Komplexe geometrische Muster mit verbundenen Linien und Pfeilen auf dunkelgrünem Hintergrund

Teilchenphysik

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft schauen nicht nur auf die größten Objekte im Weltall. Sie müssen auch verstehen, was die Welt im KIeinsten zusammenhält. Alles besteht aus Teilchen – auch wir: Protonen, Neutronen und Elektronen sind die Zutaten der Atome in unseren Körpern. Doch es gibt noch viele ungeklärte Fragen zur Natur unseres Daseins. Auf der Suche nach Antworten verursachen Teilchenjägerinnen und -jäger am Large Hadron Collider des CERN Auffahrunfälle von Protonen, suchen tief unter der Erde nach Dunkle-Materie-Teilchen oder begeben sich auf die Spuren hochenergetischer Teilchen aus dem All.

Aktuelle Beiträge

Eine Person steht in einem hellen Büroflur, lehnt sich an ein Geländer und trägt einen dunkelblauen Pullover über einem karierten Hemd mit Jeans.

Interview mit Marumi Kado über die Zukunft der Teilchenphysik und den Ursprung von allem mehr

Farbstrahlendes Partikeldesign mit roten Linien und blauer Hintergrundbeleuchtung.

Wie die Welt der kleinsten Teilchen aufgebaut ist, was über fundamentale Kräfte bekannt ist und was Teilchen mit dem Urknall zu tun haben mehr

Fünf Personen stehen vor einem Banner bei der Eröffnung des Max Planck - IAS - NTU Centers für Teilchenphysik, Kosmologie und Geometrie.

Forschende aus Deutschland, Taiwan und den USA bündeln ihre Kompetenz, um Geheimnisse rund um Ursprung und Aufbau des Universums zu entschlüsseln mehr

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Bislang unterschied die Physik Teilchen zwischen Fermionen und Bosonen, jetzt gibt es Hinweise auf eine dritte Art mehr

Farbige, vertikale Muster aus Lichtpunkten und Linien auf dunklem Hintergrund, die eine digitale Visualisierung darstellen.

Das Neutrino-Observatorium KM3Net liegt in den Tiefen des Mittelmeers und misst ein kosmisches Neutrino bei bisher höchsten Energien mehr

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„Das würde unser Verständnis von Physik über den Haufen werfen“

Im Max-Planck-RIKEN-PTB-Center untersuchen Physiker, ob die Naturkonstanten konstant sind und warum es mehr Materie als Antimaterie gibt mehr

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Künstlerische Darstellung von Neutrinos

Wie lassen sich die leichtesten Elementarteilchen im Universum wiegen? Das KATRIN-Experiment am Karlsruher Institut für Technologie erforscht die Masse von Neutrinos, um neue Erkenntnisse über das Universum zu gewinnen. mehr

Woher kommt die Masse der Elementarteilchen?

Vor zehn Jahren, am 4. Juli 2012, wurde am Cern in Genf das Higgs-Teilchen entdeckt. Sandra Kortner vom Max-Planck-Institut für Physik war damals an der Entdeckung beteiligt und erzählt in diesem Podcast, wie das Higgs-Boson unser Verständnis des Universums veränderte - und noch verändert mehr

Walther Bothe: Der Teilchenzähler

Bereits 1929 hatte Walther Bothe, der bei Max Planck promoviert hatte, zusammen mit Werner Kolhörster eine spezielle Methode entwickelt, um die Entladung von zwei oder mehreren getrennten Geiger-Müller-Zählrohren nur dann anzeigen zu lassen, wenn die Messung in einem vorbestimmten Zeitintervall erfolgte. Diese Koinzidenzmessungen ermöglichten es, die Bahn eines geladenen Teilchens durch die Zählrohre hindurch zu verfolgen. Sie erbrachten den Beweis durchdringender extraterrestrischer Strahlung, der Kosmischen Strahlung, und lieferten grundlegende Erkenntnisse für das Verständnis vom Aufbau der Materie und von unterschiedlichen Strahlungen. Bothe, der ab 1934 Direktor am Kaiser-Wilhelm-Institut in Heidelberg war (aus dem nach dem Krieg u.a. das Max-Planck-Institut für Kernphysik hervorging), leistete mit seinen Arbeiten einen wichtiger Beitrag zur Begründung der modernen Kernphysik. 1954 erhielt er zusammen mit Max Born den Nobelpreis für Physik. mehr

Grundlagen der Teilchenphysik

Alles, was wir sehen, besteht aus Molekülen und Atomen, die Atome wiederum aus Atomkernen und Elektronen. In den Atomkernen tummeln sich positiv geladene Protonen und ungeladene Neutronen, die wiederum aus nur zwei Versionen ein uns des selben Teilchens bestehen, dem Quark. Welche Teilchen sind noch bekannt? Welche Kräfte wirken zwischen den Teilchen und warum erklären diese, warum wir auf der Erde laufen können und die Teilchen unseres Körpers nicht mit denen der Erde ineinanderfließen? Warum waren Teilchen kurz nach dem Urkanll besonders präsent und wie helfen Teilchenbeschleuniger dabei, das frühe Universum wieder zum Leben zu erwecken? Alle Antworten gibt es im folgenden Artikel:

Farbstrahlendes Partikeldesign mit roten Linien und blauer Hintergrundbeleuchtung.
Wie die Welt der kleinsten Teilchen aufgebaut ist, was über fundamentale Kräfte bekannt ist und was Teilchen mit dem Urknall zu tun haben mehr

Wurzeln der Teilchenphysik in der Max-Planck-Gesellschaft

Auch wenn Albert Einstein mit der Entdeckung des Photoeffekts (Photovoltaik) und Nils Bohr mit seinem Atommodell die Grundsteine gelegt haben, gelang erst 1925 der Durchbruch hin zu einer schlüssigen Theorie der kleinsten Teile der Materie: Werner Heisenberg formulierte das mathematische Gerüst der Quantentheorie. Mit Heisenberg als ehemaligem Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München blickt auch die Max-Planck-Gesellschaft auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Heute forschen Theoretikerinnen und Experimentalphysiker neben dem Institut für Physik auch an den Max-Planck-Instituten für Kernphysik und Quantenoptik am Thema. 

Zwei Wissenschaftler stehen auf einer Plattform und beobachten die komplexe Struktur eines Teilchenbeschleunigers.
Das Max-Planck-Institut für Physik begeht seinen 100. Jahrestag: Am 1. Oktober 1917 nahm das damalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik unter Direktor Albert Einstein seine Arbeit auf. mehr

Theorie der Teilchenphysik

Das Standardmodell der Teilchenphysik ist ein sehr erfolgreiches mathematisches Konstrukt, das den Aufbau des Universums beschreibt – genauer: die grundlegenden Bausteine aus der die Materie im gesamten Universum besteht. Die Gravitationstheorie von Einstein hingegen beschreibt, wie das Universum im Großen zusammenhält. Beide, das Standardmodell der Teilchenphysik und die allgemeine Relativitätstheorie erklären das Universum von den kleinsten Abständen von etwa 10-19 Metern bis hin zu den größten bekannten Entfernungen im von uns erforschbaren Universum von 100 Milliarden Lichtjahren. Beide Theorien zu einer zu vereinheitlichen bleibt eine der größten Forschungsfragen.

Dass Materie überhaupt Masse hat, erklärt das Higgs-Teilchen, das 2012 am Large Hadron Collider des CERN gefunden wurde. Das Higgs Teilchen repräsentiert das sogenannte Higgs-Feld, das alles durchdringt. Indem die Bausteine der Materie mit diesem Higgs-Feld interagieren, erhalten sie ihre Masse. Der Fund des Higgs-Austauschteilchens hat das Standardmodell der Teilchenphysik entscheidend gefestigt. Und doch es gibt noch viele offenen Fragen, an denen Forschende der Max-Planck-Gesellschaft forschen, etwa, wie das Higgs nun mit der Gravitation zusammenhängen könnte. 

Woher kommt die Masse der Elementarteilchen?

Vor zehn Jahren, am 4. Juli 2012, wurde am Cern in Genf das Higgs-Teilchen entdeckt. Sandra Kortner vom Max-Planck-Institut für Physik war damals an der Entdeckung beteiligt und erzählt in diesem Podcast, wie das Higgs-Boson unser Verständnis des Universums veränderte - und noch verändert.
Mehrfarbige, geschwungene Linien durchziehen eine abstrakte Anordnung von geometrischen Gittern und Formen, die im Raum schweben
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Dichte Packung blauer und roter Kugeln in der Mitte, umgeben von einer einzelnen türkisen Kugel auf einer Kreisbahn, durch die ein Pfeil schräg nach oben zeigt
Quantenelektrodynamik auf dem Prüfstand mehr

Teilchen aus dem Labor

Um die Vorhersagen des Standardmodells zu testen und die Wechselwirkungen der Elementarteilchen zu verstehen, braucht es Teilchenkollisionen. Am Large Hadron Collider (LHC) des CERN etwa, prallen zwei Protonenstrahlen exakt aufeinander und erzeugen in einem Punkt Energien, die hoch genug sind, um die Bausteine der Protonen und andere Teilchen zu vermessen. Mit dem LHC beantworten Forschende, wie das junge und heiße Universum kurz nach dem Urknall aussah und warum es heute so ist, wie es ist. Im ATLAS-Detektor des LHC wurde auch das Higgs-Teilchen gefunden, eine Anregung des sogenannten Higgs-Feldes, das alles durchdringt. Forschende nutzen aber auch andere Experimente am CERN um Elementarteilchen zu untersuchen und wiegen in einem gigantischen Magnetkäfig die Masse des Neutrinos.

Wie schwer ist ein Neutrino?

Wie lassen sich die Neutrinos, die leichtesten Elementarteilchen im Universum, wiegen? Das KATRIN-Experiment am Karlsruher Institut für Technologie erforscht die Masse von Neutrinos, um neue Erkenntnisse über das Universum zu gewinnen.
Kollisionsereignis im ATLAS-Detektor am Large Hadron Collider, wo Protonen beschleunigt und dann zur Kollision gebracht werden. Einige davon führen zu zwei Jets, die in entgegengesetzte Richtungen vom Kollisionspunkt weg emittiert werden.
Zwei Studien bestätigen Gültigkeit der starken Kraft, die Atomkerne zusammenhält mehr
Blick ins Innere des KATRIN-Hauptspektrometers
Präzisionswaage Katrin am KIT setzt neue Obergrenze für die Masse der Neutrinos mehr
Die Infografik zeigt das Durcheinander der verschiedenen Elementarteilchen - Quarks und Gluonen - im Inneren eines Protons
Ein bekanntes Teilchen – neu erforscht mehr

Astroteilchenphysik

Teilchen durchdringen uns zu jeder Zeit, viele davon haben einen Ursprung im All. Wenn Elektronen oder Protonen in den Magnetfeldern extremer astrophysikalischer Objekte im Weltall beschleunigt werden, entstehen dort etwa hochenergetische Neutrinos oder Gamma-Strahlen. Treffen diese auf die Erde, lassen sie sich mit verschiedenen Methoden nachweisen. Neutrinos interagieren kaum mit Materie; beim Durchflug durch das Mittelmeer reicht aber schon die eine oder andere Reaktion, damit Detektoren, die wie an Perlenketten unter der Wasseroberfläche hängen, schwache aber messbare Lichtblitze ins Netz gehen. Anstelle des Meerwassers nutzen Teilchenphysikerinnen und -physiker auch die Atmosphäre als sogenanntes Detektorvolumen. Stößt ein hochenergetisches Teilchen aus dem Universum durch die Erdatmosphäre, tritt dieses eine ganze Kette an Folgereaktionen los. Die neuen Teilchen, die so entstehen, können ein Leuchten erzeugen, das Gamma-Teleskope wie MAGIC oder Hess am Boden einfangen. Sie rekonstruieren so das ursprüngliche Teilchen aus dem All, dessen Energie, Herkunft und vielleicht sogar, wie es entstand. Es gibt aber auch große mit empfindlichen Detektoren ausgestattete Wasserbecken auf der Erde, die die Teilchen aus der Atmosphäre direkt nachweisen oder Experimente in einem Untergrundlabor, die sich ganz auf die Suche nach Teilchen konzentrieren, die die dunkle Materie erklären könnten.

Farbige, vertikale Muster aus Lichtpunkten und Linien auf dunklem Hintergrund, die eine digitale Visualisierung darstellen.
Das Neutrino-Observatorium KM3Net liegt in den Tiefen des Mittelmeers und misst ein kosmisches Neutrino bei bisher höchsten Energien mehr
Stahlkonstruktionen unter dem Sternenhimmel
Ein nur wenige tausend Lichtjahre entfernter Pulsar könnte Elektronen und Positronen auf die höchsten Energien beschleunigt haben, die jetzt vom Hess-Observatorium gemessen wurden mehr

Wo steht die Forschung heute, wo geht es hin?

Trotz aller Forschungserfolge gibt es weiterhin große und ungeklärte Fragen: Warum gab es im jungen Universum einen kleinen Überschuss an Materie über der Antimaterie? Wir haben es diesem Umstand zu verdanken, dass wir und alles, was wir um uns herum sehen, existieren. Jene Materie, die uns im Alltag begleitet, ist hoch divers und besteht aus verschiedenen Materialien, die ihrerseits aus bestimmten Atomen zusammengesetzt sind. Das Innere der Atome aber, die Atomkerne, bestehen nur aus nur zwei Zutaten: Neutronen und Protonen. Warum ist das so? Und bleibt die Welt im Kleinen so einfach, wenn ein neuer Teilchenbeschleuniger noch tiefer in diese vordringen wird? Und schließlich eine Frage, die auch Einstein umtrieb: Wie lassen sich seine Gravitationstheorie, also die Wirkung der Schwerkraft bei großen Abständen, und die Quantenmechanik, die Theorie der Teilchen bei den kleinsten Abständen, zu einer allgemeingültigen Theorie verheiraten, die die Natur und ihre Kräfte bei allen Skalen vollständig erklärt? Auch wenn das Standardmodell der Teilchenphysik die Welt, wie wir sie kennen, sehr gut beschreibt, gibt es noch viel zu tun. Denn nur fünf Prozent entfallen auf das uns bekannte Universum, darin Planeten und Sterne. Der Rest: dunkle Materie und dunkle Energie. Beide sind bisher noch unbekannt, Forschende suchen aber eifrig nach den Zutaten der dunklen Materie – seien es Teilchen oder gar eine Vielzahl kleinerer schwarzer Löcher.

Eine Person steht in einem hellen Büroflur, lehnt sich an ein Geländer und trägt einen dunkelblauen Pullover über einem karierten Hemd mit Jeans.
Interview mit Marumi Kado über die Zukunft der Teilchenphysik und den Ursprung von allem mehr
Innenansicht eines Teilchenbeschleunigers mit leuchtenden Komponenten.
Mit dem Nachweis des Higgs-Teilchens gelang am Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider ein großer Wurf. Andere erwartete oder unerwartete Entdeckungen, mit denen die Physik das Erscheinungsbild unserer Welt erklären wollte, blieben dagegen aus. Nun suchen auch Hermann Nicolai, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam, und Siegfried Bethke, Direktor am MaxPlanck-Institut für Physik in München, neue Perspektiven für die Teilchenphysik. mehr
Galaxienhaufen mit blauen und pinken Lichtnebeln im Weltraum.
Lassen sich Spuren von superschweren geladenen Gravitinos in Untergrund-Detektoren nachweisen? mehr
Arbeiter montieren farbige Kabel in einem technischen Bereich mit DESY-Kleidung und Schutzhelmen.
Hochempfindlicher Detektor auf den Spuren des Ungleichgewichts zwischen Materie und Antimaterie im Universum
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