Technologietransfer

Technologietransfer

Max-Planck-Institute betreiben "die wissenschaftliche Forschung frei und unabhängig", für ihre Ergebnisse gilt ein allgemeines Veröffentlichungsgebot. Darüber hinaus betreibt die Max-Planck-Gesellschaft eine aktive Patent- und Lizenzpolitik und einen offensiven Technologietransfer.

In Max-Planck-Instituten entsteht im Zuge ihrer Forschung in beträchtlichem Umfang auch neues technisches Wissen, das unmittelbar oder potentiell zu neuen Produkten oder zu vorteilhaften industriellen Verfahren führen kann. So sind aus Forschungsergebnissen von Max-Planck-Instituten u.a. in der Chemie, Biotechnologie, Pharmazeutik, Medizintechnik, Festköperphysik sowie zur Herstellung neuer Materialien Technologien von weltweiter Bedeutung hervorgegangen.

Der Technologietransfer in die Wirtschaft vollzieht sich auf unterschiedlichen Wegen:

  • über die direkte Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft und aus öffentlichen Institutionen,
  • über die Verwertung von Patenten und Lizenzen sowie
  • über Unternehmensausgründungen und Beteiligungen.

Das Aufsuchen, die Sicherung und die Pflege sowie der Transfer dieser Technologien erfordern besondere Erfahrungen und Kenntnisse. Die Max-Planck-Gesellschaft unterhält hierzu die "Max-Planck-Innovation GmbH" als ihre Technologietransfer-Tochter.

Seit ihrer Neuorganisation im Jahr 1979 hat Max-Planck-Innovation über 4000 Erfindungen begleitet und über 2.400 Verwertungsverträge abgeschlossen. Seit Anfang der 1990er-Jahre sind über 120 Firmenausgründungen aus der Max-Planck-Gesellschaft hervorgegangen, von  denen die weit überwiegende Mehrzahl von Max-Planck-Innovation aktiv betreut wurde. In diesen Ausgründungen wurden seitdem mehr als 3.000 Arbeitsplätze geschaffen. (Stand 31.12 2016)

Im Jahr 2016 wurden der Max-Planck-Innovation 121 Erfindungen gemeldet und es wurden 79 Verwertungsverträge (inkl. Vereinbarungen zu Gemeinschaftserfindungen/TT- Vereinbarungen) abgeschlossen. Die Verwertungserlöse betrugen über 21 Mio. Euro. Zu diesem Erlös trugen Resterlöszahlungen von rd. 1,8 Mio. Euro bei, die aus einem Unternehmensverkauf von 2015 resultieren.

Ausgründungen

Neben der aktiven Suche und Sicherung patentierbaren Wissens und dessen Transfer an interessierte Wirtschaftsunternehmen ermutigt die Max-Planck-Gesellschaft ihre Wissenschaftler, eigene technologieorientierte Unternehmen zu gründen. Soweit es ihr Status als öffentlich-finanzierte, gemeinnützige Forschungsorganisation erlaubt, fördert die Max-Planck-Gesellschaft diese Art des Technologietransfers, in dem sie

  • Wissenschaftlern Nebentätigkeiten erlaubt, soweit dies arbeitsrechtlich möglich ist und nicht mit den Interessen des Instituts bzw. der Max-Planck-Gesellschaft kollidiert;
  • den Wissenschaftlern zeitlich begrenzte Rückkehrrechte an die Institute einräumt;
  • Gerätschaften zum Zeitwert überlässt;
  • die vorübergehende Vermietung von Räumlichkeiten im Institut ermöglicht;
  • Infrastrukturleistungen, wie Werkstattbenutzung und Rechenzeiten etc., zur Verfügung stellt;
  • Kenntnisse von Material- und Kontrolltechniken überlässt und Materialien und Proben bereitstellt;
  • zustimmt, dass Max-Planck-Institute und neugegründete Unternehmen gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchführen;
  • Beratungs- und Kooperationsverträge von Wissenschaftlern (über Max-Planck-Innovation GmbH) zu den neu gegründeten Firmen vermittelt;
  • anstelle von Einmalzahlungen für Lizenzen für einen befristeten Zeitraum Beteiligungen an neugegründeten Unternehmen übernimmt.

Bisher sind über 120 Unternehmen aus Max-Planck-Instituten hervorgegangen, die Mehrzahl davon im biomedizinischen Bereich.

Kontakt

Max-Planck-Innovation GmbH

Amalienstr. 33
80799 München
Telefon: +49 89 29 09 19-0

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