Max-Planck-Institut für medizinische Forschung

Max-Planck-Institut für medizinische Forschung

Am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Physik, der Chemie und der Biologie, um Erkenntnisse zu gewinnen, die langfristig für die Medizin wichtig sein könnten. Zentrales Thema sind die immens komplexen Wechselwirkungen zwischen Makromolekülen in der lebenden Zelle - egal ob gesund oder krankhaft. Sie zu beobachten und zu manipulieren, steht dabei im Mittelpunkt. Dazu tragen die derzeit vier Abteilungen am Institut mit ihrer komplementären Expertise bei: Sie widmen sich der optischen Mikroskopie mit Nanometerauflösung, dem Design chemischer Reportermoleküle, der Bestimmung der atomaren Struktur von Makromolekülen und der zellulären Materialwissenschaft und Biophysik.

Kontakt

Jahnstraße 29
69120 Heidelberg
Telefon: +49 6221 486-0
Fax: +49 6221 486-351

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Eine stabile Hülle für künstliche Zellen
Wissenschaftler entwickeln zellähnliche Lipidvesikel, die sie mit natürlichen Zellproteinen ausstatten können mehr
Molekulare Schalter im Rampenlicht
Erste Einblicke in Strukturänderungen beim „Anschalten“ fluoreszierender Proteine mehr
Leseproben aus dem Jahrbuch

Leseproben aus dem Jahrbuch

Forschungsmeldung 22. Juni 2017
Unser Jahrbuch 2017 bündelt Berichte über Forschungsarbeiten der Max-Planck-Institute und vermittelt anschaulich die Vielfalt an Themen und Projekten. Wir haben sieben Beiträge ausgewählt. mehr
Ein Virus als Symbiose-Partner
Das Mavirus verleiht Einzellern Immunität gegen ein Riesenvirus mehr
Kuschelhormon wirkt schmerzlindernd
Max-Planck-Forscher entdecken eine neue Wirkung von Oxytocin mehr
Algenprotein bringt Licht ins Dunkel
Erkenntnisse über die Arbeitsweise des lichtsensitiven Proteins Aureochrom 1a hilft bei der Entwicklung neuer optogenetischer Werkzeuge mehr
Der Zauber der Wundheilung

Der Zauber der Wundheilung

Forschungsmeldung 2. März 2015
Das Protein Merlin steuert die kollektive Zellbewegung und bewirkt so, dass Wunden gut und schnell verheilen mehr
Angriff oder Flucht – das Zebrafisch-Auge entscheidet

Angriff oder Flucht – das Zebrafisch-Auge entscheidet

Forschungsmeldung 18. September 2014
Die Unterscheidung zwischen Beute und Fressfeind findet bereits im Auge einer Zebrafisch-Larve statt mehr
Die Geometrie der Krebszelle

Die Geometrie der Krebszelle

Forschungsmeldung 11. November 2013
Bösartige und gesunde Zellen weisen charakteristische fraktale Muster auf, anhand derer sie sich unterscheiden lassen mehr
Seltene Erden in Bakterien

Seltene Erden in Bakterien

Forschungsmeldung 28. Oktober 2013
Methan-abbauende Bakterien aus heißen Quellen benötigen die kostbaren Metalle zur Energiegewinnung mehr
Langzeitgedächtnis in der Hirnrinde

Langzeitgedächtnis in der Hirnrinde

Forschungsmeldung 27. August 2013
Das Gehirn speichert Verknüpfung von Sinneseindrücken in der Großhirnrinde, nicht im Hippocampus mehr
Das Gehirn mit allen Nervenzellen und Verbindungen

Das Gehirn mit allen Nervenzellen und Verbindungen

Forschungsmeldung 7. August 2013
Wissenschaftlern gelingt die vollständige Rekonstruktion eines Stücks der Netzhaut mehr
Augen auf beim Beutefang

Augen auf beim Beutefang

Forschungsmeldung 16. Mai 2013
Forscher analysieren Jagdverhalten von Fischlarven in der virtuellen Realität mehr
Spitzenforschung im Jahr 2012

Spitzenforschung im Jahr 2012

Forschungsmeldung 21. Dezember 2012
Max-Planck-Wissenschaftler haben dieses Jahr wieder mehrere wissenschaftliche Durchbrüche erzielt mehr
Mit Röntgenlasern gegen die Schlafkrankheit

Mit Röntgenlasern gegen die Schlafkrankheit

Forschungsmeldung 21. Dezember 2012
Strukturanalyse des Proteins Cathepsin B von Trypanosomen gehört zu den wissenschaftlichen Durchbrüchen 2012 mehr
Viren machen Verschaltungen von Nervenzellen sichtbar

Viren machen Verschaltungen von Nervenzellen sichtbar

Forschungsmeldung 8. November 2012
Max-Planck-Forscher lassen neuronale Verbindungen im intakten Gehirn fluoreszieren mehr
Ein Schaltplan vom Mäusegehirn

Ein Schaltplan vom Mäusegehirn

Forschungsmeldung 22. Oktober 2012
Max-Planck-Wissenschaftler wollen das Gehirn einer Maus als Ganzes im Elektronenmikroskop analysieren mehr
Der Hippocampus als Entscheidungsinstanz

Der Hippocampus als Entscheidungsinstanz

Forschungsmeldung 17. Juli 2012
NMDA-Rezeptoren im Hippocampus des Gehirns ermöglichen bei komplexen Orientierungsaufgaben, die richtige Entscheidung zu treffen mehr
Freie-Elektronen-Laser enthüllt detaillierte Architektur von Proteinen
Ultrakurze Röntgenblitze gestatten Einblicke in die Atomstruktur von Makromolekülen unter Verwendung winziger Proteinkristalle mehr
Muster der Zellbewegung

Muster der Zellbewegung

Forschungsmeldung 2. März 2012
Eine Methode, Zellen in feinen, einfach zu erzeugenden Strukturen wachsen zu lassen, liefert neue Erkenntnisse zur Zellmigration mehr
Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst mehr
Mütterliche Fürsorge beeinflusst die Chemie im Gehirn bis ins Erwachsenenalter
Die Wirkung des Botenstoffs Neuropeptid Y hängt vom Verhalten der Mutter während der Säuglingsphase ab mehr
Die Schleichwege der Malariaerreger

Die Schleichwege der Malariaerreger

Forschungsmeldung 28. Oktober 2011
Erkenntnisse, wie sich die Parasiten durch das Bindegewebe in die Blutbahn des Menschen bewegen, könnten Ansatzpunkte für eine Therapie liefern mehr
Neue Biomaterialien für Knochen- und Knorpelersatz

Neue Biomaterialien für Knochen- und Knorpelersatz

Forschungsmeldung 27. Oktober 2011
Biomimetische Gerüststrukturen, auf denen sich Stammzellen zu Knochen- oder Knorpelgewebe entwickeln, ermöglichen Implantate ohne Nebenwirkungen mehr
Das Konnektom des Gehirns - von Verzweigung zu Verzweigung
Max-Planck-Forscher entwickeln neue Analysewerkzeuge, um Nervennetzwerke schnell und exakt zu rekonstruieren mehr
Einblicke in die Nervenzellaktivität tiefer Schichten der Großhirnrinde
Max-Planck-Wissenschaftler beobachten die Informationsverarbeitung im Gehirn mithilfe einer neuen Methode der Multi-Photonen-Fluoreszenzmikroskopie mehr
Bakterien vergiften sich von innen heraus

Bakterien vergiften sich von innen heraus

Forschungsmeldung 22. März 2011
Neue Antibiotika könnten einen bakteriellen Selbstmord-Mechanismus nutzen mehr
Neues Mikroskop entziffert Schaltkreise des Auges

Neues Mikroskop entziffert Schaltkreise des Auges

Forschungsmeldung 9. März 2011
Ganglionzellen können dank Amakrinzellen Richtungen erkennen mehr
Röntgenlaser durchleuchtet biologische Nanostrukturen

Röntgenlaser durchleuchtet biologische Nanostrukturen

Forschungsmeldung 3. Februar 2011
Mit dem weltweit ersten Röntgen-Freie-Elektronen-Laser lassen sich Proteine und Viren analysieren mehr
Blinkende Nervenzellen verraten Gedanken

Blinkende Nervenzellen verraten Gedanken

Forschungsmeldung 4. Mai 2010
Genetisch implantierte Lichtquelle macht Gehirnsignale sichtbar mehr
Wenn beim Denken ein Licht aufgeht

Wenn beim Denken ein Licht aufgeht

Forschungsmeldung 24. September 2008
Fluoreszierende Proteine im Gehirn ermöglichen es, die Kommunikation von Nervenzellen zu verfolgen mehr
Schalter im Hirn

Schalter im Hirn

Forschungsmeldung 20. Juni 2007
Max-Planck-Wissenschaftler entwickeln Experimentalsystem weiter, um Gene im Gehirn an- und abzuschalten mehr
Lernen im Schlaf?

Lernen im Schlaf?

Forschungsmeldung 20. November 2006
Heidelberger Max-Planck-Forscher untersuchen Kommunikation von Gedächtnisarealen während des Schlafs. mehr
Mikrogliazellen auf die Finger geschaut

Mikrogliazellen auf die Finger geschaut

Forschungsmeldung 15. April 2005
Max-Planck-Forscher machen das Immunabwehrverhalten von Mikrogliazellen im Gehirn sichtbar mehr
Max-Planck-Forscher machen "Drähte" im Gehirn sichtbar

Max-Planck-Forscher machen "Drähte" im Gehirn sichtbar

Forschungsmeldung 18. Oktober 2004
Neue Methode zur Entschlüsselung neuronaler Schaltkreise aus dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung mehr
Kalzium-Imaging bringt das Gehirn zum Leuchten

Kalzium-Imaging bringt das Gehirn zum Leuchten

Forschungsmeldung 15. Juni 2004
Forscher präsentieren neue Methode, mit der man die biochemische Aktivität verschiedener Nervenzellen im Gehirn gleichzeitig beobachten kann mehr
Erfahrung verbindet

Erfahrung verbindet

Forschungsmeldung 5. Mai 2004
Heidelberger Max-Planck-Wissenschaftler haben mit bisher unerreichter Genauigkeit beobachtet, wie Verschaltungen zwischen Nervenzellen durch gemeinsame Erfahrung entstehen mehr
"Protein-Nockenwelle" steuert Muskelmotor

"Protein-Nockenwelle" steuert Muskelmotor

Forschungsmeldung 2. Oktober 2003
Max-Planck-Forscher entdecken Steuerung für die Umwandlung biochemischer Energie in mechanische Arbeit in molekularen Motoren mehr

Leben ist Bewegung und Austausch mit der Umwelt – das gilt auch für Zellen innerhalb eines Organismus. Damit Zellen von einem Ort zum andern gelangen, müssen sie sich aber nicht nur fortbewegen können, sie müssen auch mit ihrer Umgebung in Kontakt treten. Joachim Spatz und sein Team verfolgen am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg, wie Zellen dabei vorgehen. Der Träger des Leibniz-Preises 2017 schickt diese dafür auf den Laufsteg und durch mit Hindernissen gespickte Parcours und testet ihre mechanischen Hafteigenschaften.

Technische/-r Assistent/-in
Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, Heidelberg 19. Oktober 2017

Raketentreibstoff in Bakterien

2017 Dietl, Andreas; Barends, Thomas
Strukturbiologie Zellbiologie
Der Kreislauf des Stickstoffs und sein Austausch zwischen organischer Materie und der Atmosphäre ist wesentlich für alles Leben auf der Erde. Einer der wichtigsten chemischen Wege dieses Kreislaufes wurde erst in den 1990er Jahren entdeckt: Der Anammox-Prozess, der von spezialisierten Bakterien durchgeführt wird, verläuft über Hydrazin, einen extrem reaktiven Stoff, der den Menschen als Raketentreibstoff dient. Eine Untersuchung der Struktur der Enzyme, die Hydrazin in der bakteriellen Zelle verarbeiten, liefert Einblicke in die Möglichkeiten unkonventioneller intrazellulärer Chemie. mehr

Wie orientieren wir uns?

2016 Sprengel, Rolf; Seeburg, Peter H.
Neurobiologie Strukturbiologie Zellbiologie

Sich in seiner täglichen Umgebung orientieren zu können, ist überlebenswichtig. Doch wie bewältigen wir diese Aufgabe? Die Antwort ist unter anderem essenziell für das Verständnis von Demenzerkrankungen. An der Maus untersuchten Wissenschaftler, wie Informationen über ihre Umgebung gewichtet und für die Orientieren genutzt werden. Sie konnten zeigen, dass Nervenzellen der zentralen Gehirnregion, des Hippokampus, sog. NMDA-Rezeptoren nutzen, um widersprüchliche Informationen bei der Orientierung zu erkennen und zu bewerten – nicht, wie bisher vermutet, um Ortskenntnisse zu speichern.

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Wege zur effizienten Synthese von neuen Glykopeptid-Antibiotika

2015 Cryle, Max
Neurobiologie Strukturbiologie Zellbiologie

Angesichts der rapide steigenden Resistenzen gegenüber Antibiotika ist es dringend notwendig, veränderte Glykopeptid-Antibiotika schnell produzieren zu können. Dies ist industriell zurzeit nicht möglich, weil die entscheidenden Schritte der natürlichen Synthese teilweise unbekannt sind und daher nicht simuliert werden können. Neue Erkenntnisse über diese Mechanismen geben Hoffnung, dass man diese Vorgänge im Labor kopieren kann und entstehenden bakteriellen Resistenzen vielfältige, wesentlich modifizierte Glykopeptid-Antibiotika entgegensetzt.

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Stress bei Zebrafischen

2014 Ryu, Soojin
Entwicklungsbiologie Neurobiologie

Die Fähigkeit eines Tieres, auf Stress zu reagieren, kann in einer ungewohnten und feindlichen Umgebung über Leben und Tod entscheiden. Soojin Ryu erforscht am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung anhand von Zebrafischlarven, wie Stress das Gehirn und das Verhalten verändert.

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Verfolgungsjagd in virtuellen Welten – Verarbeitung visueller Bewegung im Gehirn des Zebrabärblings

2013 Bollmann, Johann
Neurobiologie Strukturbiologie Zellbiologie
Die Wahrnehmung bewegter Objekte ist von fundamentaler Bedeutung, um sich sicher fortzubewegen und geschickt auf Dinge zuzugreifen. Unser Gehirn übernimmt die visuelle Steuerung zielgerichteter Bewegung, indem es schnell entscheidet, welches Objekt im Gesichtsfeld wichtig ist, um sodann den Blick durch Augen- und Kopfbewegungen darauf zu lenken. Auch die Zebrabärblingslarve meistert solch zielgerichtetes Verhalten mit Hilfe ihres feinen Sehsystems. Ergebnisse aus dem MPI für medizinische Forschung zeigen nun, wie Bewegungsreize im Gehirn dieses kleinen Jägers verarbeitet werden. mehr

Vom Baustein zum Gift: Der tödliche Mechanismus von Zeta-Toxinen

2012 Mutschler, Hannes; Meinhart, Anton
Infektionsbiologie Mikrobiologie
Toxin-Antitoxin-Systeme (TA-Systeme) sind DNA-Elemente, die im Genom fast aller Bakterien zu finden sind. Sie kodieren für ein toxisches Protein und das entsprechende Antitoxin. Wird letzteres abgebaut, kommt es zur Freisetzung des Toxins und der damit verbundenen Vergiftung der Zelle. Bei TA-Systemen aus der Epsilon/Zeta-Familie dient dieser Mechanismus in pathogenen Bakterien sowohl einer stabilen Vererbung von Resistenzgenen als auch einer Erhöhung der Virulenz. Die Aufklärung der Wirkungsweise von Zeta-Toxinen am MPI für medizinische Forschung erlaubt es nun, beide Phänomene zu erklären. mehr

Neuronale Verarbeitung von Geruchsreizen im Riechkolben der Maus

2011 Schaefer, Andreas T.
Medizin Neurobiologie Physiologie
Wie Nervenzell-Netzwerke im Gehirn den Informationsfluss steuern und verarbeiten, ist weitestgehend ungeklärt. In der Geruchsverarbeitung in Säugetieren sind inhibitorische Verschaltungen in der ersten Verarbeitungsstufe, dem Riechkolben, die anatomisch dominierende Struktur. Mäuse mit spezifischer genetischer Veränderung der Neuronen des Riechkolbens konnten je nach Inhibitionsstärke im Verhaltensexperiment Gerüche schneller oder weniger schnell unterscheiden. Diese Ergebnisse sprechen für eine auch funktionell tragende Rolle der inhibitorischen Verschaltungen in der Geruchsverarbeitung. mehr

Dynamik von Acetylcholinrezeptoren in neuromuskulären Synapsen in vivo

2010 Yampolsky, Pessah; Pacifici, Pier-Giorgio; Chevessier, Frédéric; Mersdorf, Ulrike; Barenhoff, Karina; Koenen, Michael; Witzemann, Veit
Synaptogenese und synaptische Plastizität erfordern Wechselwirkungen zwischen prä- und postsynaptischen Komponenten. Mithilfe von gentechnisch manipulierten Mäusen wurde die Dynamik von Acetylcholinrezeptoren am Modell der neuromuskulären Synapse untersucht. Direkte In-vivo-Untersuchungen zeigen, wie neue Rezeptoren in bestehende Synapsen eingebaut werden und wie sich ihre Stabilität in Abhängigkeit vom Innervierungszustand verändert. mehr

Hippokampus und räumliches Kurz- und Langzeitgedächtnis

2009 Seeburg, Peter H.; Sprengel, Rolf
Neurobiologie
Glutamat ist der wichtigste erregende Signalstoff an den Schaltstellen unseres Nervensystems und damit unerlässlich für alle Leistungen des Gehirns. Im Modellorganismus Maus kann durch genetische Eingriffe die detaillierte Funktion der in Schaltstellen durch Glutamat aktivierten Schlüsselmoleküle bei Lernvorgängen untersucht werden. Eine Mausmutante zeigte erstmals, dass eines dieser Schlüsselmoleküle zum Erlernen von soeben erlebten, räumlichen Situationen notwendig ist und somit als molekularer Baustein bei Lernen und Erinnern fungiert. mehr

Im Auge des Betrachters – Signalverarbeitung in der Retina

2008 Euler, Thomas; Hausselt, Susanne E.; Castell, Xavier; Denk, Winfried
Unsere Augen erreicht ein anhaltender Strom visueller Information, die zeitnah und korrekt interpretiert werden muss. Um diesen enormen Datenfluss zu bewältigen, findet in der Netzhaut des Auges eine umfangreiche Vorverarbeitung statt, bei der wichtige Informationen über die gesehene Szene herausgefiltert werden. Den Aufbau und die Arbeitsweise der zugrundeliegenden neuronalen „Schaltkreise“ aufzuklären, ist einer der Forschungsschwerpunkte der Abteilung für Biomedizinische Optik am MPI für medizinische Forschung in Heidelberg. mehr

Detaillierte Einblicke in die Umwandlung von Blaulichtsignalen

2007 Jung, Astrid; Domratcheva, Tatiana; Schlichting, Ilme
Chemie Strukturbiologie Zellbiologie
Viele Organismen besitzen Photorezeptoren, um sich wechselnden Lichtverhältnissen anpassen zu können. Die Photorezeptorfamilie der Phototropine und die erst kürzlich entdeckten BLUF (sensor of blue light using FAD)-Photorezeptoren regulieren eine Reihe wichtiger zellulärer Prozesse in Abhängigkeit von Blaulichtsignalen. Durch quantenchemische und strukturelle Untersuchungen konnten am MPI für medizinische Forschung wichtige Einblicke in die Funktion dieser Lichtschalter gewonnen werden. mehr

Genetisch veränderte Glutamatrezeptoren in der Maus: Synaptische Erregungsleitung, Plastizität und Rolle beim Lernen

2006 Seeburg, Peter H.; Sprengel, Rolf; Köhr, Georg; Osten, Pavel
Neurobiologie
Ein Dogma der Neurowissenschaften besagt, dass Lernvorgänge im Gehirn dauerhafte Veränderungen an chemischen Synapsen bewirken. Die Funktion von Schlüsselmolekülen bei solchen Veränderungen zu beschreiben, ist das Ziel der Abteilung Molekulare Neurobiologie am MPI für medizinische Forschung. Die meisten Synapsen im Gehirn sind spezialisiert auf schnelle Erregungsleitung und operieren mit dem chemischen Botenstoff L-Glutamat, der vom sendenden Teil der Synapse (Präsynapse) auf einen Reiz hin ausgeschüttet wird, durch den synaptischen Spalt diffundiert und am empfangenden Teil (Postsynapse) an spezifische Rezeptoren bindet. Die Glutamatbindung öffnet eine Pore in diesen Rezeptoren, sodass für kurze Zeit (einige Millisekunden) positiv geladene Ionen (Kationen) in die Nervenzelle fließen und diese von ihrem Ruhezustand in einen Erregungszustand überführen (die Zellmembran depolarisieren). Die genetische Manipulation der Glutamatrezeptoren (GluRs) in der Maus verändert synaptische Wirkungsweisen und kann das Lernvermögen beeinträchtigen oder – seltener – erhöhen. Im Folgenden werden Versuche über Funktionsaspekte von Glutamatrezeptoren bei räumlichem Lernen sowie bei Geruchsunterscheidungen beschrieben. Die Expression von funktionsveränderten GluRs kann auch neurodegenerative Erkrankungen wie Epilepsie und amyotrophe Lateralsklerose auslösen. mehr

Neue Einblicke ins Gehirn – Beobachtung von Gliazellen in der intakten Hirnrinde

2005 Helmchen, Fritjof; Nimmerjahn, Axel
Neurobiologie
Im Gehirn finden sich neben den Nervenzellen mehrere Arten von Gliazellen. Während Nervenzellen die schnelle Signalübertragung vermitteln, sind die vielfältigen Funktionen der Gliazellen weitgehend unverstanden, nicht zuletzt, weil es bisher kaum möglich war, diese Zellen im intakten Hirngewebe zu untersuchen. Durch die Entwicklung neuer Fluoreszenz-Färbetechniken und die Anwendung der Zwei-Photonen-Fluoreszenz-Mikroskopie ist es jetzt möglich geworden, Gliazellen in der intakten Hirnrinde mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung sichtbar zu machen und ihr Verhalten zu beobachten. Zum Beispiel konnten wellenförmige Veränderungen der intrazellulären Konzentration von Kalzium im Astrozyten-Netzwerk gemessen werden. Diese vermitteln vermutlich Signale langer Reichweite in der Hirnrinde. Zudem wurde entdeckt, dass Mikrogliazellen, die Abwehrzellen des Gehirns, im gesunden Gehirn nicht im Ruhezustand verharren, sondern beständig das umgebende Gewebe mit ihren beweglichen, feinen Fortsätzen abtasten und sozusagen kontrollieren. Sie zeigen dabei ein erstaunlich hohes Maß an Veränderbarkeit ihrer Form, wie es sich bei keinem anderen Zelltyp der Hirnrinde findet. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass Mikrogliazellen bei lokalen Blutgefäßverletzungen innerhalb weniger Minuten die verletzte Stelle gezielt mit ihren Zellfortsätzen abdichten und mit dem Abbau schädigender oder geschädigter Materie beginnen. Diese neuen Ergebnisse verdeutlichen, dass Gliazellen wichtige Elemente der Hirnrinde sind, sowohl im gesunden Zustand als auch insbesondere bei Schädigungen des Hirngewebes, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. mehr

Hochauflösende Mikroskopie im Gehirn

2004 Denk, Winfried; Euler, Thomas; Friedrich, Rainer
Neurobiologie
Ziel der Abteilung "Biomedizinische Optik" im MPI für medizinische Forschung ist es, neue Methoden zu entwickeln, um die Rechenvorgänge im Gehirn besser zu verstehen. Dabei ergeben sich zwei wichtige Stoßrichtungen: die Messung der Aktivität und die Rekonstruktion der Schaltkreise. Der schnelle Informationsfluss im Gehirn erfolgt im Wesentlichen über die Nervenausläufer, Axone genannt, in denen sich eine elektrochemische Erregung aktiv fortpflanzen kann. mehr