ein zentraler Ort der MPG. Ein Gedenkstein auf dem Münchner Waldfriedhof erinnert seit 1990 an die Opfer unethischer Forschung. Dort wurden Hirnschnitte von Menschen bestattet, die Opfer der NS-Krankenmorde wurden. Die Schnitte stammten aus wissenschaftlichen Sammlungen von Max-Planck-Instituten. Die Umgestaltung dieses Ortes zu einer zeitgemäßen Gedenkstätte, verbunden mit umfassender Forschung über die Opfer und ihre Schicksale, ist in Planung. 

Archiv des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie
Sammlung zur Entwicklung der modernen akademischen Psychiatrie im deutschen Sprachraum seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.  mehr

Frankfurt am Main

Das Max-Planck-Institut für Hirnforschung befindet sich seit 1963 in Frankfurt am Main und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Institut hat sich umfassend mit seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus auseinandergesetzt und erinnert in seinem 2013 bezogenen Neubau an die Opfer unethischer Hirnforschung.

„Never Forget“-Mahnmal am Max-Planck-Institut für Hirnforschung. Die Installation besteht aus neun aus Beton gegossenen Kinderstühlen, angeordnet auf einer Plattform, in die die Namen von 38 ermordeten Kindern eingelassen sind. Diese Kinder wurden im Rahmen von Experimenten getötet, die vom damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung unterstützt wurden.
Im Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt/Main lädt die Skulptur „Never Forget“, die vom Atelier Goldstein gestaltet wurde, ein zum Gedenken an die Opfer der Hirnforschung der NS-Zeit. Das Mahnmal ist öffentlich zugänglich.  mehr

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