MaxPlanck@TUM auf Kurs

Die Max-Planck-Gesellschaft und die Technische Universität München setzen gemeinsam auf den Spitzennachwuchs

5. Oktober 2016

Premiere für die Allianz „MaxPlanck@TUM“: Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und die Technische Universität München (TUM) haben sieben herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Max-Planck-Forschungsgruppenleiter und gleichzeitig als Tenure-Track-Professoren der TUM berufen. Damit ist in Deutschland eine Entwicklung in Gang gesetzt, die wegen der spezifischen Fokussierung auf Spitzentalente in der Verbindung universitärer und außeruniversitärer Karrierewege international große Resonanz findet.

Unabhängigkeit zugunsten eigener Forschungskonzepte schon zu Beginn der Laufbahn, hoher Leistungsanspruch, hervorragende Laborausstattung, interdisziplinärer Austausch mit erfahrenen Kollegen: Diese Merkmale charakterisieren das neue Kooperationsmodell von MPG und TUM.

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Karl Duderstadt und Susanne Mertens - zwei der sieben Max-Planck-Forschungsgruppenleiter, die auch auf Tenure-Track-Stellen der TUM berufen wurden.
Karl Duderstadt und Susanne Mertens - zwei der sieben Max-Planck-Forschungsgruppenleiter, die auch auf Tenure-Track-Stellen der TUM berufen wurden.

Das Konzept: Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die von der MPG aus einem internationalen Bewerberpool für die Leitung einer Max-Planck-Forschungsgruppe ausgewählt wurden (Erfolgsquote rund drei Prozent), werden von der TUM in einem synchronisierten Verfahren auf befristete Tenure-Track-Professuren berufen. Daraus begründet sich eine Doppelmitgliedschaft, die zur Integration in beiden Institutionen führt. Nach sechs Jahren entscheidet sich, ob an der TUM der Aufstieg im Professorenkollegium erfolgt, verbunden mit einer permanenten Anstellung (Associate Professor mit W3-Besoldung) und der Option für den weiteren Aufstieg zum Full Professor.

Fünf Wissenschaftlerinnen und zwei Wissenschaftler wurden nun als erste bei „MaxPlanck@TUM“ ernannt und berufen:

  • Karl Duderstadt: Max-Planck-Institut für Biochemie (Martinsried), TUM-Professur für Experimental Biophysics; bisher Zernike Institute for Advanced Materials, Universität Groningen (Niederlande)
  • JuliAjana Gjorgjieva: Max-Planck-Institut für Hirnforschung (Frankfurt), TUM-Professur für Computational Neurosciences; bisher Brandeis University, Waltham (USA)
  • Sherry Suyu: Max-Planck-Institut für Astrophysik (Garching), TUM-Professur für Observational Cosmology; bisher Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics, Taipei (Taiwan)
  • Andreas Grüneis: Max-Planck-Institut für Festkörperforschung (Stuttgart), TUM-Professur für Condensed Matter Physics and Quantum Chemistry; bisher ebenfalls Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, zuvor Universität Wien (Österreich)
  • Elena Hassinger: Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (Dresden), TUM-Professur für Quantum Matter – Experimental Solid State Physics; bisher ebenfalls Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe, zuvor Université de Sherbrooke, Québec (Kanada)
  • Susanne Mertens: Max-Planck-Institut für Physik (München), TUM-Professur für Dark Matter; bisher University of California, Berkeley (USA)
  • Barbara Treutlein: Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig), TUM-Professur für Single Cell Genomics; bisher ebenfalls Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, zuvor Stanford University (USA)

„Frühe Selbstständigkeit und echte Aufstiegschancen“

Für TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann liegen die gemeinsamen Vorteile auf der Hand: „Dieses Konzept steigert die Attraktivität des Forschungsstandorts Deutschland für den Wissenschaftsnachwuchs, gleichzeitig festigt es die Allianz zwischen MPG und TUM. Die frühe Selbstständigkeit in einem exzellenten Forschungsfeld wird mit einer echten Karriereperspektive kombiniert. Dieser Ansatz geht über das internationale Best-Practice-Modell hinaus, weil es auf Spitzenniveau auch institutionell übergreifend wirksam ist.“

Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, sieht in der Kooperation einen zukunftsweisenden Ausbau des Erfolgsmodells „Max-Planck-Forschungsgruppen“, in dem seit 1969 herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler befristet eine eigene Forschungsgruppe an einem Max-Planck-Institut leiten. „Die Verbindung der wissenschaftlich unabhängigen Tätigkeit bei der Leitung einer Max-Planck-Forschungsgruppe an einem der über 80 Max-Planck-Institute mit der Option der unbefristeten Professur an einer Spitzenuniversität ist derzeit einzigartig. Das macht diese neue Kooperation zu einem echten Gewinn für den Wissenschaftsstandort Deutschland im Wettbewerb um exzellente Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt.“

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