Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin dreht sich alles um die menschliche Entwicklung und um Bildungsprozesse. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen arbeiten in interdisziplinären Projekten zusammen – darunter Psychologen, Erziehungswissenschaftler, Soziologen und Mediziner, aber auch Historiker, Ökonomen, Informatiker und Mathematiker. Inhaltlich geht es zum Beispiel um die Frage, wie Menschen selbst unter ungünstigen Bedingungen wie Zeitdruck und Informationsflut sinnvolle Entscheidungen treffen, welche Auswirkungen die Institution Schule auf die Entwicklungs- und Lernprozesse der Schüler hat, wie sich das Zusammenspiel von Verhalten und Gehirn im Laufe des Lebens verändert, oder auch um menschliche Gefühle und wie sich diese im historischen Kontext verändern und auf den Lauf der Geschichte ausgewirkt haben.

Kontakt

Lentzeallee 94
14195 Berlin
Telefon: +49 30 82406-0
Fax: +49 30 8249939

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat mehrere International Max Planck Research Schools (IMPRS):

IMPRS on the Life Course (LIFE)
IMPRS for Moral Economies of Modern Societies
IMPRS on Computational Methods in Psychiatry and Ageing Research

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Immer schön absichern!

Studie mit 950 Führungskräften aus einer öffentlichen Einrichtung untersucht Häufigkeit und Ursachen von defensiven Entscheidungen

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In Ruhephasen rekapituliert das Gehirn Entscheidungen

Neu entwickelte Methode ermöglicht ein tieferes Verständnis von Entscheidungsprozessen

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Die ersten neun Lise-Meitner-Gruppenleiterinnen im Porträt

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„Dem Bewährten und Liberalen vertrauen“

Ein Beitrag von Ute Frevert vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung zu 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland

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Metaanalyse fasst 565 Studien zur Psychologie der Unehrlichkeit zusammen

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Kinder erkunden mit allen Sinnen ihre Umgebung, ihre Neugier kennt keine Grenzen. Ab einem gewissen Alter löchern sie Erwachsene regelrecht mit ihren Fragen. Diese Art des aktiven Lernens gilt vielen als ideal. Bisher ist jedoch kaum bekannt, welche Strategien Kinder von sich aus dabei anwenden. Am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin entwickelt Azzurra Ruggeri mit ihrem Team ausgeklügelte Tests, um dem kindlichen Lernen auf die Spur zu kommen.

Rituale der Erniedrigung dienten zu allen Zeiten dazu, Autorität auszuüben. Die Gerichtsbarkeit ließ Menschen am Pranger öffentlich zur Schau stellen, Lehrer machten widerborstige Schüler mit Schandmützen lächerlich. Solche Praktiken gehören zwar der Vergangenheit an. Doch die moderne Gesellschaft hat neue Methoden entwickelt, Außenseiter öffentlich zu brandmarken, wie unsere Autorin darlegt.

Entscheidungen folgen ihrer ganz eigenen Dramaturgie. Manchmal spielen aktuelle Tatsachen eine Rolle, manchmal ist Nützlichkeit ihr Maßstab – aber manchmal liegen ihre Wurzeln auch tief in der Evolutionsgeschichte des Menschen. Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, untersucht die Dynamik von Auswahl, Unsicherheit und Risiko. Und empfiehlt Großeltern, sich um ihre Enkel zu kümmern.

Musik weckt Emotionen. Doch was Menschen beim Hören eines Musikstücks tatsächlich empfinden und wie sie ihre Gefühle ausleben, ist ganz wesentlich von der Zeit, in der sie leben, und von ihrer Kultur geprägt. Eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Sven Oliver Müller am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat die wechselnden Emotionen im Musikleben Europas erforscht und besonders die gemeinschaftsstiftende Wirkung der Musik in den Blick genommen.

„Ich denke, also bin ich“ – René Descartes verlieh sein Denken die Gewissheit, dass er tatsächlich existierte. Gleichzeitig war er sich bewusst, dass er dachte, und er konnte über seine eigenen Gedanken nachsinnen. Wissenschaftler bezeichnen dieses Nachdenken über das Denken als Metakognition – eine Fähigkeit, die auch sogenannte Klarträumer besitzen. Elisa Filevich und Simone Kühn vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin untersuchen, welche Gehirnregionen bei Klarträumern besonders ausgeprägt sind und ob es dieselben sind, die auch mit Metakognition zusammenhängen.

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„Du schaffst das!?“ Die Emotionsgeschichte der Krebskrankheit

2018 Hitzer, Bettina

Kognitionsforschung Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Es gibt Annahmen, die sind gesellschaftlich so verbreitet, dass sie nicht hinterfragt werden. So zum Beispiel, dass positive Gefühle den Heilungserfolg bei einer Krebserkrankung erhöhen. Obwohl die Forschung bisher keine eindeutigen Zusammenhänge feststellen konnte, prägt diese Vorstellung bis heute den Umgang mit Erkrankten. Noch im 20. Jahrhundert warnten Ärzte-Ratgeber davor, eine Krebsdiagnose den Patienten mitzuteilen, denn man fürchtete Angstgefühle, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen könnten. Doch wie entstanden solche Annahmen? Ein Blick in die Emotionsgeschichte von Krebs.

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Der Faktor R: Ist Risikobereitschaft ein Persönlichkeitsmerkmal?

2017 Hertwig, Ralph

Kognitionsforschung Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Menschen können sich in ihrer Bereitschaft, Risiken einzugehen, deutlich unterscheiden. Gleichzeitig kann aber auch eine Person in verschiedenen Lebensbereichen eine unterschiedliche Risikobereitschaft zeigen. Dennoch scheint es – ähnlich dem allgemeinen Intelligenzfaktor – einen allgemeinen Faktor der Risikobereitschaft zu geben, der über die Zeit relativ stabil ist. Dieser kann allerdings nicht aus den herkömmlichen, oft widersprüchlichen Verhaltenstests erschlossen werden. Aktuelle Forschung ermöglicht ein besseres Verständnis des Wesens unserer Risikobereitschaft.

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Gehirnplastizität und das umgekehrte U: Zum Verlauf erfahrungsbedingter Veränderungen der Gehirnstruktur beim Menschen

2016 Wenger, Elisabeth; Lindenberger, Ulman

Kognitionsforschung Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Forscher am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung untersuchen den Verlauf struktureller Veränderungen des menschlichen Gehirns während des Erwerbs einer Fertigkeit. Die Daten zeigen eine anfängliche Zunahme und nachfolgende Abnahme des Hirnvolumens. Mit dem bislang üblichen Studiendesign mit zwei Messzeitpunkten hätte dieser Verlauf nicht entdeckt werden können. Der umgekehrt U-förmige Veränderungsverlauf macht deutlich, dass die Erforschung der Neuroplastizität beim Menschen Designs und Theorien erfordert, die der nichtlinearen Dynamik von Gehirn und Verhalten Rechnung tragen.

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Informierte Patienten durch die Verbreitung von Faktenboxen

2015 Gigerenzer, Gerd; Rebitschek, Felix G.

Kognitionsforschung Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Viele Ärzte verstehen Gesundheitsstatistiken nicht ausreichend, daher fehlen ihnen wesentliche Grundlagen und Fakten für die eigene Arbeit. Eine Evaluationsstudie zeigt, dass Faktenboxen, wie sie im Harding-Zentrum für Risikokompetenz entwickelt werden, Wissen besser vermitteln und somit den Weg für informiertes Entscheiden bereiten. Davon profitieren nicht nur die Patienten, sondern vor allem – mit den Ärzten – das Gesundheitssystem als Ganzes.

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Emotionsgeschichte transnational

2014 Pernau, Margrit

Kognitionsforschung Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung widmet sich der Geschichte der Gefühle. Dabei werden nicht nur Regionen verglichen, sondern es wird versucht, den normativen Eurozentrismus zu überwinden, hin zu dem, was als „Provinzialisierung Europas“ bezeichnet wird: die Überwindung der Wahrnehmung Europas als universellem normativem Zentrum, von dem alle anderen Regionen bloß mehr oder weniger abweichen.

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