Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Max-Planck-Institut für Radioastronomie

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn hat Spuren in der irdischen Landschaft hinterlassen: eine riesige weiße Schüssel, die sich bei Effelsberg in der Eifel in den Himmel erhebt – das 100-Meter-Teleskop. Wenn die Wissenschaftler dort oder an anderen Antennen weltweit nach den Sternen greifen, muss das Wetter nicht unbedingt klar sein, Radiostrahlen durchdringen auch Wolken. In diesem für das menschliche Auge unsichtbaren spektralen Band betrachten die Forscher junge stellare Objekte ebenso wie altersschwache Sterne, Moleküle im interstellaren Medium ebenso wie ferne Radiogalaxien, das Zentrum der Milchstraße oder Magnetfelder sowie Staub und Gas in kosmologischen Entfernungen. Und weil für all dies ein Teleskop allein oft nicht ausreicht, arbeiten die Bonner Radioastronomen mit der sogenannten Interferometrie, indem sie mehrere über den Globus verteilte Antennen zu einem „Riesenauge“ zusammenschalten.

Kontakt

Auf dem Hügel 69
53121 Bonn
Telefon: +49 228 525-0
Fax: +49 228 525-229

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS for Astronomy and Astrophysics

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abteilung Radioastronomische Fundamentalphysik mehr
Abteilung Millimeter- und Submillimeter-Astronomie mehr
Abteilung Radioastronomie/Very-Long-Baseline Radiointerferometrie mehr
<p>Die ferne Seite der Milchstraße</p>
Astronomen gelingt Rekordmessung für ein besseres Bild unserer Heimatgalaxie. mehr
Galaktische Magnetkraft schon vor 4,6 Milliarden Jahren
Wie eine weit entfernte Galaxie Radiowellen beeinflusst, gibt Hinweise auf die Entstehung von kosmischen Magnetfeldern mehr
Antares‘ turbulenter Lebensabend

Eine Karte der Gasverteilung und –geschwindigkeiten in der Atmosphäre eines roten Überriesen liefert Erkenntnisse über das Ende eines Sterns

mehr
Ein schwarzes Loch im Porträt
Die 30-Meter-Antenne von IRAM ist am Event Horizon Telescope beteiligt, das ins Zentrum der Milchstraße blickt mehr
Ursprung eines schnellen Radiostrahlungsausbruchs identifiziert
Astronomen gelingt die Identifizierung von Radioblitzen: Sie kommen aus einer Zwerggalaxie in großer Entfernung mehr
Neutronensterne im Heimcomputer
Astronomen finden mit Einstein@Home massereichstes Doppelsystem mehr
<p>Das turbulente Herz von Eta Carinae</p>
Detailreiche Bilder des Doppelsystems zeigen die Kollisionszone des Sternwinds mehr
<p><strong>Spiralen helfen bei der Planetengeburt</strong></p>

Spiralen helfen bei der Planetengeburt

Meldung 29. September 2016
Astronomen entdecken Dichtewellen in einer protoplanetaren Scheibe um einen Stern mehr
<p>Zwillingsjets aus dem Herzen einer aktiven Galaxie</p>
Astronomen vermessen Magnetfelder in der Umgebung des zentralen schwarzen Lochs mehr
Leseproben aus dem Jahrbuch

Leseproben aus dem Jahrbuch

Meldung 9. Juni 2016
Unser Jahrbuch bündelt Berichte über Forschungsarbeiten der Max-Planck-Institute und vermittelt anschaulich die Vielfalt an Themen und Projekten. Wir haben fünf Beiträge ausgewählt. mehr
<p>Radioblitz aus einer fernen Galaxie</p>

Radioblitz aus einer fernen Galaxie

Meldung 24. Februar 2016
Die Entdeckung des Strahlungsausbruchs zeigt fehlende Materie im All mehr
BL Lacertae – die heißeste Feuerstelle im All
Radioastronomen blicken tief ins Herz einer aktiven Galaxie mehr
Der Nordhimmel im Licht des Wasserstoffs

Der Nordhimmel im Licht des Wasserstoffs

Meldung 15. Dezember 2015
Radioastronomen legen den Effelsberg-Bonn HI-Survey vor mehr
Ein neues Fenster zum Radiohimmel

Ein neues Fenster zum Radiohimmel

Meldung 11. November 2015
Die Max-Planck-Gesellschaft beteiligt sich am MeerKAT-Teleskop in Südafrika mehr
Verdrilltes Magnetfeld in der Galaxie IC 342
Forscher erhoffen sich Hinweise auf die Entwicklung von Milchstraßensystemen mehr
Das Projekt Einstein@Home ermöglicht es jedermann, am eigenen PC, Laptop oder Smartphone nach Gravitationswellen zu suchen und damit selbst zum Entdecker zu werden. Bruce Allen, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover, hat dieses Citizen-Science-Projekt begründet. Mittlerweile spürt die Software in den Big Data außerdem Pulsare auf. An dieser Fahndung sind auch Forscher des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn beteiligt.
Die Kulisse ist filmreif. Jeden Moment könnte James Bond um die Ecke schießen, um wieder mal die Welt vor irgendeinem Schurken zu retten. In Wirklichkeit verfolgen die Menschen, die sich hier oben auf 2550 Metern Höhe normalerweise aufhalten, durchaus friedliche Absichten. Passend zum spacigen Ambiente gilt ihr Interesse nicht der atemberaubenden Schönheit der französischen Hochalpen, sondern den entlegensten Ecken des eiskalten Universums. Denn mit den Radioantennen auf dem Plateau de Bure untersuchen Astronomen interstellare Moleküle und kosmischen Staub, beobachten die Geburtsstätten von Sternen, reisen zu fernen Galaxien oder erspähen schwarze Löcher am Rand von Raum und Zeit.
Magnetfelder durchziehen auf Größenskalen von 100 000 Lichtjahren ganze Galaxien und umgeben deren zentrale Schwarze Löcher. Forscherinnen und Forscher um Rainer Beck, Silke Britzen und Sui Ann Mao am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn entlocken den unsichtbaren Kraftfeldern ihre Geheimnisse.
Pulsare sind die kompaktesten Körper im Universum. Ihr Durchmesser entspricht etwa dem der Stadt München, doch beinhalten sie die Masse der Sonne. Diese extremen Verhältnisse machen sie zu idealen Testkörpern für die allgemeine Relativitätstheorie, wie Michael Kramer und seine Kollegen aus dem Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie mit ihren Arbeiten beweisen.
Als das All vor 13,7 Milliarden Jahren auf die Welt kam, gab es zunächst nur Strahlung. Doch wenige Hundert Millionen Jahre später war der Raum erfüllt mit Galaxien – ungemein produktiven Sternfabriken, die nicht so recht ins Bild einer allmählichen kosmischen Evolution passen. Forscher wie Fabian Walter vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie versuchen, Licht in die dunkle Epoche des Universums zu bringen.
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Radioblitze aus der Tiefe des Weltalls

2017 Spitler, Laura
Astronomie Astrophysik
Seit zehn Jahre entdecken Radioastronomen immer wieder flüchtige, starke Blitze von Radiowellen, ausgesandt von unbekannten astronomischen Quellen außerhalb unserer eigenen Galaxie. Die Entdeckung dieser sogenannten schnellen Radioblitze, oder FRBs gemäß der Abkürzung im Englischen, hat vor allem deshalb für große Aufregung gesorgt, da die geschätzte Entfernung der FRBs 100 Millionen bis einige Milliarden Lichtjahre beträgt. Es ist ein astrophysikalisches Rätsel, was für eine Quelle einen so starken Radioblitz erzeugen kann. mehr
Mit dem APEX-Teleskop wurde die Position der ältesten (1670) historisch dokumentierten „Nova”-Explosion beobachtet. Es wurde die Strahlung einer Vielzahl verschiedener, sogar organischer Molekülsorten nachgewiesen. Deren isotopologische Zusammensetzung impliziert, dass keineswegs „normales” interstellares Gas gefunden wurde, sondern Material, das bei der Kollision zweier Sterne freigesetzt wurde. Diese neue Quelle interstellarer Moleküle erlaubt es, das Endprodukt einer Verschmelzung zweier Sterne zu untersuchen, ein Prozess, der möglicherweise weit häufiger vorkommt als bislang vermutet. mehr

Paare Schwarzer Löcher in Galaxienkernen

2015 Komossa, S.; Britzen, S.
Astronomie Astrophysik
Paare Schwarzer Löcher sind ein wichtiger Bestandteil in unserem Verständnis der Entstehung und Entwicklung von Galaxien. Verschmelzende Schwarze Löcher zählen zu den stärksten Quellen von Gravitationswellen im Universum. Mittels hochauflösender Radiointerferometrie werden enge Paare Schwarzer Löcher direkt räumlich aufgelöst oder deren Fingerabdruck in Radiojets nachgewiesen. Bei engsten Paaren bedient man sich indirekter Methoden. So konnten kürzlich erstmals Hinweise auf den Einfluss eines Binärsystems auf die Lichtkurve eines Röntgenausbruchs einer nicht-aktiven Galaxie gefunden werden. mehr

Infrarot-Interferometrie von Staub- und Gasscheiben in der Umgebung von jungen Sternen

2014 Kreplin, Alexander; Weigelt, Gerd; Grinin, Vladimir; Hofmann, Karl-Heinz; Schertl, Dieter; Tambovtseva, Larisa
Astronomie Astrophysik
Infrarot-Interferometrie mit drei oder mehr Einzelteleskopen kann eine Winkelauflösung liefern, die so hoch ist wie die theoretische Auflösung eines Teleskops mit einem Spiegeldurchmesser von 130m. Es ist sogar möglich, Infrarot-Interferometrie-Messungen sowohl mit hoher Winkelauflösung, als auch gleichzeitig mit hoher spektraler Auflösung durchzuführen. Das ermöglicht einmalige Einblicke in die zirkumstellaren Scheiben von jungen Sternen und die Erforschung des Akkretionsprozesses. Es werden Messungen der jungen Sterne KK Oph und MWC 297 gezeigt. mehr
Das SKA wird das größte und bei weitem empfindlichste Radioteleskop der Welt sein. Aufgrund der Kombination aus technischer Innovation, beispielloser Vielseitigkeit und Empfindlichkeit wird das SKA in den nächsten 50 Jahren ein Eckpfeiler der weltweiten Bemühungen sein, das Universum, seine Gesetze sowie seine Herkunft und Entwicklung zu verstehen. Für das Jahr 2014 steht nun die Weichenstellung für den konkreten Bauplan des SKA an. Hierbei sind die deutsche SKA-Arbeitsgemeinschaft sowie Mitarbeiter der MPG an zahlreichen wissenschaftlichen und technischen Machbarkeitsstudien beteiligt. mehr

Die Wiege der Sonne

2013 Pfalzner, Susanne
Astronomie Astrophysik
Die Sonne entstand vor 4,6 Milliarden Jahren und befindet sich heute in einem Gebiet niedriger Sternendichte. Susanne Pfalzner und das Team ihrer Minerva-Gruppe untersuchen, ob die Sonne in einer solch dünn besiedelten Region entstand oder ihr Geburtsort ganz anders aussah. Sie finden eine Vielzahl von Hinweisen, dass gleichzeitig mit unserer Sonne viele andere Sterne in ihrer Nähe entstanden sind und dies entscheidend unser Planetensystem geprägt hat. Die Verbindung von Theorie und Beobachtung erlaubt es erstaunlich genau den Geburtsort der Sonne zu charakterisieren. mehr
Supermassive schwarze Löcher können der Ursprung schneller, gebündelter Jets aus magnetisiertem Plasma sein, die Energie von einem zentralem System, bestehend aus schwarzem Loch und Akkretionsscheibe, über Entfernungen von hunderttausenden von Lichtjahren wegtransportieren. Viele physikalische Prozesse in den Jets sind noch nicht komplett verstanden, darunter deren Entstehung und Stabilität sowie die Struktur der Magnetfelder.  Langzeitstudien einer großen Auswahl von Jets mit ultrahochauflösender Radiointerferometrie zeigen erste Fortschritte bei der Beantwortung noch offener Fragen. mehr

Staubtori in aktiven galaktischen Kernen

2012 Tristram, Konrad R. W.; Kishimoto, Makoto; Weigelt, Gerd
Astronomie Astrophysik
Im Zentrum von vielen Galaxien befinden sich Schwarze Löcher mit Massen von Millionen bis Milliarden Sonnenmassen. Das Wachstum dieser supermassereichen Schwarzen Löcher ist ein fundamentaler Bestandteil der Entwicklung von Galaxien. Eine toroidale Verteilung aus Gas und Staub, der sogenannte Staubtorus, spielt dabei eine zentrale Rolle als Masse-Reservoir für die Akkretion auf das Schwarze Loch. Erst seit wenigen Jahren ist es mithilfe der Infrarot-Interferometrie möglich, die kompakten Strukturen und die physikalischen Eigenschaften solcher Tori direkt zu erforschen. mehr

Langwellig, aber keineswegs langweilig: LOFAR – das neue Software-Teleskop für Radiowellen

2012 Beck, Rainer; Verbiest, Joris P. W.; Anderson, James M.; Kramer, Michael
Astronomie Astrophysik
Das neue Radioteleskop LOFAR für Meterwellen, entworfen von ASTRON in den Niederlanden, ist das online-vernetzte Teleskop mit der weltweit größten Sammelfläche. Es besteht aus Stationen in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Schweden und Großbritannien, gemeinsam betrieben als Internationales LOFAR-Teleskop (ILT). Es erschließt viele neue Möglichkeiten. Das MPI für Radioastronomie erforscht  damit Pulsare und Magnetfelder in unserer Milchstraße und Galaxien. Mit dem 100m-Spiegel und der LOFAR-Station in Effelsberg können Pulsprofile von 9 mm bis 10 m Wellenlänge gemessen werden. mehr

Entdeckungen neuer molekularer Ionen mit dem APEX Teleskop

2011 Wyrowski, Friedrich; Menten, Karl; Güsten, Rolf; Belloche, Arnaud
Astrophysik
Hydride sind von besonderer Bedeutung für interstellare Chemie, da sie die Anfangsprodukte für komplexere Moleküle darstellen. Mit dem APEX- Submillimeter-Teleskop in der Atacama-Wüste in Chile gelang uns der Nachweis der wichtigen ionisierten Hydride SH+ und OH+ in Absorption vor dem starken Kontinuum der Sternentstehungsregion Sgr B2(M). Die Beobachtungen zeigen, dass diese Moleküle in diffusen Wolken häufig sind. Um diese Hydride in diffusen Wolken und massereichen Sternentstehungsgebieten systematisch zu erfassen, beobachteten wir die stärksten Submillimeter-Staubquellen der Milchstraße. mehr

Aktive Galaxienkerne als hochenergetische Teilchenbeschleuniger: Erforschung der physikalischen Prozesse in der Nähe von Schwarzen Löchern

2011 Fuhrmann, Lars; Zensus, Johann Anton; Angelakis, Emmanouil; Krichbaum, Thomas
Astronomie Astrophysik
Aktive Galaxien und deren innerste Kernbereiche beherbergen extreme physikalische Phänomene. Mithilfe von supermassiven Schwarzen Löchern erzeugen sie enorme Energiemengen und oft auch hoch-energetische Gammastrahlen im MeV/GeV-Energiebereich. Viele der physikalischen Prozesse sind bisher im Detail nicht verstanden, etwa die Erzeugung der hochrelativistischen Plasmajets oder die Herkunft der Gammastrahlung sowie deren Variabilität über das ganze elektromagnetische Spektrum. Neue Beobachtungsinstrumente und -programme erlauben nun tiefere Einsichten in die extreme Physik dieser Objekte. mehr

Infrarot-Interferometrie von Aktiven Galaktischen Kernen

2010 Hönig, Sebastian; Hofmann, Karlheinz; Kishimoto, Makoto; Tristram, Konrad; Weigelt, Gerd
Astrophysik
Durch die Fortentwicklung der Infrarot-Interferometrie können die Staubtori in Aktiven Galaxien direkt, räumlich aufgelöst beobachtet werden. Diese Ansammlung von Gas und Staub im Torus bildet das Masse-Reservoir für die Akkretion auf das supermassive Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie. Es konnte nun die Struktur und Verteilung des Materials im Torus genauer untersucht werden. Hiervon erhofft man sich, Rückschlüsse auf physikalische Gegebenheiten zu ziehen, die zum Wachstum des Schwarzen Lochs führen. mehr

Radiopulsare testen fundamentale Physik im Weltraum

2010 Kramer, Michael; Wex, Norbert
Astrophysik
Radiopulsare sind extrem kompakte Neutronensterne, die zum Teil eine Rotationsstabilität aufweisen, die sich mit der Ganggenauigkeit der besten Atomuhren vergleichen lässt. Insbesondere Doppelstern-Pulsare erweisen sich daher als ideale Testlabors für die Gültigkeit der Allgemeinen Relativitätstheorie in starken Gravitationsfeldern. Die beobachteten Bahnveränderungen bei Pulsaren in Doppelsternsystemen liefern den bisher einzigen handfesten Beweis für die Existenz von Gravitationswellen. Es wird erwartet, dass uns Pulsare in den nächsten Jahren die direkte Messung von Gravitationswellen supermassereicher Schwarzer Löcher erlauben werden. mehr

Wasser im frühen Universum

2009 Impellizzeri, C.M. Violette; McKean, John P.; Castangia, Paola; Roy, Alan L.; Henkel, Christian; Brunthaler, Andreas; Wucknitz, Olaf
Astronomie
Gerade viele der interessantesten, weil aktivsten Kernregionen von Milchstraßensystemen sind nicht leicht zu beobachten. Dichte Staubwolken versperren den Zugang im optischen oder ultravioletten Licht. Beobachtungen im fernen Infrarot oder im Röntgenbereich sind schwierig, weil die Winkelauflösungen nicht hoch genug sind um die Materie in der unmittelbaren Umgebung der in Galaxienkernen vermuteten extrem massereichen Schwarzen Löcher zu kartieren. Die 1,3-cm-Linie des Wasserdampfs, die stärkste Spektrallinie im Radiobereich, ist dagegen für solche Zwecke hervorragend geeignet. Die Linie erlaubt es auch unter normalen Wetterbedingungen, Wasser in fernen Galaxien aufzuspüren und mit allerhöchster Auflösung zu kartieren. Das dient nicht nur der Vermessung von Ausdehnung und Form von Akkretionsscheiben und der Massenbestimmung von Galaxienkernen, sondern kann auch verwendet werden, um auf direkte Weise die Distanz zu diesen Galaxien zu ermitteln. Dies wiederum lässt hoffen, die Expansionsgeschwindigkeit des Universums mit bislang unerreichter Genauigkeit zu bestimmen und damit auch die Zustandsgleichung der „Dunklen Energie“ einzugrenzen. Im Folgenden wird vom ersten Nachweis von Wasser im frühen Universum berichtet. Dieses Resultat wurde von einer Doktorandin des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie mit dem 100-m-Teleskop in Effelsberg erzielt und mit dem Very Large Array in New Mexico bestätigt. mehr

ATLASGAL: Die APEX-Durchmusterung unserer Milchstraße im kalten Staub

2009 Wyrowski, Friedrich; Schuller, Frédéric; Menten, Karl M.
Astrophysik
Das ATLASGAL-Projekt ist eine komplette Durchmusterung unserer Milchstraße im kalten Staub mit der neuen Submillimeter-Bolometer- Kamera am APEX-Teleskop. Unser Ziel ist es, eine einzigartige, vollstaendige Datenbasis massereicher Sternentstehungsgebiete zu erstellen, um besser zu verstehen wie und unter welchen Bedingungen massereiche Sternentstehung stattfindet. Solch eine systematische Kartierung der Galaktischen Ebene im Submillimeter-Wellenlängenbereich ist auch wegweisend für kommende Beobachtungen mit dem Herschel-Weltraumteleskop und dem ALMA- Interferometer. mehr

Infrarot-Interferometrie des rätselhaften Sterns η Carinae

2008 Driebe, Thomas; Hofmann, Karl-Heinz; Kraus, Stefan; Schertl, Dieter; Weigelt, Gerd
Astrophysik
Messungen mit dem Very Large Telescope Interferometer der Europäischen Südsternwarte ermöglichten erstmalig spektro-interferometrische Untersuchungen des leuchtkräftigen, veränderlichen Sterns η Carinae mit hoher spektraler Auflösung [1]. Ziel war die Erforschung des undurchsichtigen Sternwindes von η Carinae mit einer Winkelauflösung von 5 Milli-Bogensekunden. mehr

Der innere Jet der Radiogalaxie M87

2008 Kovalev, Yuri
Astrophysik
Ein neues Radiobild des inneren Jets der Radiogalaxie M87 wurde am Max-Planck-Institut für Radioastronomie erstellt. Es ist beispiellos in seiner Kombination von Empfindlichkeit und räumlicher Auflösung und liefert daher Details bis hinunter zu einer Größe von nur drei Lichtmonaten. Es zeigt einen hoch-kollimierten Jet, der an seinen Rändern aufgehellt erscheint, als auch einen schwachen Gegenjet. Beides wird im Rahmen aktueller theoretischer Modelle analysiert. mehr

Erste wissenschaftliche Ergebnisse des Atacama-Pathfinder-Experiments

2007 Wyrowski, Friedrich; Menten, Karl M.
Astrophysik
Das 12-m-Submillimeter-Teleskop des Atacama-Pathfinder-Experiments erfüllt schon im ersten Jahr wissenschaftlicher Beobachtungen alle Erwartungen an Empfindlichkeit und Abbildungsqualität, die für Untersuchungen des „kalten Universums“ nötig sind. Die neuen Forschungsergebnisse betreffen Fragen der Sternentstehung sowie der Astrochemie: Die Beobachtung molekularer Ausflüsse ermöglicht das Studium der Frühphasen der Sternentstehung, Kartierungen von Riesenmolekülwolken geben Aufschluss über die Entwicklungssequenz massereicher Sterne, und schließlich gelang die erstmalige Entdeckung eines bisher unbekannten interstellaren Moleküls. mehr

LOFAR - eine neue Generation von Radioteleskopen

2006 Beck, Rainer; Reich, Wolfgang
Astronomie
LOFAR, das Low Frequency Array, das erste Radioteleskop einer neuen Generation, arbeitet in dem bisher weitgehend unerforschten Frequenzbereich zwischen 30 und 240 MHz. Die Bilder erzeugt ein Supercomputer aus den digitalen Signalen einer großen Zahl von unbeweglichen Dipolantennen in 77 niederländischen und mindestens 12 deutschen Stationen. Die erste deutsche Station wird 2006 neben dem 100-m- Radioteleskop Effelsberg gebaut. mehr

Infrarot-Interferometrie der Aktiven Galaxie NGC 1068

2005 Beckert, Thomas; Hofmann, Karlheinz; Hönig, Sebastian; Schertl, Dieter; Weigelt, Gerd
Astrophysik
Speckle-interferometrische Messungen sowie Interferometrie mit langen Basislinien mit den Instrumenten VINCI und MIDI des Very Large Telescope Interferometers (VLTI) ermöglichten in den letzten Jahren die Auflösung des Kerns der Aktiven Galaxie NGC 1068 bei infraroten Wellenlängen im Bereich von 1,65 bis 13 µm. Damit kann nun erstmalig die innere Torus-Region in der Umgebung des Schwarzen Lochs von NGC 1068 direkt untersucht und mit Modellvorhersagen verglichen werden. mehr

Der schärfste Blick ins All: Neue Grenzen in interkontinentaler Radiointerferometrie

2005 Middelberg, Enno; Brunthaler, Andreas; Falcke, Heino; Greenhill, Lincoln L.; Henkel, Christian; Reid, Mark; Roy, Alan L.; Walker, R. Craig
Astronomie
Der jüngste Fortschritt in der Interferometrie mit langen Basislinien (VLBI) hat die Technik, die die höchste Auflösung in der Astronomie liefert, an neue Grenzen geführt. Bei sehr hohen Frequenzen werden anspruchsvolle Beobachtungen durchgeführt, die sich durch die Auswirkungen der wechselnden Atmosphäre zusammen mit der geringeren Empfindlichkeit der Empfänger sehr viel schwieriger gestalten. Am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn wurde zur Durchführung erfolgreicher Beobachtungen bei einer Wellenlänge von 3mm eine neue Kalibrationstechnik entwickelt indem man quasi-simultane Beobachtungen bei niedrigeren Frequenzen extrapoliert. Ein weiteres spektakuläres Ergebnis ist die erstmalige Messung der Bewegung einer benachbarten Galaxie mithilfe von sehr präzisen astrometrischen Beobachtungen. Mit einer Genauigkeit im Mikrobogensekunden-Bereich wurde die Bewegung der Galaxie M33 in der Lokalen Gruppe erfolgreich bestimmt. In beiden Fällen wurden die Resultate durch Doktoranden im Rahmen der Bonner International Max Planck Research School for Radio and Infrared Interferometry erzielt. mehr
Mit dem Einsatz von innovativen Detektoren an den leistungsfähigsten Teleskopen bei Radio- und (Sub)millimeter-Wellenlängen ist die Suche nach komplexen, organischen Molekülen im interstellaren Medium in eine neue Phase getreten. Besonders in den dichten, warmen Hüllen leuchtkräftiger Protosterne werden immer komplexere chemische Verbindungen entdeckt. Die von dichten, heißen Molekülwolken gefüllte Umgebung des Zentrums unserer Galaxis nimmt bei diesen Studien eine Sonderstellung ein: Dort werden mehr solcher Moleküle gefunden als in jeder anderen Region. mehr

Hochauflösende Untersuchungen von Aktiven Galaxienkernen

2004 Hüge, Tim; Kadler, Matthias; Ros, Eduardo; Witzel, Arno; Zensus, Anton
Astrophysik
Die Zentren von aktiven galaktischen Kernen stellen das Hauptarbeitsgebiet der Gruppe von Dr. Anton Zensus dar. Mit höchstmöglicher Auflösung wird die Umgebung der Kernmaschinen (massereiche Schwarze Löcher) mit Interferometrie im Radiowellenbereich (VLBI) beobachtet und durch Vergleich mit Beobachtungen in allen verfügbaren Wellenlängenbereichen verknüpft, um die physikalischen Bedingungen und Vorgänge in diesen energiereichsten Objekten im Kosmos zu studieren. Zudem werden kosmologische Fragestellungen, speziell zum kosmischen Mikrowellenhintergrund, untersucht. mehr
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