Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung ist eines der weltweit führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Ethnologie. Es hat seine Arbeit 1999 mit den Gründungsdirektoren Chris Hann (Resilienz und Transformation in Eurasien) und Günther Schlee (Integration und Konflikt) in Halle (Saale) aufgenommen. Im Jahr 2012 wurde Marie-Claire Foblets (Recht & Ethnologie) zur dritten Direktorin ernannt. Forschungsleitend ist die vergleichende Untersuchung gegenwärtiger sozialer Wandlungsprozesse. Auf diesem Gebiet leisten die Wissenschaftler des Institutes einen wichtigen Beitrag zur ethnologischen Theoriebildung, befassen sich aber oft auch mit Fragestellungen und Themen, die im Mittelpunkt aktueller politischer Debatten stehen. Feldforschungsaufenthalte sind ein fester Bestandteil fast aller Projekte.

Kontakt

Advokatenweg 36
06114 Halle (Saale)
Telefon: +49 345 2927-0
Fax: +49 345 2927-502

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat mehrere International Max Planck Research Schools (IMPRS):

IMPRS on Retaliation, Mediation and Punishment
IMPRS for the Anthropology, Archaeology and History of Eurasia

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abteilung Resilienz und Transformation in Eurasien

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Abteilung Integration und Konflikt

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Rückkehr oder Neuanfang?

Somalische Flüchtlinge ziehen nicht nur von Afrika nach Europa, es gibt auch eine Gegenbewegung. Ein Projekt am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle fragt nach den Beweggründen und untersucht die Folgen.

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Neue Einsichten zum Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft

Wie wirken sich moralische und ethische Überzeugungen auf lokale Ökonomien aus und wie beeinflussen sie den globalen Kapitalismus? Das ist die zentrale Frage eines jetzt eingeweihten Max Planck - Cambridge Centres, an dem Forscher zweier Max-Planck-Institute und der Universität Cambridge zusammenarbeiten.

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Modell für mehr Miteinander

Sie gilt als goldenes Zeitalter der Toleranz: die Convivencia – eine Epoche friedlichen Zusammenlebens von Muslimen, Juden und Christen im mittelalterlichen Spanien.

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„Die andere Seite der Medaille“

Max-Planck-Direktorin Marie-Claire Foblets über die institutsübergreifende Forschungsinitiative zu Migration, Integration und Exklusion

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Die Kehrseite der Medaille

Der UNESCO-Welterbe-Titel bringt außer Prestige auch manchen Nachteil. Christoph Brumann vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle hinterfragt das Vergabeverfahren und untersucht die unterschiedlichen Folgen des Welterbe-Titels für die Bewohner vor Ort.

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Max-Planck-Wissenschaftler kooperieren mit Partnern in mehr als 110 Ländern dieser Erde. Hier schreiben sie über persönliche Erlebnisse und Eindrücke. Lale Yalçın-Heckmann, Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle, untersucht am Beispiel des traditionellen Rosenanbaus in der Türkei Werte und moralische Ideen rund um wirtschaftliche Handlungen.

Wer ausgeschlossen ist, wird leicht übersehen. Exklusion kann ganz unterschiedliche Ursachen und Konsequenzen haben – auch in Zusammenhang mit Migration. Sechs Max-Planck-Institute haben sich in einem institutsübergreifenden Projekt des Themas angenommen. Darin gehen sie unter anderem der Frage nach, warum Einwanderer oft ihre gute Gesundheit einbüßen. Sie ergründen, was geflüchtete Somalier dazu bewegt, von Europa nach Kenia zu ziehen, und welche Folgen der EU-Türkei-Deal für die Rechte von Asylbewerbern in Griechenland hat. Das gemeinsame Ziel: Exklusion sichtbar machen und faire Regeln für Migration erarbeiten.

Sie gilt als goldenes Zeitalter der Toleranz: die Convivencia – eine Epoche friedlichen Zusammenlebens von Muslimen, Juden und Christen im mittelalterlichen Spanien. Bis heute lebt der Mythos dieser Ära fort. Forscherinnen und Forscher der Max-Planck-Institute für ethnologische Forschung in Halle und für Wissenschaftsgeschichte in Berlin untersuchen die Historie der Convivencia und ihre Vorbildfunktion für die heutige Zeit.

Schiffe waren lange Zeit die schnellsten Verkehrsmittel, und sie konnten Menschen und Güter in großer Zahl transportieren. So wurden Meere zu einem Kontakt- und Handelsraum für unterschiedliche Nationen. Hafenstädte dienen noch heute als Knotenpunkte und bilden Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Am Beispiel des Indischen Ozeans erforschen Burkhard Schnepel und sein Team am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, wie sich über das Wasser hinweg vielfältige Netzwerke entwickelt haben.

Schiffe waren lange Zeit die schnellsten Verkehrsmittel, und sie konnten Menschen und Güter in großer Zahl transportieren. So wurden Meere zu einem Kontakt- und Handelsraum für unterschiedliche Nationen. Hafenstädte dienen noch heute als Knotenpunkte und bilden Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Am Beispiel des Indischen Ozeans erforschen Burkhard Schnepel und sein Team am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, wie sich über das Wasser hinweg vielfältige Netzwerke entwickelt haben.

Terroristische Anschläge wie die Attentate von Paris lassen uns mit Angst und Abscheu, aber vor allem mit Unverständnis zurück. Was Menschen dazu bewegt, wahllos andere umzubringen, können wir nicht nachvollziehen und wollen es meist auch gar nicht. Wir sollten jedoch versuchen, Terroristen zu verstehen, meint unser Autor. Nur so können wir die Ursachen der Gewalt bekämpfen.

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Mensch und Land

2018 Schlee, Günther

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Die Beziehungen zwischen Gruppen von Menschen und dem Land, das sie bewohnen, sind heterogener und komplexer als jemals zuvor. Die Abteilung „Integration und Konflikt“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung ergründet die Logik kollektiver Identifikation und Gruppenzugehörigkeit und die verschiedenen Formen von Besitzansprüchen, die mit diesen Beziehungen einhergehen. Im Süden Äthiopiens sehen sich Agropastoralisten einer zunehmenden Landnahme durch die Zuckerrohrindustrie gegenüber, die sich in den Händen von Investoren aus anderen Landesteilen und aus dem Ausland befindet.

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Konnektivität in Bewegung: Der Indische Ozean als maritime Kontakt- und Austauschzone

2017 Schnepel, Burkhard

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Der Indische Ozean ist mit 69 Millionen Quadratkilometern der drittgrößte Ozean der Welt. Er verbindet Afrika, Westasien, den Indischen Subkontinent und die malaiische Inselwelt; schon früh führte er zudem Seefahrer über das Südchinesische Meer bis nach China. Seit gut 5.000 Jahren wird der Indik, zunächst in Teilgebieten, befahren. War der Monsun-Code (südwestliche Winde im Sommer, nordöstliche im Winter) um die Zeitenwende erst einmal entziffert, konnte der Ozean schon im Zeitalter der Segelschifffahrt vollständig durchfahren werden.

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Märkte in Bewegung. Vietnams Kleinhändler auf dem Weg der Marktwirtschaft

2016 Endres, Kirsten W.

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Eine Gruppe von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung untersucht die vielfältigen Facetten des Kleinhandels im heutigen Vietnam. Ihre Arbeiten zeigen, dass sich Märkte auf uneinheitliche Weise konstituieren und transformieren. Dies geschieht maßgeblich im Zusammenspiel von globalen Prozessen, nationalen Entwicklungsvisionen und alltäglichen Interaktionen zwischen Händlern, Lieferanten, Kunden und Amtsträgern.

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Die normativ-technologische Konstruktion einer Wertschöpfungskette: Arganöl aus Marokko

2015 Turner, Bertram

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Die weltweite Vermarktung von Arganöl zeigt beispielhaft, wie transnationale Netzwerke durch das Zusammenwirken von technologischer Innovation und transnationalen Rechtsfiguren ein lokales Grundnahrungsmittel als Nischenprodukt, gastronomische Spezialität und industriellen Rohstoff auf dem Weltmarkt platzieren. Dabei werden lokale Wissensbestände als Ressource durch Bioprospektion, Recht und Marktregulierung in kapitalisierbares intellektuelles Eigentum überführt. Dies hat Auswirkungen auf lokale Rechtsverhältnisse und die Lebensbedingungen der Bevölkerung.

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Abhängig von sozialen und politischen Bedingungen innerhalb einer Gesellschaft dienen Sprachen und bestimmte Sprachgebräuche und -stile der sozialen Inklusion und Exklusion. Sie können gemeinsame Identität stiften, Grenzen zwischen Gruppen schaffen und abbauen. Das Verhältnis von Sprache und Identität in postkolonialen Gesellschaften wird bis heute auch von den politischen Herrschaftsstrukturen der einstigen Kolonialmächte geprägt, die sich auch mit Blick auf Sprachideologien voneinander unterschieden.

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