Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht

Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht

Das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht (ehemals Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht) gliedert sich in drei Forschungsabteilungen: Kriminologie, Öffentliches Recht und Strafrecht. In der Abteilung Kriminologie wird darüber geforscht, welche individuellen Veranlagungen und welche Umweltfaktoren Menschen dazu bringen, eine Straftat zu begehen. Hierfür werden wissenschaftliche Langzeitstudien mit Verhaltensexperimenten in der Virtual Reality-Welt kombiniert. Die Abteilung Öffentliches Recht beschäftigt sich mit dem Recht der öffentlichen Sicherheit. Untersucht wird, wie die Rechtsordnung auf Gefahren reagieren kann, um möglichst Straftaten und andere Schäden bereits im Vorfeld zu verhindern. In der Abteilung Strafrecht wird zu den Grundlagen des Strafrechts, zu Verbotsnormen und Kriminalstrafen unter den Bedingungen von Globalisierung und der sozialen wie kulturellen Fragmentierung von gesellschaften geforscht. Die Forschungsausrichtung des Instituts ist grundlagenorientiert und durch den interdisziplinären rechts-, sozialwissenschaftlichen und psychologischen Forschungsansatz zugleich anwendungsorientiert.

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Günterstalstr. 73
79100 Freiburg
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Nach den Angriffen randalierender Jugendlicher auf Polizisten in Stuttgart und der Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA erklärt Max-Planck-Direktor Ralf Poscher im Interview die unterschiedlichen Kulturen der Polizei hier und in den USA und die Möglichkeiten, Diskriminierung vorzubeugen.

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Ein Essay zu Gewalt in Partnerschaften in Zeiten von Covid-19 und wie autoritäre Staatsführung sie verschlimmert

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Überlegungen von Tatjana Hörnle, Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht, zu den Dilemmata bei der Zuteilung von Beatmungsgeräten

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Forschungshighlights 2019

20. Dezember 2019

Viele Veröffentlichungen von Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben 2019 eine gute Medienresonanz erzielt oder hatten große gesellschaftliche Relevanz. Wir haben eine Auswahl getroffen und stellen Ihnen 15 Highlights vor. Ein Rückblick auf ein ereignisreiches Wissenschaftsjahr

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Erste Ergebnisse des Viktimisierungssurvey 2017 zeigen, dass die Angst in der Bevölkerung leicht gestiegen ist

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Im Internet und in den sozialen Medien werden Hate Speech, Propaganda und Desinformation zunehmend zum Problem. Alle Bemühungen, die unerwünschten Inhalte durch Regeln oder Gesetze in den Griff zu kriegen, sind bisher gescheitert. Notwendig wäre eine Diagnose der tiefer liegenden Ursachen, meinen Johanna Rinceanu und Randall Stephenson. Dabei sollte die juristische Herangehensweise Anleihen bei der Medizin nehmen.

In Deutschlands vielfältiger Gesellschaft sorgen nicht nur Polizei und Justiz für Recht und Ordnung. Es gibt Gemeinschaften, die Konflikte mit eigenen Mitteln regulieren: etwa Familienclans mit ausländischen Wurzeln, aber auch Rockerbanden oder Reichsbürger. Hatem Elliesie vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle und Clara Rigoni vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht sind dem Phänomen auf der Spur.

Lügde, Bergisch Gladbach, Münster – die Serie von Kindesmissbrauchsfällen scheint nicht abzureißen. Die Forderungen nach härteren Strafen für die Täter werden immer lauter, das Bundesjustizministerium hat Anfang Juli erste Reformvorschläge vorgelegt. Doch welche Wirkung könnten schärfere Gesetze haben? Tatjana Hörnle, Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht ist da skeptisch. Die Juristin befasst sich seit Jahren mit dem Thema Missbrauch.

Carolin Hillemanns vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht hat sieben Monate mit ihrer Familie in Kalifornien gelebt. Dort ist sie einem Fahrraddieb, vielen Obdachlosen, nur einem einzigen Trump-Anhänger und außerordentlich herzlichen und großzügigen Nachbarn begegnet.

In keinem anderen Bundesland werden so viele Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen wie in Bayern: Rund 60000 sind es im Jahr, fast zweieinhalbmal so viele wie in Baden-Württemberg. Nun novelliert der Freistaat das entsprechende Gesetz. Wie in anderen Bundesländern soll es künftig als Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz firmieren. Doch der Gesetzentwurf hatte zunächst nicht zum Ziel, den Patienten zu helfen, kritisiert unsere Autorin. Stattdessen schürte die Politik Vorurteile gegen psychisch kranke Menschen.

Aushilfe (m/w/d) für die Veranstaltungsbetreuung

Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht, Freiburg 6. Oktober 2022

Mitarbeiter*in für das Forschungslabor der Abteilung Kriminologie in Teilzeit (19,5 Stunden/Woche)

Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht, Freiburg 26. September 2022

Diplom-Bibliothekar*in bzw. Bachelor-Bibliothekar*in

Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht, Freiburg 9. September 2022

Entwicklung eines periodischen Überwachungsbarometers für Deutschland

2021 Poscher, Ralf; Kilchling, Michael; Landerer, Lukas

Rechtswissenschaften

In der rechtspolitischen Diskussion wird seit Langem kontrovers über die Notwendigkeit einer gesamtheitlichen Erfassung und verfassungsrechtlichen Bewertung der zahlreichen Überwachungsbefugnisse der Sicherheitsbehörden debattiert. Wir entwickeln nun erstmals ein Konzept zum Aufbau eines periodischen Überwachungsbarometers. Auf der Basis eines theoretisch und empirisch unterlegten Modells entsteht ein Instrumentarium, mit dem die reale Überwachungslast gemessen und bewertet werden kann. Ziel ist die Sichtbarmachung der damit einhergehenden Freiheitsbelastung der Bürgerinnen und Bürger.

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Das Dilemma der Triage

2020 Hörnle, Tatjana

Rechtswissenschaften

Die COVID-19-Pandemie hat zeitweise dazu geführt, dass nicht alle lebensgefährlich Erkrankten behandelt werden konnten. Ein Triage-Gesetz existiert nicht. Welche Auswahlkriterien – wie Alter oder die Erfolgsaussicht einer Behandlung – angemessen und zulässig sind und wer diese festlegt, ist hochumstritten. Welche Vorgaben ergeben sich aus der Verfassung und dem Strafrecht? Ist Ex-post-Triage eine Straftat? Wir haben mit Fachleuten verschiedener Disziplinen solche ethischen und rechtlichen Fragen aufgearbeitet.

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Predictive Policing – eine Evaluationsstudie zu vorhersagebasierter Polizeiarbeit

2019 Gerstner, Dominik

Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Vor dem Täter am Tatort? Damit wird oft für sogenannte Predictive-Policing-Software geworben. Ob das funktioniert, wollte das Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht evaluieren: Mit einer von der Polizei Baden-Württemberg eingesetzten Software sollte in einem Pilotprojekt geprüft werden, ob sich für bestimmte Gebiete eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von künftigen Wohnungseinbrüchen vorhersagen lässt. Dies ist begrenzt möglich, aber die kriminalitätsmindernden Effekte sind moderat. Innerhalb der Polizei wurde der Einsatz kontrovers bewertet.

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Terrorismus, Cybercrime und andere komplexe Kriminalität führen weltweit zu einem Paradigmenwechsel in der Kriminalitätskontrolle. Es entsteht eine neue Architektur des Sicherheitsrechts, in der das Strafrecht mit anderen, präventiven Rechtsregimen zusammenwächst. Bestimmte Kriminalitätsformen können dadurch effektiver bekämpft werden. Zugleich geraten jedoch klassische rechtsstaatliche Garantien des Strafrechts in Gefahr, wenn nicht gleichzeitig auch eine neue Architektur der Freiheitsrechte mitentwickelt wird.

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Behandlung, Resozialisierung, Rückfallgefahr: Sexualstraftäter in den sozialtherapeutischen Anstalten Sachsens

2016 Wößner, Gunda; Albrecht, Hans-Jörg

Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht untersucht, wie verschiedene Faktoren die Rückfallquote von aus der Haft entlassenen Sexualstraftätern beeinflussen. Eine zentrale Frage ist, inwiefern die Behandlung in den sozialtherapeutischen Anstalten eine erneute Sexualdelinquenz vermeiden helfen kann. In Analysen zur Situation nach der Entlassung wird die Rolle des Wiedereingliederungsprozesses betrachtet. Schließlich werden weitere Schutz- und Risikofaktoren, die mit dem Rückfall oder der Legalbewährung im Zusammenhang stehen, untersucht.

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