Bibliotheca Hertziana - Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte

Bibliotheca Hertziana - Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte

Die Bibliotheca Hertziana gilt als ein weltweit einmaliges Zentrum zur Erforschung der italienischen Kunstgeschichte. Hervorgegangen aus einer Stiftung von Henriette Hertz (1846–1913) wurde sie bereits 1913 als Institut der damaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Rom eröffnet. Das Institut widmet sich der Erforschung der bildenden Kunst und Architektur von der Nachantike bis ins 20. Jahrhundert sowie deren Bedeutung für die europäische Kulturgeschichte. Traditionelle Schwerpunkte sind die Epochen der Renaissance und des Barock.

In den letzten Jahren entstanden am Institut Forschungsdatenbanken zur römischen Malerei sowie zur Architekturzeichnung in der frühen Neuzeit. Weitere Projekte widmen sich der Wissensgeschichte der Architektur, dem künstlerischen Austausch mit Nordeuropa sowie der Geschichte des Instituts.

Kontakt

Via Gregoriana 28
00187 Rom, Italien
Telefon: +39 0669993 1
Fax: +39 0669993 333

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

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Drei Max-Planck-Institute stellen auf der MS Wissenschaft eigene Projekte vor

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Filigrane Heiterkeit

Filigrane Heiterkeit

15. Januar 2013

Nach zehn Jahren Bauzeit hat am 15. Januar die Bibliotheca Hertziana in Rom ihren Neubau eröffnet. Mehr als 300 Gäste aus dem deutsch-italienischen Kulturleben, der Politik und Kurie waren zu dem Festakt geladen.

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Richtfest in Rom

14. Mai 2008

Die Bibliotheca Hertziana hat - nach fünf Jahren Bauzeit - den Neubau ihrer Bibliotheks- und Lesesäle gefeiert

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Caravaggio gehört zu den einflussreichsten Künstlern des Frühbarocks. Besonders bekannt ist er für seine dramatische Lichtgestaltung. Das Verfahren dafür hütete er wie ein Betriebsgeheimnis. So bildeten sich schon zu Lebzeiten zahlreiche Legenden um den Maler. Sybille Ebert-Schifferer, Direktorin an der Bibliotheca Hertziana in Rom, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Image Caravaggios zu entmythisieren.

Das weit aufgerissene, furchterregende Höllenmaul in der Via Gregoriana in Rom – zu Zeiten Federico Zuccaris führte es direkt in den Garten des Palazzos, den der berühmte Maler Ende des 16. Jahrhunderts auf dem Monte Pincio für sich und seine Familie errichten ließ. Lange war es verschlossen, doch seit Anfang des Jahres eröffnet es nun den Zugang in ein Paradiesfür Kunsthistoriker und alle an Kunstgeschichte Interessierten. Von der Straße aus kaum zu sehen, erhebt sich hinter den denkmalgeschützten Mauern ein kompakter und doch filigraner Neubau, der die fast 300 000 Bände umfassende Bibliothek sowie die Fotothek der Bibliotheca Hertziana beherbergt. Von der Mäzenatin Henriette Hertz Anfang des 20. Jahrhunderts testamentarisch der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vermacht, feiert die Bibliotheca Hertziana als Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Heute umfasst sie neben dem Palazzo Zuccari, dem im wahrsten Sinne des Wortes „Hertz“-Stück des Instituts, auch den angrenzenden Palazzo Stroganoff sowie den gegenüberliegenden Villino Stroganoff. Mit dem spektakulären Bibliotheksneubau des spanischen Architekten Juan Navarro Baldeweg wird nun nach mehr als zehnjähriger Bauzeit die weltweit einmalige Bibliothek des Instituts wieder für die Öffentlichkeit und für Forscher aus aller Welt zugänglich gemacht.Fünf Ebenen zurückgestufter Galerien umspannen einen trapezförmigen Innenhof und bieten den Wissenschaftlern lichtdurchflutete Arbeitsbereiche. Von den Fenstern aus schweift der Blick über Rom: So haben die Kunsthistoriker ihre Forschungsobjekte direkt vor Augen. Ein wahrhaft paradiesischer Garten der Wissenschaften.

Um 1900 trafen sich im Palazzo Zuccari Künstler, Wissenschaftler und Gelehrte, vereint durch ihre Begeisterung für die italienische Kunst. Gastgeberin dieses schöngeistigen Salons war eine deutsche Kunstliebhaberin und Mäzenin − Henriette Hertz. In der Bibliotheca Hertziana, die sie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vermachte, leben ihre Ideen bis heute fort.

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Bei der Missionierung der Neuen Welt dienten Kunstwerke dazu, den katholischen Glauben und den rechten Bilderkult zu verbreiten. Als Rosa de Santa María aus Lima 1668 seliggesprochen und 1671 kanonisiert wurde, musste ihre Ikonografie geschaffen und bekannt gemacht werden. Ein Gemälde von Lazzaro Baldi und eine Marmorskulptur von Melchiorre Cafà zeigen, wie das Machtverhältnis zwischen dem päpstlichen Rom und dem spanischen Lima künstlerisch verhandelt und dabei Fragen der Materialität und Idolatrie transkulturell ausgelotet wurden.

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Um 1600 erlebt die moderne Landschaftsmalerei in Europa ihre erste große Blüte als eigenständige künstlerische Form. Ein Forschungsprojekt der Bibliotheca Hertziana untersucht den Anteil niederländischer Künstler in Rom an dieser Entwicklung. Im Vergleich exemplarischer künstlerischer Werdegänge zeigt sich, dass die neue Sicht auf die Landschaft nicht allein aus einem intensiven Naturstudium hervorgeht, sondern auch Ergebnis eines vielschichtigen kulturellen Austauschs ist, der mit einer Migrationserfahrung beginnt.

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Historische Räume lassen sich nur anhand ihrer Darstellungen in verschiedenen Medien rekonstruieren. Ein Projekt an der Bibliotheca Hertziana widmet sich neben der exemplarischen Rekonstruktion vormoderner Räume Süditaliens und Neapels den historischen Raumkonstruktionen selbst. Eine Untersuchung des Zusammenspiels mehrerer raumkonstruierender Medien soll den historischen Prozess nachvollziehen, in dem Räume kollektiv wahrgenommen und definiert wurden. Ziel ist es, ein dynamisches Raummodell zu entwickeln, in dem kunsthistorische Objekte differenzierter verortet werden können.

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Roma communis patria. Die Nationalkirchen in Rom zwischen Mittelalter und Neuzeit

2015 Kubersky-Piredda, Susanne; Daniels, Tobias

Kulturwissenschaften

An der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom, beschäftigt sich eine Minerva-Forschungsgruppe mit den Nationalkirchen im Rom der frühen Neuzeit. Zentral ist die Frage, wie sich kollektive Identitäten und ihre künstlerischen Ausdrucksformen in der Ewigen Stadt ausgebildet haben. Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern unterzieht die landsmannschaftlichen Institutionen der Tiberstadt und ihre Kunst erstmals einer übergreifenden Analyse, um am römischen Beispiel die Grundlagen des historisch gewachsenen Europas zu verdeutlichen.

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Deutsche Kunsthistoriker, die zur Emigration gezwungen waren, haben ihre Forschungen losgelöst von der ursprünglichen, die Denkweise stark beeinflussenden Sprach- und Gelehrtentradition in neuem Umfeld und anderer Sprache fortgesetzt. Dabei hat sich ihre wissenschaftliche Sprache transformiert. Ein Forschungsprojekt an der Bibliotheca Hertziana untersucht, wie sich der Ansatz Aby Warburgs in den Schriften seiner Nachfolger verändert hat und welche Konsequenzen die Sprache und ihre jeweilige kulturelle Forschungstradition für das Studium der bildenden Kunst haben.

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