Drei neue Dioscuri-Zentren in Polen

Paweł Dłotko, Gracjan Michlewski und Bartłomiej Wacław bauen ihre eigene Forschungsgruppe auf

23. Dezember 2019

Sie haben sich unter 24 Bewerberinnen und Bewerbern weltweit durchgesetzt: Paweł Dłotko, Gracjan Michlewski und Bartłomiej Wacław sind die Leiter von drei neuen Dioscuri-Zentren in Polen. Ausgewählt wurden sie in der zweiten, von der Max-Planck-Gesellschaft und dem polnischen Wissenschaftszentrum (NCN) aufgelegten Ausschreibungsrunde des Dioscuri-Programms. Die Wissenschaftler werden ihre jeweilige Forschungsgruppe im zweiten Halbjahr 2020 in Warschau aufbauen – mit dem Ziel, erstklassige international wettbewerbsfähige und innovative Forschung zu betreiben.

Sie sind die Leiter von drei neuen Dioscuri-Zentren in Polen: Paweł Dłotko, Gracjan Michlewski und Bartłomiej Wacław bauen ihre eigene Forschungsgruppe auf (v.l.n.r.)

Paweł Dłotko wird ab nächstem Jahr das Dioscuri Centre in Topological Data Analysis am Institut für Mathematik der Polnischen Akademie der Wissenschaften leiten. Unterstützt wird er von seinem Partner in Deutschland – Dmitry Feichtner-Kozlov vom Institut für Algebra, Geometrie, Topologie und deren Anwendungen an der Universität Bremen. Die interdisziplinäre Forschungsgruppe will Tools für die Topologische Datenanalyse entwickeln und umsetzen, und das für verschiedene Fachbereiche. „Ob Krebsbiologie, Klimaforschung oder Medizin – wir werden mathematisch korrekte Lösungen für praktische Probleme finden“, sagt Dłotko. Der 35-Jährige war seit 2017 an der Universität Swansea (Vereinigtes Königreich) als Senior Lecturer tätig.

Das Dioscuri Centre for RNA-Protein Interactions in Human Health and Disease am Internationalen Institut für Molekular- und Zellbiologie wird Gracjan Michlewski aufbauen. Sein Partner in Deutschland ist Juri Rappsilber vom Institut für Biotechnologie an der Technischen Universität Berlin. Gemeinsam werden sie die zellularen Rollen und strukturellen Eigenschaften von neuen RNA-bindenden Proteinen (RBPs) und RNA-Protein-Interaktionen untersuchen. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf RNA-Protein-Interaktionen bei der angeborenen Immunabwehr auf RNA-Viren, darunter auch Influenza.  „RNA-Viren haben im 21. Jahrhundert bereits mehrere Epidemien verursacht; das Auftreten einer neuen Grippe-Pandemie oder ein bioterroristischer Virenangriff könnten katastrophale Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Weltwirtschaft haben“, sagt der Biologe. Michlewski ist aktuell als Senior Lecturer an der Edinburgh Biomedical School, University of Edinburgh (UK) und als Associate Professor an der Zhejiang University-University of Edinburgh Institute (China) tätig.

Unter Leitung von Bartłomiej Wacław wird das Dioscuri Centre for the Physics and Chemistry of Bacteria am Institut für Physikalische Chemie der Polnischen Akademie der Wissenschaften entstehen. Arne Traulsen vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön wird ihn als deutscher Partner unterstützen. Im Dioscuri-Zentrum sollen Experimente, Computersimulationen und theoretische Mathematik eingesetzt werden, um datenbasierte, quantitative Modelle für das Bakterienwachstum in komplexen Umgebungen zu erschaffen. „Der Schwerpunkt des Zentrums wird zwar auf der Grundlagenforschung in einfachen in-vitro-Modellen liegen. Unser langfristiges Ziel ist jedoch die Erstellung quantitativer, prädiktiver Modelle von bakteriellen Infektionen, die für die Entwicklung neuer antimikrobieller Therapien verwendet werden können“, erklärt der theoretische Physiker. Wacław arbeitet derzeit als Associate Professor am Institute for Condensed Matter and Complex Systems an der Universität Edinburgh (Vereinigtes Königreich).

Das von der Max-Planck-Gesellschaft initiierte Dioscuri-Programm wird gemeinsam mit dem polnischen Wissenschaftszentrum (NCN) verwaltet und zielt darauf ab, international wettbewerbsfähige Forschungsgruppen in Polen zu gründen. Zusammen mit den bereits eingerichteten Dioscuri-Zentren sind nunmehr fünf der zehn in Polen geplanten Zentren ausgewählt worden. Davon wird jedes über einen Zeitraum von fünf Jahren mit bis zu 1,5 Millionen Euro finanziert. Die Kosten tragen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das polnische Ministerium für Hochschulwesen zu gleichen Anteilen gemeinsam.


PM

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