Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie

Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie

Am Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie (ehemals Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte) forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den historischen Formen von Recht in globalhistorischer wie vergleichender Perspektive sowie zur Rechtstheorie im multidisziplinären Kontext. Im Mittelpunkt der Forschungen stehen Beobachtungen von Recht, seiner Konstitution, Legitimation, Transformation und Praxis. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Verortung von historischen Formen von ‚Recht’ im Kontext anderer normativer Ordnungen. Die Einrichtung einer Abteilung mit einem Schwerpunkt auf einer multidisziplinär ausgerichteten Rechtstheorie im Jahr 2020 erweitert den Arbeitsbereich des Instituts auf spezifisch rechtstheoretische Fragen.

Das Institut sieht es als seine wichtigste Aufgabe an, durch theoretisch reflektierte historische Forschung im Bereich von Recht und anderen Formen von Normativität einen spezifischen Beitrag zur Grundlagenforschung der Rechts- und Sozialwissenschaften sowie der historischen Geisteswissenschaften zu leisten.

Kontakt

Hansaallee 41
60323 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 78978-0
Fax: +49 69 78978-169

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es besteht die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abteilung Historische Normativitätsregime

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Abteilung Multidisziplinäre Rechtstheorie

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Abteilung Europäische und vergleichende Rechtsgeschichte

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Interview mit Raquel Sirotti vom Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte über die Umweltagenda der Bolsonaro-Regierung

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Wie unabhängig ist das deutsche Rechtssystem?

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In Brasilien geht der Kampf um Frauenrechte gerade in eine neue Runde

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Mit Krisen haben die Europäer Erfahrung. Wenn man in die Geschichte der europäischen Staaten­gemeinschaft blickt, wird deutlich: Mehr oder weniger heftige Kontroversen waren über die Jahrzehnte regelmäßig an der Tagesordnung. Aber es gelang auch immer wieder, Lösungsstrategien zu finden

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Der emeritierte Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte erhält den renommierten Preis der Stadt Stuttgart für sein umfangreiches Werk zu den historischen Entwicklungen des Rechts, vor allem des Verfassungs- und Verwaltungsrechts sowie des Staatskirchenrechts.

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Seit 70 Jahren garantiert das Grundgesetz die Unabhängigkeit der Richter. Diese sind in ihren Entscheidungen „nur dem Gesetze unterworfen“. Doch gibt es nicht auch andere Einflüsse? Die Rechtswissenschaftler Konrad Duden vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg und Jasper Kunstreich vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main sind der Frage nachgegangen und haben erstaunliche Antworten gefunden.

Mit Krisen haben die Europäer Erfahrung. Wenn man in die Geschichte der europäischen Staatengemeinschaft blickt, wird deutlich: Mehr oder weniger heftige Kontroversen waren über die Jahrzehnte regelmäßig an der Tagesordnung. Aber es gelang auch immer wieder, Lösungsstrategien zu finden, wie das Team um Stefan Vogenauer am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main bei seinen Untersuchungen feststellt. Dabei gewinnen die Forscher auch Erkenntnisse über den gegenwärtigen Zustand der Europäischen Union.

Die Eroberung der Neuen Welt fiel den spanischen Konquistadoren überraschend leicht. Mit Gewalt und Grausamkeit allein ließen sich jedoch die Gebiete nicht regieren. Ein Forscherteam unter der Leitung von Thomas Duve am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte untersucht, mit welchen Medien die spanische Krone ihre Herrschaft festigte. Wie bedeutsam Bilder für die Konsolidierung von Recht – auch im alten Europa – waren, ergründet eine Gruppe unter Carolin Behrmann am Kunsthistorischen Institut in Florenz.

Ausbildungsplatz 2021 zur/zum Fachinformatiker/in - Fachrichtung Systemintegration (m/w/d)

Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie, Frankfurt am Main 16. Juli 2021

Die Vertragsrechte Asiens – eine Kartografierung

2020 Vogenauer, Stefan

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften

Das Forschungsprojekt Studies in the Contract Laws of Asia verschafft erstmals einen weitreichenden Überblick über die Vertragsrechte in 14 asiatischen Rechtsordnungen, von Indien im Westen bis Japan im Osten. Insgesamt lebt dort fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Das Projekt, das vom Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie und der Universität Oxford koordiniert wird und etwa 150 asiatische Rechtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit einbezieht, ist eines der umfassendsten rechtsvergleichenden Forschungsvorhaben der Gegenwart.

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„Glokalisierungen“ von Normativität

2019 Duve, Thomas

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften

Den existenziellen Herausforderungen der Welt – Klimakrise, Migration, Pandemien – ist nur durch globale Koordination zu begegnen. Können wir uns aber auf globale Regeln verständigen? – Der Blick in die Geschichte zeigt, dass wir auf einen Grundbestand einer internationalen Sprache des Rechts zurückgreifen. Jahrhundertelanger, vielfach tragischer und von Gewalt und Asymmetrien geprägter Kontakt hat Prozesse der kulturellen Übersetzung und Lokalisierung von Normativitätswissen hervorgebracht. Diese Mechanismen besser zu verstehen, ist das Anliegen des Projekts „Glocalizing Normativites“.

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Die Formierung transnationaler Strafrechtsregime im 18. und 19. Jahrhundert

2018 Härter, Karl

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften

Das Projekt am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte erforscht die Geschichte des transnationalen Strafrechts mit dem Fokus auf grenzübergreifende politische Kriminalität, Auslieferung, Asyl und Polizeikooperation. Eine Forschungsfrage ist dabei, wie sich aktuelle Probleme des transnationalen Strafrechts rechtshistorisch erklären lassen.

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Entscheidungskulturen in der Rechtsgeschichte der Europäischen Union

2017 Bajon, Philip

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften

Seit den europäischen Verträgen der 1950er-Jahre erlebt die Europäische Union eine schleichende Vertiefung der rechtlichen Integration. Gleichzeitig verstärken die Mitgliedstaaten ihre politische Kontrolle über den Integrationsprozess. In diesem Spannungsfeld institutionalisierte der „Luxemburger Kompromiss“ von 1966 in den Europäischen Gemeinschaften ein informelles Vetorecht. Mitgliedstaaten beriefen sich auf „nationale Interessen“, um nicht überstimmt zu werden. Politische und juristische Debatten über das Vetorecht reflektieren unterschiedliche Europakonzepte und deren Wandel.

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Das Nachspiel von Westminster: Dekolonialisierung und Staatenbildung in Asien am Ende des British Empire

2016 Kumarasingham, Harshan; Vogenauer, Stefan

Kulturwissenschaften Rechtswissenschaften

Staatenbildung und Verfassungsgebung in Südasien sind eng verknüpft mit dem kolonialen Erbe der Region und dem Rechtstransfer des parlamentarischen Systems Großbritanniens. Das britische Recht traf auf lokale oder regionale Traditionen. In welchem Maße unterschieden sich diese Begegnungen voneinander? Wer waren die Hauptakteure? Im Prozess der Verfassungsgebung, etwa in Indien und Malaysia, kam Sir Ivor Jennings eine zentrale Rolle zu. Im Projekt „Nachspiel von Westminster“ am MPI für europäische Rechtsgeschichte wird untersucht, wie dieser Prozess sich an verschiedenen Orten abspielte.

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