Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik

Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik

Viren, Bakterien und andere Parasiten sind eine ständige Bedrohung für den Organismus. Die meisten Lebewesen besitzen deshalb ausgefeilte Verteidigungsstrategien, mit denen sie Eindringlinge bekämpfen. Mit der Entwicklung und Funktionsweise dieser Strategien beschäftigen sich die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie und Epigenetik. Sie erforschen, wie das Immunsystem im Laufe der Evolution entstanden ist – aber auch, wie es sich vom Embryo bis zum ausgewachsenen Organismus entwickelt. Darüber hinaus analysieren die Forscher Gene und Moleküle, die für ein funktionierendes Immunsystem wichtig sind. So wird beispielsweise untersucht, welche Faktoren die Reifung von Immunzellen steuern und wie chemische Veränderungen an der Erbsubstanz DNA die Immunabwehr beeinflussen. Neben der Immunbiologie wurde 2007 ein weiterer Forschungsschwerpunkt geschaffen: die Epigenetik. Sie beschäftigt sich mit der Vererbung von Eigenschaften, die nicht durch Veränderungen der DNA-Sequenz bedingt sind. Diese neue Forschungsrichtung soll zu einem besseren Verständnis genetisch nicht definierbarer Krankheiten und von Krebs führen.

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Stübeweg 51
79108 Freiburg
Telefon: +49 761 5108-0
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Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS for Molecular and Cellular Biology

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Starker Dämpfer für Genaktivität

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Mitte der 1970er-Jahre gelang es Georges Köhler, später Direktor am Freiburger Max-Planck-Institut für Immunbiologie, eine kurzlebige Immunzelle mit einer teilungsfreudigen Krebszelle zu verschmelzen. Heraus kam eine unsterbliche Zellschimäre mit der Fähigkeit, baugleiche („monoklonale“) Antikörper zu produzieren – eine Revolution in der Biologie und Medizin. 1984 bekam Köhler dafür den Nobelpreis, gemeinsam mit César Milstein und Niels Kaj Jerne. Dieses Jahr hätte der früh verstorbene Forscher seinen 70. Geburtstag gefeiert.

Unser Wissen ist ein unsicherer Besitz – die Forschung verändert es ständig. Dabei verwandelt sie Unwissen in Wissen, und in glücklichen Fällen bringt sie neues Unwissen hervor. Unser Autor analysiert die Bedingungen, die für die fortschreitende Erkenntnis besonders fruchtbar sind.

Längst nicht alles liegt in den Genen. Eine wichtige Rolle spielt die Regulierung der Proteinmenge, die nach biochemischen Bauplänen hergestellt wird. Auf einem Kongress diskutierten Biologen kürzlich die Zusammenhänge – und welche Rolle Umwelteinflüsse dabei spielen.

Vor mehr als 50 Jahren entwickelte der Brite Alan Turing ein Modell für die biologische Musterbildung, wie sie etwa Zebras und Leoparden zu ihrer charakteristischen Fellfärbung verhilft. Dass die Mathematik dahinter eine haarige Angelegenheit sein kann, mussten auch die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie und ihre Kollegen der Universität Freiburg feststellen. Doch es gelang ihnen erstmals, Turings Modell experimentell zu bestätigen und die molekularen Schlüsselfiguren bei der charakteristischen Dichte und Verteilung von Haaren auf der Körperoberfläche zu identifizieren.

Sachbearbeiter Finanz- und Rechnungswesen (w/m/d)

Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik, Freiburg 31. Januar 2019

Signalfeuer der Blutbildung

2019 Lefkopoulos, Stylianos; Clapes, Thomas; Trompouki, Eirini

Entwicklungsbiologie Evolutionsbiologie Genetik Medizin

Hämatopoetische Stammzellen (HSZ) sind eine seltene Zellpopulation, die in der Lage ist, alle Blutzellen in unserem Körper zu bilden. Das Verständnis der Mechanismen ihrer Entwicklung, Erhaltung und Aktivierung zeigt uns neue Wege, diese Zellen ex vivo zu verändern und hämatologische Erkrankungen wie Leukämie zu behandeln. Wir nutzen verschiedene Tiermodelle für das Studium ihrer Biologie und konzentrieren uns dabei auf die Rolle von Entzündungssignalen sowie von Transkriptionsfaktoren, die die Entwicklung von HSZ steuern und bei hämatologischen Erkrankungen häufig dereguliert sind.

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Vererbung über die DNA hinaus: Epigenetische Vererbung zwischen Generationen

2018 Zenk, Fides; Iovino, Nicola

Evolutionsbiologie Genetik

Die Frage, ob neben der genetischen Information auch epigenetische Veränderungen an die nächste Generation vererbt werden, beschäftigt die Forschung schon lange. Diese Studie zeigt, dass eine epigenetische Modifikation, H3K27me3, durch die mütterliche Keimbahn vererbt wird und die Genexpression während der frühen Embryonalentwicklung beeinflusst.

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Steine im Mosaik: Welche Zellen bilden unsere Organe und woher kommen sie?

2017 Grün, Dominic

Entwicklungsbiologie Immunbiologie

Jedes Organ in unserem Körper setzt sich aus einer Vielzahl einzelner Zellen zusammen. Der Schlüssel zum Verständnis der Funktion eines Organs ist die Kenntnis der unterschiedlichen Zelltypen, die ihrerseits verschiedene Funktionen ausüben, und ihrer Entwicklungswege, beginnend bei sogenannten Stammzellen. Innovative neue Methoden der Molekularbiologie erlauben nun die gleichzeitige Messung tausender Moleküle in einzelnen Zellen. Damit kann eine Art Fingerabdruck erstellt werden, der es erlaubt Zelltypen verschiedener Funktion zu unterscheiden und ihre Entwicklungswege zu kartieren.

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Organellen ins rechte Licht gerückt – Filme aus den metabolischen Zentren von Immunzellen

2017 Rambold, Angelika

Entwicklungsbiologie Immunbiologie Infektionsbiologie

Wenn Erreger in unseren Körper gelangen, bekämpfen Immunzellen die Eindringlinge und schützen uns vor Krankheiten. Um solch ein Abwehrprogramm zu starten, müssen Immunzellen ihren Energiehaushalt auf diese neuen Anforderungen einstellen. Untersucht wird, wie Kompartimente einer Zelle, sogenannte Organellen, als Schaltzentren von Stoffwechselwegen wirken, um den Energiehaushalt von Immunzellen zu regulieren. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, wie Organellen zusammenarbeiten, damit Stoffwechselwege optimal eingestellt sind und effektive Immunantworten ermöglichen.

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Die Rolle der molekularen Chaperone bei der Transkription: Auswirkungen in der Biomedizin und Evolution

2016 Hummel, Barbara; Yoveva, Aneliya; Sawarkar, Ritwick

Entwicklungsbiologie Evolutionsbiologie Genetik Immunbiologie Infektionsbiologie Medizin

Molekulare Chaperone sind für ihre Rolle bei der Faltung von Proteinen im Cytosol bekannt. Der Forschungsschwerpunkt der Forschergruppe ist es, Chaperone, die am Chromatin agieren, zu untersuchen. Im Jahr 2015 wurden zwei wichtige Aspekte des chaperonings am Chromatin entdeckt. Erstens wurde die mechanistische Grundlage des Pufferns genetischer Variationen in Gen-Promotoren aufgeklärt. Zweitens wurde ein unvoreingenommenes Interaktionsnetzwerk von Hsp90 am Chromatin in menschlichen Zellen enthüllt, das den Weg zum Verständnis der Anti-Krebs-Eigenschaften von Hsp90-Inhibitoren ebnet.

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