Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn hat Spuren in der irdischen Landschaft hinterlassen: eine riesige weiße Schüssel, die sich bei Effelsberg in der Eifel in den Himmel erhebt – das 100-Meter-Teleskop. Wenn die Wissenschaftler dort oder an anderen Antennen weltweit nach den Sternen greifen, muss das Wetter nicht unbedingt klar sein, Radiostrahlen durchdringen auch Wolken. In diesem für das menschliche Auge unsichtbaren spektralen Band betrachten die Forscher junge stellare Objekte ebenso wie altersschwache Sterne, Moleküle im interstellaren Medium ebenso wie ferne Radiogalaxien, das Zentrum der Milchstraße oder Magnetfelder sowie Staub und Gas in kosmologischen Entfernungen. Und weil für all dies ein Teleskop allein oft nicht ausreicht, arbeiten die Bonner Radioastronomen mit der sogenannten Interferometrie, indem sie mehrere über den Globus verteilte Antennen zu einem „Riesenauge“ zusammenschalten.

Kontakt

Auf dem Hügel 69
53121 Bonn
Telefon: +49 228 525-0
Fax: +49 228 525-229

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS for Astronomy and Astrophysics

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abteilung Radioastronomische Fundamentalphysik mehr
Abteilung Millimeter- und Submillimeter-Astronomie mehr
Abteilung Radioastronomie/Very-Long-Baseline Radiointerferometrie mehr
<p>Galaxienkern in Nahaufnahme</p>

Astronomen untersuchen den Jet eines supermassereichen schwarzen Lochs mit bisher unerreichter Genauigkeit

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<p>Die ferne Seite der Milchstraße</p>
Astronomen gelingt Rekordmessung für ein besseres Bild unserer Heimatgalaxie. mehr
Galaktische Magnetkraft schon vor 4,6 Milliarden Jahren
Wie eine weit entfernte Galaxie Radiowellen beeinflusst, gibt Hinweise auf die Entstehung von kosmischen Magnetfeldern mehr
Antares‘ turbulenter Lebensabend

Eine Karte der Gasverteilung und –geschwindigkeiten in der Atmosphäre eines roten Überriesen liefert Erkenntnisse über das Ende eines Sterns

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Ein schwarzes Loch im Porträt
Die 30-Meter-Antenne von IRAM ist am Event Horizon Telescope beteiligt, das ins Zentrum der Milchstraße blickt mehr
Das Projekt Einstein@Home ermöglicht es jedermann, am eigenen PC, Laptop oder Smartphone nach Gravitationswellen zu suchen und damit selbst zum Entdecker zu werden. Bruce Allen, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover, hat dieses Citizen-Science-Projekt begründet. Mittlerweile spürt die Software in den Big Data außerdem Pulsare auf. An dieser Fahndung sind auch Forscher des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn beteiligt.
Die Kulisse ist filmreif. Jeden Moment könnte James Bond um die Ecke schießen, um wieder mal die Welt vor irgendeinem Schurken zu retten. In Wirklichkeit verfolgen die Menschen, die sich hier oben auf 2550 Metern Höhe normalerweise aufhalten, durchaus friedliche Absichten. Passend zum spacigen Ambiente gilt ihr Interesse nicht der atemberaubenden Schönheit der französischen Hochalpen, sondern den entlegensten Ecken des eiskalten Universums. Denn mit den Radioantennen auf dem Plateau de Bure untersuchen Astronomen interstellare Moleküle und kosmischen Staub, beobachten die Geburtsstätten von Sternen, reisen zu fernen Galaxien oder erspähen schwarze Löcher am Rand von Raum und Zeit.
Magnetfelder durchziehen auf Größenskalen von 100 000 Lichtjahren ganze Galaxien und umgeben deren zentrale Schwarze Löcher. Forscherinnen und Forscher um Rainer Beck, Silke Britzen und Sui Ann Mao am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn entlocken den unsichtbaren Kraftfeldern ihre Geheimnisse.
Pulsare sind die kompaktesten Körper im Universum. Ihr Durchmesser entspricht etwa dem der Stadt München, doch beinhalten sie die Masse der Sonne. Diese extremen Verhältnisse machen sie zu idealen Testkörpern für die allgemeine Relativitätstheorie, wie Michael Kramer und seine Kollegen aus dem Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie mit ihren Arbeiten beweisen.
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Zoom ins Herz einer Radiogalaxie

2018 Boccardi, Bia
Astronomie Astrophysik
Die Entstehung relativistischer Jets in aktiven Galaxien ist ein immer noch nicht vollständig verstandener physikalischer Prozess. Entscheidend für die Überprüfung theoretischer Modelle ist die Beobachtung von Strahlung aus der unmittelbaren Umgebung des zentralen Schwarzen Lochs. Dazu wurde die Galaxie Cygnus A mit weltweit vernetzten Radioteleksopen bei Millimeterwellenlängen beobachtet und damit ein hochaufgelöstes Bild des Jet-Fußpunkts erzielt. Die Analyse von Kinematik und interner Struktur zeigen, dass es sich bei dem Jet um einen durch Magnetfelder beschleunigten Scheibenwind handelt. mehr

Radioblitze aus der Tiefe des Weltalls

2017 Spitler, Laura
Astronomie Astrophysik
Seit zehn Jahre entdecken Radioastronomen immer wieder flüchtige, starke Blitze von Radiowellen, ausgesandt von unbekannten astronomischen Quellen außerhalb unserer eigenen Galaxie. Die Entdeckung dieser sogenannten schnellen Radioblitze, oder FRBs gemäß der Abkürzung im Englischen, hat vor allem deshalb für große Aufregung gesorgt, da die geschätzte Entfernung der FRBs 100 Millionen bis einige Milliarden Lichtjahre beträgt. Es ist ein astrophysikalisches Rätsel, was für eine Quelle einen so starken Radioblitz erzeugen kann. mehr
Mit dem APEX-Teleskop wurde die Position der ältesten (1670) historisch dokumentierten „Nova”-Explosion beobachtet. Es wurde die Strahlung einer Vielzahl verschiedener, sogar organischer Molekülsorten nachgewiesen. Deren isotopologische Zusammensetzung impliziert, dass keineswegs „normales” interstellares Gas gefunden wurde, sondern Material, das bei der Kollision zweier Sterne freigesetzt wurde. Diese neue Quelle interstellarer Moleküle erlaubt es, das Endprodukt einer Verschmelzung zweier Sterne zu untersuchen, ein Prozess, der möglicherweise weit häufiger vorkommt als bislang vermutet. mehr

Paare Schwarzer Löcher in Galaxienkernen

2015 Komossa, S.; Britzen, S.
Astronomie Astrophysik
Paare Schwarzer Löcher sind ein wichtiger Bestandteil in unserem Verständnis der Entstehung und Entwicklung von Galaxien. Verschmelzende Schwarze Löcher zählen zu den stärksten Quellen von Gravitationswellen im Universum. Mittels hochauflösender Radiointerferometrie werden enge Paare Schwarzer Löcher direkt räumlich aufgelöst oder deren Fingerabdruck in Radiojets nachgewiesen. Bei engsten Paaren bedient man sich indirekter Methoden. So konnten kürzlich erstmals Hinweise auf den Einfluss eines Binärsystems auf die Lichtkurve eines Röntgenausbruchs einer nicht-aktiven Galaxie gefunden werden. mehr

Infrarot-Interferometrie von Staub- und Gasscheiben in der Umgebung von jungen Sternen

2014 Kreplin, Alexander; Weigelt, Gerd; Grinin, Vladimir; Hofmann, Karl-Heinz; Schertl, Dieter; Tambovtseva, Larisa
Astronomie Astrophysik
Infrarot-Interferometrie mit drei oder mehr Einzelteleskopen kann eine Winkelauflösung liefern, die so hoch ist wie die theoretische Auflösung eines Teleskops mit einem Spiegeldurchmesser von 130m. Es ist sogar möglich, Infrarot-Interferometrie-Messungen sowohl mit hoher Winkelauflösung, als auch gleichzeitig mit hoher spektraler Auflösung durchzuführen. Das ermöglicht einmalige Einblicke in die zirkumstellaren Scheiben von jungen Sternen und die Erforschung des Akkretionsprozesses. Es werden Messungen der jungen Sterne KK Oph und MWC 297 gezeigt. mehr
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