Austausch bei der Summer School in Jena: Susann Fiedler (3.v.l.), Leiterin der Gielen-Leyendecker-Forschungsgruppe am MPI zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, im Gespräch mit Teilnehmern ihres Kurses im Jahr 2016. Foto: A. Garbe/MPG

Treffpunkt Summer School

Den Sommer nutzen, um Wissenschaft zu vermitteln: Entsprechende Kurse explizit auch für externe Teilnehmer bieten Max-Planck-Institute von Hamburg bis Florenz und erreichen damit in diesem Jahr rund 900 junge Wissenschaftler vom Masterstudenten bis zum Postdoc.

Das aus den USA stammende Prinzip, dass Universitäten rund um die vorlesungsfreie Zeit Summer Schools anbieten, hat auch an den Max-Planck-Instituten Platz gefunden. Zwar sind diese keine Hochschulen, gleichwohl öffnen sie sich mit solchen Kursangeboten für junge Akademiker und geben Einblicke in die Forschung. Oftmals über die Internationalen Max Planck Research Schools (IMPRS) für die Doktorandenausbildung und mit Kooperationspartnern organisiert, gibt es in diesem Sommer mehr als 15 solcher Fachkurse.

Vielfalt der Angebote

Sowohl hinsichtlich der Dauer als auch der inhaltlichen Ausrichtung unterscheiden sich die Kurse von Institut zu Institut. Je nach Schwerpunkt können auch die Gruppengrößen variieren – dabei ist es zumeist üblich, dass die Teilnehmer ein Auswahlverfahren durchlaufen. So auch beim „Summer Institute on Boundes Rationality: predictions under uncertainty“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, wo rund 100 Bewerbungen auf 36 Plätze eingingen. Wer nun an dem interdisziplinären Kursangebot teilnimmt, setzt sich mit dem Entscheidungs- und Handlungskonzept der „begrenzten Realität“ auseinander - und damit auch mit Fragen, wie wir Menschen Vorhersagen unter der Bedingung von Unsicherheit treffen. „Wir wollen Entscheidungsforschung in breiter Perspektive vermitteln und beziehen deshalb Nachbardisziplinen wie Psychologie, Wirtschaftswissenschaften, Biologie, Statistik oder Philosophie ein“, sagt Marcus Buckmann, der zum Organisationsteam gehört. Gut eine Woche lang gibt es Seminare, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops und Postersessions. „Das befähigt und bestärkt die Teilnehmer, Lernerfahrungen zu sammeln und neue Ideen zu entwickeln, während sie gleichzeitig die weitverbreitete Annahme herausfordern können, dass komplizierte Problemstellungen zwangsläufig komplexe Lösungen erfordern.”

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Jonas Peters forschte bei der Summer School 2015 noch am MPI für Intelligente Systeme, heute ist er Associate Professor an der Universität Kopenhagen.
Jonas Peters forschte bei der Summer School 2015 noch am MPI für Intelligente Systeme, heute ist er Associate Professor an der Universität Kopenhagen.

In Tübingen am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme ist dieses Jahr bereits zum fünften Mal die „Machine Learning Summer School“ zu Gast. Max-Planck-Direktor Bernhard Schölkopf ist Mitbegründer dieser Summer School rund um das Thema künstliche Intelligenz. Das Angebot in diesem relativ jungen Forschungsfeld ist sehr stark nachgefragt – auf 110 Plätze kommen etwa fünf Mal so viele Bewerbungen, schildert Pressereferentin Claudia Däfler. Neben Doktoranden und Postdoktoranden sind bei dieser zweiwöchigen Veranstaltung auch Teilnehmer aus Industrie und Wirtschaft dabei.  „Das Angebot richtet sich explizit an externe Wissenschaftler, interne Teilnehmer können sich per Videostreaming einschalten“, sagt Däfler.

Kontakte knüpfen im Kletterwald

Vertreten aber sind Wissenschaftler des Tübinger Max-Planck-Instituts freilich ebenso – als Organisatoren, Tutoren oder Referenten. Natürlich darf neben dem fachlichen Input auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Schließlich geht es neben der Erweiterung des Wissens auch darum neue Kontakte zu knüpfen. Die Möglichkeit dazu besteht etwa bei einem Ausflug in einen Kletterpark, einer Fahrt mit dem Stocherkahn auf dem Neckar, oder dem Conference Dinner.

JE/MS

 

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