Innovationspreis der deutschen Wirtschaft 2014

Start-up Abberior Instruments GmbH gewinnt Innovationspreis

18. März 2014

Sieger des 33. Innovationspreises der deutschen Wirtschaft ist die Göttinger Abberior Instruments GmbH. Die Ausgründung der Abteilung NanoBiophotonik am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie setzte sich in der Kategorie Start-up gegen rund 140 Mitbewerber durch. Sie erhält die Auszeichnung für das erste kommerziell entwickelte hochauflösende RESOLFT-Mikroskop. Die Preisverleihung fand am 15. März 2014 im Rahmen einer festlichen Gala in Frankfurt am Main statt.

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Gerald Donnert (Mitte) und Heinz Riesenhuber (rechts) bei der Preisverleihung in Frankfurt/Main.

Die Abberior Instruments GmbH habe sich mit Know-how und neuen, kommerziell nutzbaren Ideen durchgesetzt. Neben der Innovationshöhe hätten auch die Marktchancen und die Wirtschaftlichkeit überzeugt, begründete die Jury die Auszeichnung des jungen Unternehmens mit dem diesjährigen Innovationspreis der deutschen Wirtschaft. Auch die Anwendungsmöglichkeiten und Synergieeffekte sowie der Nutzen für die Gesellschaft haben die Jury beeindruckt.

„Der Innovationspreis ist eine tolle Anerkennung und Ehre für unsere junge Firma und würdigt gleichzeitig unser Engagement und unsere Risikobereitschaft, Innovationen in der Mikroskopie eigenverantwortlich zu vermarkten“, sagt Gerald Donnert, Geschäftsführer der Göttinger Abberior Instruments GmbH. Der Physiker hat viele Jahre in der Abteilung NanoBiophotonik von Max-Planck-Direktor Stefan Hell auf dem Gebiet der hochauflösenden Mikroskopie geforscht. Gemeinsam mit Stefan Hell, anderen Abteilungskollegen sowie Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, wo Hell ebenfalls eine Abteilung leitet, hob er das auf hochauflösende Lichtmikroskope spezialisierte Unternehmen im Jahr 2012 aus der Taufe. Die Grundlage für die Ausgründung der Abberior Instruments GmbH war die bahnbrechende Entdeckung am Göttinger MPI für biophysikalische Chemie, dass man die Abbesche Beugungsgrenze mit einem Trick überwinden und das Auflösungsvermögen herkömmlicher Lichtmikroskope um das bis zu Zehnfache steigern kann – und prinzipiell noch mehr. Dabei werden eng benachbarte Details unter Verwendung eines speziellen Lichtstrahls sequenziell dunkel gehalten, sodass sie nicht auf einmal, sondern nacheinander aufleuchten. Sie können somit im Lichtmikroskop unterschieden werden.

„Wie jede wichtige Entdeckung mit Anwendungsrelevanz hat auch das neue RESOLFT-Mikroskop wirtschaftliches Potential“, erläutert Hell. Ähnlich wie die am MPI für biophysikalische Chemie entwickelte STED-Mikroskopie ermöglicht die RESOLFT-Technologie scharfe Aufnahmen kleinster Zellstrukturen. Anders als alle anderen hochauflösenden Methoden benötigt ein RESOLFT-Mikroskop jedoch deutlich weniger intensives Licht. Es ist daher besonders gut geeignet, um lebende Zellen und Gewebe auch über lange Zeiträume auf der Nanoskala zu untersuchen.

„Es liegt doch auf der Hand: Wenn es ein besseres Mikroskop gibt, mit dem man noch genauer in den Nanokosmos lebender Zellen blicken kann, wollen Wissenschaftler dieses Mikroskop in ihren Labors einsetzen“, so Hell. Donnert sieht die Einsatzgebiete des RESOLFT-Mikroskops vor allem in den Lebenswissenschaften und der Medizin. „In letzter Konsequenz sind unsere Mikroskope Werkzeuge, mit denen man dort grundlegende Entdeckungen machen kann, die in Zukunft allen zugutekommen. Wir von Abberior Instruments haben uns zum Ziel gesetzt, von Göttingen aus Forscher aus aller Welt mit den schärfsten und leistungsfähigsten Lichtmikroskopen auszustatten, die man zurzeit bauen kann.“

Über den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft

Mit dem Ersten Innovationspreis der Welt werden seit dem Jahr 1980 jährlich wissenschaftliche, technische, unternehmerische und geistige Neuerungen der deutschen Wirtschaft geehrt. Vergeben wird die Auszeichnung in den vier Kategorien Großunternehmen, Mittelstand, Start-up und Innovative Personalkonzepte. Die Preisträger haben das Recht, die Auszeichnung, das Logo und die Marke des Innovationspreises werblich zu nutzen. Schirmherren des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft sind die Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Wirtschaft und Technologie. Für den diesjährigen Innovationspreis der deutschen Wirtschaft bewarben sich insgesamt 320 Unternehmen in den vier Kategorien.

Über die Abberior Instruments GmbH

Das Göttinger Unternehmen ist auf hochauflösende Lichtmikroskope spezialisiert. Gegründet wurde die Abberior Instruments GmbH im Jahr 2012 von Gerald Donnert, Alexander Egner, Benjamin Harke, Stefan Hell, Lars Kastrup, Matthias Reuss und Andreas Schönle. Es handelt sich um eine Ausgründung aus der Abteilung NanoBiophotonik am Göttinger MPI für biophysikalische Chemie sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.

ms/cr/HR

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