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Wissenschaft lebt von Ergebnissen – und die sollen frei zugänglich sein. Das steckt, auf einen kurzen Nenner gebracht, hinter dem Schlagwort Open Access. Aber in der Welt der Wissenschaft ist diese Form des Publizierens noch keineswegs die Norm. Unsere Autoren fordern, dass Politik und Forschungseinrichtungen den Weg ebnen und aktiv zu einem Meinungswandel beitragen. Von Chris Bird und David Carr.

Eine neue Arena für die Wissenschaft

7. November 2012

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Freies Forschungswissen im Internet

Flächendeckende Umstellung auf Open Access möglich

Neue Studie rechnet eine Umschichtung der Mittel in Open Access vor

28. April 2015

Die Max Planck Digital Library legt eine Analyse zur Transformation des Subskriptionswesens für wissenschaftliche Zeitschriften zu Open Access vor und präsentiert erstmalig quantitative Parameter für diesen Übergang. Sie bestätigen: Die seit Jahren geforderte Öffnung wissenschaftlicher Literatur ohne Mehrkosten ist möglich.

Marktstudien zufolge erzielen wissenschaftliche Verlage derzeit weltweit Umsätze in einer Größenordnung von etwa 7,6 Milliarden Euro jährlich. Dieses Geld stammt zum überwiegenden Teil aus den Budgets öffentlich finanzierter wissenschaftlicher Bibliotheken, die über Subskriptions- und Lizenzverträge Zugänge zu wissenschaftlichen Zeitschriften erwerben. Seit über einem Jahrzehnt fordert die Open-Access-Bewegung, in der sich auch die Max-Planck-Gesellschaft maßgeblich engagiert, dass der Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen unmittelbar kostenfrei für alle Interessierten im Internet möglich sein soll.

Die wirtschaftliche Tragfähigkeit stellen Open-Access-Verlage über Publikationsgebühren her: In diesem Fall zahlen also nicht die Leser, sondern die Publizierenden bzw. deren Forschungsorganisationen oder Fördereinrichtungen für die Veröffentlichung. Zahlreiche Verlage folgen bereits diesem Modell des freien Zugangs, jedoch liegt ihr Marktanteil erst bei etwa 13 Prozent aller jährlich publizierten Artikel. „Wir müssen einen effizienten und weitgehend budget-neutralen Übergang schaffen, der auch für traditionelle Verlage Anreize zur Kooperation und zur Überführung der etablierten Zeitschriften in Open Access bietet“, sagt Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Die nun von der Max Planck Digital Library vorgelegte Studie ist der Frage nachgegangen, ob die bisher eingesetzten Subskriptions-Budgets ausreichen würden, um Open-Access-Publikationsgebühren zu finanzieren und somit eine flächendeckende Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens herbeizuführen. Das Paper mit dem Titel „Disrupting the subscription journal’s business model for the necessary large-scale transformation to open access“ kommt zu dem Ergebnis, dass diese Umstellung ohne Mehrkosten möglich wäre. „Eine konzertierte internationale Umschichtung der Subskriptionsetats ist ohne finanzielles Risiko möglich, eventuell sogar mit insgesamt sinkenden Kosten“, so Hauptautor Ralf Schimmer.

Die Veröffentlichung kann auf dem institutionellen Repositorium der Max-Planck-Gesellschaft (MPG.PuRe) unter http://dx.doi.org/10.17617/1.3 abgerufen werden.

 
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