Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie

Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie erforschen die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten der Evolution. Sie wollen verstehen, wie sich neue Eigenschaften durchsetzen können und wie Arten entstehen. Ein wichtiges Forschungsthema am Institut ist beispielsweise die Analyse von Genen, die Mäusen ermöglichen, sich an ihre Umwelt anzupassen. Außerdem wird untersucht, wie die Evolution Sexualität hervorbringen konnte und welcher evolutionäre Vorteil dadurch entsteht. Die Forscher kombinieren dafür Beobachtungen in der Natur mit Experimenten im Labor und im Freiland. Mithilfe von Erbgutanalysen erstellen sie zudem Stammbäume für verwandte Arten. Darüber hinaus helfen ihnen Computermodelle, theoretische Konzepte der Evolution zu erstellen und zu testen.

Kontakt

August-Thienemann-Str. 2
24306 Plön
Telefon: +49 4522 763-0
Fax: +49 4522 763-310

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS for Evolutionary Biology

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Genetische Vielfalt hilft in der Krebstherapie

Krebspatienten mit vielen unterschiedlichen Varianten an HLA-Genen sprechen besser auf Behandlung an

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Das individuelle Mikrobiom – mehr Zufall als Selektion

Die mikrobielle Gemeinschaft unterliegt wohl keinem evolutionären Auswahlprozess

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Wer länger lebt, bekommt weniger Kinder

Die Zeit zwischen zwei Generationen bestimmt den Preis der Fruchtbarkeit

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Bedrohter Planet

Bedrohter Planet

19. April 2019

Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewerten die Entwicklungen, die dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen zufolge das Leben auf der Erde massiv verändern werden

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Earth Day 2019: „Viren können eine gesamte Population in kurzer Zeit verändern“

Interview mit Guy Reeves zur Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Natur

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Rund 40 Prozent aller Arten auf der Erde leben parasitisch – eine überaus erfolgreiche Lebensweise also. Allein ein Fisch wie der Dreistachlige Stichling wird von bis zu 25 verschiedenen Parasiten geplagt. Einer davon hat es Martin Kalbe, Tina Henrich und Nina Hafer vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön besonders angetan: der Bandwurm Schistocephalus solidus. Sie erforschen die vielfältigen Tricks, mit denen Wirt und Parasit versuchen, sich gegenseitig auszuspielen.

Wo es Menschen gibt, leben auch Mäuse. Kaum ein Tier hat sich so gut an die von uns geschaffenen Lebensräume angepasst wie die Hausmaus. Für Diethard Tautz vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön lag es also nahe, die kleinen Nager als Modellsystem für die Arbeitsweise der Evolution zu erforschen.

Schönheiten sind sie nicht – die Groppen von Arne Nolte, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön bei Kiel. Trotzdem gibt es für ihn kaum ein faszinierenderes Objekt als diese unscheinbaren Fische, die erst in den 1990er-Jahren im Niederrhein aufgetaucht sind. Es sind nämlich Hybriden, also die gemeinsamen Nachkommen zweier Arten.

Die Diskussion über die Gefahren genetisch veränderter Organismen wird emotional und immer stärker abgehoben von den wissenschaftlichen Zusammenhängen geführt – vor allem wenn es um die Anwendung in der Landwirtschaft geht. Die radikale Ablehnung verbaut Perspektiven und führt zu Problemen, welche die Gegner eigentlich verhindern wollten. Nach Ansicht unseres Autors ist es daher an der Zeit, die Diskussion neu zu beginnen.

Forscher der Max-Planck-Institute für Evolutionsbiologie in Plön und für Meteorologie in Hamburg weisen einen Weg aus den festgefahrenen Klimakonferenzen.

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Das Ausloten der Grenzen evolutionärer Vorhersagen

2018 Rainey, Paul B.

Evolutionsbiologie Genetik

Experimente im Labor und mit Wildpopulationen zeigen, dass Evolution wiederholbar und vorhersagbar ist und demnach Regeln folgen könnte. Die Arbeit mit experimentellen Bakterienpopulationen lässt vermuten, dass dabei entscheidend ist, wie der Genotyp eines Organismus‘ in einen Phänotyp umgesetzt wird. Dank mathematischer Modelle und experimenteller Evolution können Prognosen über Mutationen bis hin zu neuen adaptiven Phänotypen gemacht werden. Dabei interessiert uns, wie Mutationsraten, die sich je nach Position unterscheiden, und unterschiedliche Umwelten auf diese Prognosen auswirken.

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Evolution von Genen aus Zufallssequenzen

2017 Tautz, Diethard

Evolutionsbiologie Genetik

Wie entstehen in der Evolution neue Gene? Lange nahm man an, dass dies nur durch Duplikation und Rekombination existierender Gene möglich ist. Ein Evolutionsexperiment zeigt nun, dass ein großer Teil zufällig zusammengesetzter Proteine das Wachstum von Zellen positiv oder negativ beeinflussen kann. Mit diesem Ergebnis lässt sich erklären, wie Gene auch aus nicht-kodierender DNA im Genom entstehen können. Gleichzeitig eröffnet sich damit eine praktisch unerschöpfliche Quelle für neue bioaktive Moleküle für pharmakologische und biotechnologische Anwendungen.

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Zugvogelgenetik – wie finden Vögel ihren Weg?

2016 Liedvogel, Miriam

Evolutionsbiologie Genetik Verhaltensbiologie

Zugvögel fliegen auf ihrer Reise zielgenau über tausende von Kilometern, oft über Kontinente hinweg, in ein Überwinterungsgebiet, in dem sie noch nie zuvor gewesen sind. Und das ohne die Hilfe ihrer Eltern, dafür aber mit bewundernswerter Genauigkeit. Wie schaffen sie das? Züchtungsversuche haben gezeigt, dass die Zugrichtung und das Zeitprogramm des Vogelzugs eine genetische Grundlage haben. Der Vogel weiß also, wann er wie lange in welche Richtung fliegen muss, um rechtzeitig im Winter in wärmeren Gefilden zu landen. Wir möchten verstehen, welche Gene hierbei eine Rolle spielen.

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Wie man durch Modelle die Entstehung des Erbguts und die Bildung von Arten beschreiben kann

2015 Dutheil, Julien Y.

Entwicklungsbiologie Evolutionsbiologie Genetik

Ein Modell zu erstellen, in dem die Entwicklung des gesamten Genoms einer Population unter Berücksichtigung von Rekombinationen und Mutationen abgebildet wird, ist eine Herausforderung. Daher sind neuartige Modelle entwickelt worden, in denen Vereinfachungen der Koaleszenztheorie eingebaut sind. Sie lassen den Prozess der Artenbildung, auch der unsrigen Art vor etwa sechs Millionen Jahren, in neuem Licht erscheinen. Um die Modelle aber auf eine Vielzahl von Organismen anwenden zu können, müssen sie komplexe demografische Entwicklungen mit unterschiedlichen Genomregionen verbinden können.

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Phylogenien aus Genomsequenzen berechnen

2014 Haubold, Bernhard

Evolutionsbiologie Genetik

Die Berechnung von Stammbäumen (Phylogenien) ist eine der beliebtesten Anwendungen der Bioinformatik. Dazu werden evolutionäre Abstände zwischen Nukleotid- oder Aminosäuresequenzen geschätzt und daraus die Phylogenie rekonstruiert. Allerdings ist die Abstandsschätzung zwischen langen Sequenzen aufwändig. Daher wurde eine neue Methode zur ultra-schnellen Berechnung von Abständen zwischen Genomen entwickelt.

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