Praktische Hilfe für das Mülheimer Gesundheits- und Rettungswesen

Das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung produziert Hand-Desinfektionsmittel

16. April 2020

Einen praktischen Hilfsbeitrag in der Corona-Krise liefert das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim. Dessen Versuchsanlage im Technikum des chemischen Instituts produziert seit zwei Wochen Hand-Desinfektionsmittel für das lokale Gesundheits- und Rettungswesen. Dazu kooperiert das Institut mit der Stadt und der Mülheimer Feuerwehrdirektion. „Wir können mit unserer Expertise und Ausstattung sehr gut Hand-Desinfektionsmittel gemäß den strengen Anforderungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herstellen und freuen uns, so einen Beitrag gegen Engpässe in dieser Zeit zu leisten“, so Tobias Ritter, der als Direktor am Institut die lokale Zusammenarbeit initiierte.

Das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung stellt Desinfektionsmittel her. Im Bild (unten, von li. nach re.): Nils Theyssen, der Leiter des Technikum, Direktor Tobias Ritter, Sven Werner, der Leiter der Feuerwehr, sowie Stadtdirektor Frank Steinfort, Oben (von li. nach re.): Laborant Daniel Dotzauer und Chemietechniker Niklas Fuhrmann

Hauptsächlich werden im Technikum Hochdruckreaktionen durchgeführt, Lösungsmittel getrocknet und destilliert, sowie die chemischen Abfälle des Instituts gesammelt und der kontrollierten Entsorgung zugeführt. Jetzt produziert die Anlage zusätzlich bis zu 500 Liter Desinfektionsmittel täglich.

Die Idee für die Produktion kam von Niels Sadlowski, Sicherheitsingenieur und zuständig für die Arbeitssicherheit des Instituts, der zunächst nur an den Eigenbedarf dachte. Doch rasch war klar, dass die exzellente Forschungsinfrastruktur ebenso gut für das Gemeinwohl eingesetzt werden könnte. Da die administrative Abstimmung reibungslos lief, bekam das Institut schon nach zwei Tagen ‚grünes Licht‘ auch unter Einbeziehung der Bezirksregierung Düsseldorf.

Die ersten 1000 Liter hat das Institut noch aus eigenen Laborsubstanzen produziert. Der Nachschub wird jetzt aus Substanzen hergestellt, die die städtische Feuerwehr anliefert. Denn „die Beschaffung der notwendigen Chemikalien und der 10-Liter Kanister war in der aktuellen Situation sehr herausfordernd“, sagte Nils Theyssen, Leiter des Technikums. Benötigt werden Isopropanol, Wasserstoffperoxid, Glyzerin und Wasser. Der Mülheimer Stadtdirektor würdigte die Initiative kurz vor Ostern mit einem Besuch am Institut.

SK/BA

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