Max-Planck-Institut für Ornithologie, Teilinstitut Radolfzell

Max-Planck-Institut für Ornithologie, Teilinstitut Radolfzell

Vögel stellen ideale Untersuchungsobjekte dar für eine Vielzahl grundlegender biologischer Fragestellungen. So hat zum Beispiel der Vogelgesang Gemeinsamkeiten mit der menschlichen Sprache. Forscher am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen wollen wissen, wie sich Vogelgesang durch Lernprozesse entwickelt hat und welche Rolle dabei neuronale Grundlagen und Hormone spielen. Darüber hinaus befassen sie sich mit der Evolution von Partnerwahl und Partnertreue. Warum unterscheiden sich Individuen in ihrem Paarungsverhalten und wie wirkt sich das auf deren Fortpflanzungserfolg aus? Am Teilinstitut „Vogelwarte Radolfzell“ wird am Vogelzug und an anderen Tierwanderungen geforscht: Wie gelangen Tiere von einem Ort zum anderen und wie überleben sie? Die Daten werden in einer internationalen Datenbank gesammelt und sind auch für den Menschen wichtig, da Vögel oder Insekten häufig Krankheiten verbreiten.

Kontakt

Am Obstberg 1
78315 Radolfzell
Telefon: +49 7732 1501-0
Fax: +49 7732 1501-39

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS for Organismal Biology

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abteilung Kollektivverhalten

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Abteilung Tierwanderungen und Immunökologie

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Außenbordeinsatz für Icarus

Die Antenne für das russisch-deutsche Experiment wurde erfolgreich auf der Internationalen Raumstation montiert

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Störche im Aufwind

Wissenschaftler können vorhersagen, welche Störche im Herbst nach Afrika ziehen und welche in Europa bleiben

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Zentrum zur Erforschung von Tierwanderungen eingeweiht

Mit einem neuen Forschungscenter wollen die Max-Planck-Gesellschaft und die Universität Yale die Erforschung und den Schutz der Biodiversität vorantreiben

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Ohren für Icarus

Russische Rakete bringt Antenne des Tierbeobachtungssystems zur Internationalen Raumstation

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„In zehn Jahren werden wir wissen, welche Tiere Naturkatastrophen vorhersagen können“

Interview mit Martin Wikelski zum geglückten Transport der Icarus-Antenne zur Internationalen Raumstation

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Rund 16-mal am Tag umkreist die International Space Station (ISS) in ungefähr 400 Kilometer Höhe die Erde; für eine Umrundung benötigt sie gut 90 Minuten. Die etwa fußballfeldgroße, seit November 2000 dauerhaft bewohnte Raumstation wird stetig um- und ausgebaut – auch im Dienste der Wissenschaft. In einem fast achtstündigen Außenbordeinsatz haben die beiden russischen Kosmonauten Sergei Prokopjew und Oleg Artemjew am 15. August 2018 die Antenne des Icarus-Systems an der Außenseite der ISS montiert. Damit sind nun alle Icarus-Komponenten an Bord komplett, und die mehrmonatige Testphase kann beginnen.

In der Masse mitzuschwimmen, galt bis vor Kurzem als wenig erstrebenswert. Heute spricht jeder von der Schwarmintelligenz. Aber sind Schwärme wirklich schlauer als der Einzelne? Und nach welchen Regeln funktionieren sie, gibt es überhaupt Regeln? Iain Couzin vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell bringt mithilfe des Computers Ordnung in das vermeintliche Chaos der Schwärme.

Über den größten aller Raubfische weiß die Wissenschaft bislang wenig. Das soll sich ändern: Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, und sein Kollege Taylor Chapple von der Stanford University sind dem Weißen Hai (Carcharodon carcharias) auf der Spur. An der Küste Südafrikas erforschen sie sein Jagdverhalten – mithilfe von Kameras, Hightech-Sendern und Teppich aus dem Baumarkt.

Ziegen sind in vielen Teilen der Welt wichtige Lieferanten von Milch, Fleisch und Fellen. Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, hat mit den genügsamen Tieren aber noch ganz andere Pläne: Er möchte sie zur Vorhersage von Vulkanausbrüchen einsetzen.

Ob Zugvögel auf ihren Reisen rund um den Globus, Wale in den Weiten der Ozeane oder Gnus in den Savannen Afrikas – die großen Tierwanderungen auf der Erde sind ein unvergleichliches Schauspiel. Wohin die Tiere genau ziehen und wie sie sich dabei verhalten, ist in vielen Fällen erstaunlich wenig bekannt. An der Vogelwarte Radolfzell des Max-Planck Instituts für Ornithologie verfolgen Martin Wikelski und seine Team verschiedenste Tierarten mithilfe von Minisendern auf ihren Wanderungen.

Personalreferent/-in

Max-Planck-Institut für Ornithologie, Teilinstitut Radolfzell, Radolfzell 13. November 2018

Das B10K Genom-Projekt – eine weltweite Initiative zur Sequenzierung von Vogelgenomen

2018 Kraus, Robert H. S.

Evolutionsbiologie Verhaltensbiologie Ökologie

Vögel gehören zu den wichtigsten Tiergruppen in der biologischen, aber auch medizinischen und pharmazeutischen Forschung. Neue Verfahren machten die Genomsequenzierung in den letzten Jahren einer breiten Basis zugänglich. Das internationale Projekt B10K hat es zum Ziel, die Genome aller Vogelarten zu sequenzieren. Vergleichende Arbeiten zur Merkmalsevolution auf genomischer Ebene werden zu besserem Verständnis der Biodiversität und einer Verknüpfung mit translationaler Forschung führen. Die Max-Planck-Forscher in Radolfzell arbeiten dazu an der vergleichenden Immunsystemevolution von Vögeln.

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Evolution vor unserer Haustür

2013 Partecke, Jesko

Evolutionsbiologie Physiologie Verhaltensbiologie Ökologie

Dass Städte als neuer Lebensraum von vielen Tieren erfolgreich besiedelt wurden, ist bekannt. Weniger wissen wir aber, welche ökologischen und evolutionären Folgen die Verstädterung von Tieren mit sich bringt. Studien am MPIO Radolfzell zeigen, dass das Stadtleben Verhalten und Physiologie der Tiere grundlegend beeinflusst und dass mikroevolutionäre Veränderungen eine Rolle spielen können. Aktuelle Studien, in denen neueste Radiotelemetrie- und Mikrologger-Technik verwendet wird, sollen den Einfluss künstlichen Stadtlichts auf die tages- und jahreszeitliche Organisation der Tiere aufdecken.

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Dünnschnabel-Walvögel: „Mini-Albatrosse” messen Klimawandel im Südpolarmeer

2010 Quillfeldt, Petra; Masello, Juan Francisco

Klimaforschung Verhaltensbiologie Ökologie

Das Südpolarmeer gehört zu den vom Klimawandel am stärksten beeinflussten Meeresökosystemen. Untersuchungen an Dünnschnabel-Walvögeln, die sich in diesen weiten Meeresgebieten von Zooplankton ernähren, sollen unser Verständnis von den Veränderungen im Ökosystem fördern. Weiterhin werden Anpassungen untersucht, die es den Vögeln ermöglichen, mit den veränderten Bedingungen umzugehen, insbesondere die Flexibilität im Verhalten bei der Kükenversorgung und in der Physiologie, mit der sie Zeitabläufe und Investitionen im Brutzyklus steuern.

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Wann und wohin? Vogelwanderungen auf der Spur

2008 Fiedler, Wolfgang

Verhaltensbiologie Ökologie

Die individuelle Markierung und Verfolgung von Vögeln mittels beschrifteter Fußringe, Peilsender oder anderer Methoden dient zur Ermittlung des Erfolges individueller Überlebensstrategien, demogrfhischer Eckwerte, der Erforschung des Vogelzuges mit all seinen Facetten und der Funktion von Vögeln als Vektoren für Krankheiten, dem Populationsmonitoring, der Erstellung von Modellen zu Überlebensraten, der Beobachtung der Reaktion von Vögeln auf den Klimawandel und zur Beschaffung von Basisdaten für den Artenschutz.

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Dichtung oder Wahrheit: sexuelle Signale bei Vögeln

2006 Peters, Anne

Verhaltensbiologie Ökologie

Farbenfrohe Ornamentierung ist häufig ein Kriterium der Partnerwahl bei Vögeln. Die Weibchen bevorzugen stets Männchen mit der höchsten Ausprägung dieser Merkmale. Dass die gelbe Schnabelfarbe verlässlich, also "ehrlich" ist im Hinblick auf Immunkompetenz und Fruchtbarkeit, konnten Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Ornithologie jüngst an Stockerpeln zeigen. Sie fanden einen Abgleich (Trade-off) mit Immunfunktionen, der theoretisch die Ehrlichkeit sexueller Signale gewährleisten kann, zum einen durch Testosteron, welches die Ausprägung sexueller Merkmale fördert, aber Immunität unterdrückt, zum anderen durch Karotinoide, Farbstoffe, die in Ornamenten verwendet werden können oder Immunfunktionen unterstützen.

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