Exzellenz neu bündeln – Start für erste Max Planck Schools

Drei Schools haben sich im Auswahlverfahren durchgesetzt

Deutschland erhält eine neue Marke für eine Graduiertenausbildung mit internationaler Strahlkraft: 2018 starten zunächst drei ausgewählte Max Planck Schools in eine fünfjährige Pilotphase. Jede School bündelt die deutschlandweit verteilte Exzellenz zu einem innovativen Forschungsfeld. Diese intelligente Vernetzung soll der deutschen Wissenschaft international noch mehr Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb verschaffen, um so herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt anzuziehen.

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Max-Planck-Präsident Martin Stratmann und Bundesministerin Johanna Wanka während der Pressekonferenz. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Horst Hippler war per Video zugeschaltet.
Max-Planck-Präsident Martin Stratmann und Bundesministerin Johanna Wanka während der Pressekonferenz. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Horst Hippler war per Video zugeschaltet.

Im Wettbewerb durchgesetzt haben sich die Max Planck School of Cognition, die Max Planck School of Photonics sowie die Max Planck School on Physics, Chemistry and Construction of Life. Das haben Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Martin Stratmann, und der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Horst Hippler, am Montag bekannt gegeben. Hinter den drei ausgewählten Schools stehen Mitglieder von 21 Universitäten sowie 31 Instituten der außeruniversitären Forschungsorganisationen. Das unterstreicht den institutionenübergreifenden Charakter der Initiative.

An den Schools, bei denen Spitzenwissenschaftler von Universitäten und außeruniversitären Forschungsorganisationen in überregionalen Verbünden zusammenarbeiten, sollen exzellente Hochschulabsolventen aus aller Welt ihre Promotion, wenn möglich auch in einem „fast track“, also unter Einschluss des Masters, ablegen können. Alle akademischen Abschlüsse, die im Rahmen der Schools erworben werden, werden von den beteiligten Universitäten verliehen.

Mehr Sichtbarkeit in der Welt

„Mit den Max Planck Schools startet heute ein neues Instrument der Spitzenforschung, das die Stärken der deutschen Wissenschaft aufgreift: Eine breite Landschaft innovativer und exzellenter Grundlagenforschung, die in vielen verschiedenen Universitäten und außeruniversitären Instituten zu Hause ist. Geschickt vernetzt entsteht aus vielen Teilen etwas Großes mit Qualität auf Weltniveau. So werden die Max Planck Schools die deutsche Wissenschaft international weiter voran bringen und herausragende Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland anziehen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Indem sich die besten Forscherinnen und Forscher in zukunftsweisenden Themenfeldern national zu einer School zusammenschließen, soll die weltweite Sichtbarkeit und die Wettbewerbsfähigkeit mit internationalen Spitzenuniversitäten erhöht werden. Die Schools stellen eine neue Art der Kooperation in der Graduiertenausbildung dar. Sie ergänzen die sehr erfolgreichen regionalen Kooperationsformate, wie die Graduiertenschulen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern oder die International Max Planck Research Schools (IMPRS), um ein nun nationales Netzwerk. Die drei Pilot-Schools werden zunächst für fünf Jahre vom Bundesforschungsministerium (BMBF) mit insgesamt neun Millionen Euro pro Jahr finanziell unterstützt.

Eine Auswahlkommission unter der Leitung der Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, und der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, hat die drei Piloten aus acht Antragsskizzen mit einem breiten Themenspektrum ausgewählt. Je drei Vertreter der Universitäten, der Max-Planck-Gesellschaft sowie der anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen – Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Helmholtz-Gemeinschaft – haben über die Skizzen beraten. Am Ende wählte die Kommission die drei Piloten im Einvernehmen aus.

Gemeinschaftsprojekt von Universitäten und Forschungseinrichtungen

„Die Max Planck Schools als überregionale Forschungs- und Ausbildungsnetzwerke bringen die besten Köpfe der deutschen Universitäten, der Max-Planck-Gesellschaft und der anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen. Das haben die überzeugenden Antragsskizzen eindrücklich gezeigt. Ich freue mich sehr, dass die Initiative in der deutschen Wissenschaftslandschaft auf so breiten Schultern steht“, sagte Max Planck-Präsident Martin Stratmann. Und betont: „Deutschland hat an verschiedenen Standorten Spitzenleute in der Wissenschaft. Diese Verteiltheit ist gesellschaftlich und vor allem auch wirtschaftlich betrachtet von großem Vorteil. Aber wenn wir im internationalen Wettbewerb um die kreativsten Köpfe bestehen wollen, dann müssen wir diese Exzellenz bündeln, um sie sichtbarer zu machen.“

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler betonte: „Die Max Planck Schools können besonders talentierten Promotionskandidatinnen und -kandidaten aus dem Ausland den Weg gerade auch zu kleineren Standorten weisen, wo herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten, aber beispielsweise kein eigenes Graduiertenkolleg aufbauen können. Wir schaffen mit den Max Planck Schools also eine zusätzliche Chance, die verteilte Forschungsexzellenz als Stärke des deutschen Wissenschaftssystems international sichtbar zu machen. Als zentrale Akteure in diesem System tragen die Universitäten die entscheidende Verantwortung für die Qualität der Promotionen auch in dem neuen Modell.“

Die Max Planck Schools sind eine organisationsübergreifende Initiative aus der Wissenschaft. Das drückt sich auch im Namen aus: „Max Planck Schools – a joint initiative between German universities and the German research organisations“. Die Konzepte der drei Pilot-Schools werden nun für die Umsetzung weiter ausgearbeitet; auf dieser Basis werden dann die Verträge zwischen den Partnern abgestimmt. Erst dann kann eine Ausschreibung in internationalen Fachmagazinen erfolgen. Die Evaluierung der Pilotphase wird Auskunft darüber geben, ob es gelungen ist, eine erfolgversprechende Architektur für die Max Planck Schools zu entwickeln und somit das Programm zu verstetigen.

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