Foto: Oliver Dietze/MPG

Max Planck Schools

Wissenschaftliche Exzellenz in Deutschland neu bündeln und damit eine Doktorandenausbildung bieten, die sich mit der internationalen Spitze messen lassen kann. Dafür stehen die Max Planck Schools zur Erlangung der Promotion. Das Programm startet in 2019. Die ersten Studierenden können sich ab Herbst 2018 bewerben.

Viele Teile bilden zusammen etwas Großes: Das ist die Idee der Max Planck Schools. Während in Ländern wie Großbritannien oder den USA Exzellenz in den Hochburgen der Forschung wie Oxford oder Harvard steckt, sind die besten Forscherinnen und Forscher in Deutschland oft weit verstreut: Sie arbeiten landesweit an Universitäten, Instituten oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ziel der Max Planck Schools ist es, die ortsverteilte Exzellenz in Deutschland zu bündeln und so die Attraktivität der deutschen Wissenschaftslandschaft für internationale Spitzenstudierende und -graduierte zu steigern. Gleichzeitig stehen die Schools auch deutschen Bewerbern offen.

Die Ausschreibungen sind an die internationalen Bewerbungszyklen der Spitzen-Universitäten angepasst. Der erste Jahrgang kann sich ab Herbst 2018 bewerben. Offen ist das Angebot auch für Bachelorabsolventen im Direct Track (zwei Jahre Master, drei Jahre PhD). Im April gibt es eine eigene Internetpräsenz für die Max Planck Schools.

Folgende Max Planck Schools gehen 2018 in der Pilotphase an den Start:

Max Planck School of Cognition
Die Kognitionsforschung behandelt Themen aus so unterschiedlichen Disziplinen wie Psychologie, Physik, Computerwissenschaft, Philosophie, Biologie und Medizin. Zudem entwickelt sich das Forschungsfeld rasant, weshalb ein großer Bedarf an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herrscht, die einen Zugang zu den Methoden und Ansätzen der verschiedenen Fachrichtungen haben. Im Mittelpunkt der Forschung stehen dabei unter anderem folgende Fragen: Welche Erkenntnisprozesse sind an Sprache gebunden und welche erlauben ein besseres Verstehen von anderen Menschen? Welches sind die genetischen Mechanismen, die zu individuellen Unterschieden im Erkennen beitragen? Wie sind bei Lebewesen unterschiedliche Formen von Lernen und Entscheiden organisiert und wie könnten sie in künstlichen intelligenten Systemen verwirklicht werden? mehr
Max Planck School of Photonics
Die Photonik ist eine wissenschaftliche Schlüsseldisziplin, die zum einen darauf ausgerichtet ist, Licht noch besser zu kontrollieren, und die zum anderen die Eigenschaften von Licht ausnutzt, um berührungslose Sensoren, Energie- und Informationsträger zu entwickeln. Dementsprechend umfasst die Photonik eine Reihe von Teildisziplinen, die vielfältige Leitfragen untersuchen: Können neuartige Bildgebungsmethoden helfen, Erkrankungen und Infektionen nichtinvasiv und in Echtzeit zu diagnostizieren und zu behandeln? Wie können optische und elektronische Nanosysteme gekoppelt werden, um Computersysteme leistungsfähiger und energieeffizienter zu machen? Kann der lasergestützte 3D-Druck so weiterentwickelt werden, dass sich Produkte unterschiedlicher Branchen ressourcenschonender und auf individuelle Bedürfnisse maßgeschneidert herstellen lassen? Können optische Verfahren helfen, die Kommunikation im Internet abhörsicher zu gestalten? mehr
Max Planck School Matter to Life*
Was genau ist Leben? Können lebensähnliche Prozesse, Funktionen und Objekte im Labor simuliert und nachgebaut werden? Darüber hinaus hat die Max Planck School das Ziel, zu ergründen, wie diese Vorgänge quantitativ beschrieben und ihre Abläufe vorhergesagt werden können. Die Erforschung der fundamentalen Prinzipien des Lebens wird nicht nur Forschungsgebiete wie Biophysik, Synthetische Biologie, Systemchemie oder Bioinformatik maßgeblich beeinflussen, sondern erfordert auch ethische, soziale und philosophische Überlegungen zu unseren grundlegenden Definitionen von Leben. Daher werden Fragen zu Verantwortung, Autonomie und Recht sowie zur Definition von lebensähnlichen Systemen ebenfalls Bestandteil des Curriculums sein. mehr

Hintergrund

Die Max Planck Schools sind eine gemeinsame Initiative der Max-Planck-Gesellschaft, der deutschen Universitäten und der außeruniversitären Forschungsorganisationen. Als nationale Netzwerke der Graduiertenausbildung ergänzen die Max Planck Schools die sehr erfolgreichen regionalen Kooperationsformate, wie die Graduiertenschulen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern oder die International Max Planck Research Schools (IMPRS). Die drei Pilot-Schools werden zunächst für fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt neun Millionen Euro pro Jahr finanziell unterstützt. Die Pilotphase wird von einer Evaluierung begleitet.

*ursprünglich: Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life

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