Akademiker sind auch in Hamburg überrepräsentiert

Ein Großteil der Kandidierenden für die Bürgerschaftswahl haben studiert

17. Februar 2020

Hochschulabsolventen sind auf den Wahllisten für die Hamburger Bürgerschaft sehr viel stärker vertreten als in der Bevölkerung von Hamburg. Das zeigt eine Analyse der Kandidatinnen und Kandidaten von CDU, SPD und Grünen, die für die Bürgerschaftswahl in Hamburg am 23. Februar aufgestellt sind. Damit bestätigen sich in Hamburg die Beobachtungen, die Armin Schäfer, Scholar in Residence am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, auf Bundesebene gemacht hat.

Bürgerschaftswahl 2020 in Hamburg: Akademikerinnen und Akademiker sind deutlich überrepräsentiert.

Mehr als 80 Prozent der kandidierenden Politikerinnen und Politiker haben einen Hochschulabschluss. Dem gegenüber stehen weniger als ein Viertel der Hamburgerinnen und Hamburger, die studiert haben. Unter den Kandidierenden haben demnach fast drei Mal so viele einen Studienabschluss wie in der Hamburger Bevölkerung.

Noch deutlicher ist die Differenz bei den Promovierten. 16 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten haben einen Doktorgrad, aber nur knapp 2 Prozent der Hamburger Bürgerinnen und Bürger haben promoviert.

Bürgerschaftswahl 2020 in Hamburg: Bündnis 90/Die Grünen stellen die meisten Kandidierenden mit Hochschulabschluss.

Völlig gegensätzlich verhält es sich mit jenen, die eine Berufsausbildung durchlaufen haben. Während nicht einmal ein Sechstel der Mandatsanwärter eine Lehre absolviert hat, sind es unter den Hamburgerinnen und Hamburgern knapp die Hälfte.

Zwischen den Parteien zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Während bei der CDU jeder vierte Kandidat eine Lehre abgeschlossen hat, trifft das bei den Kandidierenden der SPD nur für jeden achten zu und bei den Grünen nur für jeden zehnten. Dementsprechend haben bei Grünen und SPD an die 90 Prozent der Anwärter studiert. Bei der CDU sind es knapp drei Viertel.

Zur Datenerhebung

Die Daten beschreiben jeweils den Anteil des höchsten beruflichen Abschlusses. Die Zahlen zu den Kandidierenden basieren auf einer Internetrecherche, die den Lebenslauf der 180 Politiker und Politikerinnen auf den Landeslisten von CDU, SPD und Grünen untersucht hat. Von 18 Personen konnte der höchste Berufsabschluss nicht ermittelt werden, weil sich die Person gerade im Studium befindet (11), überhaupt keine Daten vorlagen (4), nur der Schulabschluss bekannt ist (2) oder der allgemeinbildende Schulabschluss der jetzige Bildungsstand ist (1).

Die Informationen über die Hamburger Bevölkerung stützen sich auf den Zensus 2011 des Bundeslandes Hamburg, der die Bevölkerung ab 15 Jahren abbildet.

 Von Annika Eßmann / MEZ

Weitere interessante Beiträge

Zur Redakteursansicht