Ansprechpartner

Dr. Valentin Wagner
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon:+49 69 8300479-113
Ina Wittmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon:+49 69 8300479-651

An der Studie teilnehmen

Verwandte Artikel

Winfried Menninghaus erforscht am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main, wie Menschen nicht nur mental, sondern auch körperlich auf Dichtung und Prosa reagieren. Für viele Altphilologen und Germanisten begeht er damit Verrat an ihren Disziplinen. Tatsächlich aber gelingt es dem Forscher, poetische und rhetorische Sprache in ihrer Wirkung erstmals messbar zu machen. Obendrein belebt er mit seinem Team eine alte und viel zu lange stiefmütterlich behandelte Disziplin wieder – die Rhetorik.

Die Vermessung der Wirkung

Winfried Menninghaus erforscht am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main, wie Menschen nicht nur mental, sondern auch körperlich auf Dichtung und Prosa reagieren. Für viele Altphilologen und Germanisten begeht er damit Verrat an ihren Disziplinen. Tatsächlich aber gelingt es dem Forscher, poetische und rhetorische Sprache in ihrer Wirkung erstmals messbar zu machen. Obendrein belebt er mit seinem Team eine alte und viel zu lange stiefmütterlich behandelte Disziplin wieder – die Rhetorik.

Kulturwissenschaften

Gefühlte Schönheit

8. Februar 2017

Was empfinden wir, wenn wir etwas Schönes sehen, hören oder auf irgendeine andere Weise erleben? Mit einer neuen groß angelegten Untersuchung wollen Forscher am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main Antworten auf diese Frage finden. Valentin Wagner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut und Mitinitiator der Studie, erklärt die Idee dahinter.
Was empfinden Menschen, wenn Sie ein Bild oder etwas anderes Schönes betrachten? Eine umfassende Studie am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik soll Antworten auf diese Frage geben. Bild vergrößern
Was empfinden Menschen, wenn Sie ein Bild oder etwas anderes Schönes betrachten? Eine umfassende Studie am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik soll Antworten auf diese Frage geben. [weniger]

Herr Wagner, kann man Schönheit wirklich fühlen?

Ja, das Erleben von Schönheit hat immer emotionale Erlebensqualitäten. Diese sind in der Regel verschieden, wenn es sich um den Anblick einer Person oder eines Naturschauspiels, um das Hören von Pop-Musik oder um das Lesen eines romantischen Gedichtes handelt.

Wie kamen Sie auf die Idee, das „Gefühl des Schönen“ zu untersuchen?

Gefühle spielen in der Erfahrung von Kunst generell eine wichtige Rolle. Und Schönheit ist der zentrale Begriff der Ästhetik. Aus dieser Schnittmenge ergibt sich fast zwangsläufig die Frage nach dem Zusammenhang von Schönheit und Gefühl.

Das klingt spannend. Welche Erkenntnisse kann eine solche Studie liefern?

In erster Linie sind wir daran interessiert, ob das Erleben von Schönheit regelhaft mit bestimmten Gefühlen einhergeht. Wir möchten herausfinden, ob sich ein charakteristisches emotionales Profil für das Erleben von Schönheit finden lässt, und inwiefern sich dieses im Wahrnehmen von Kunst, Design-Objekten, Personen und Natur unterscheidet. Wir gehen davon aus, dass das Erfahren einer beeindruckenden Landschaft bei einem Spaziergang anders erlebt wird als das Anhören eines ergreifenden Liedes und dieses wiederum anders als der Anblick einer schönen Person. Hinter dem zusammenfassenden Begriff "Schönheit" ist eine große Vielzahl verschiedener emotionaler Erlebensqualitäten zu entdecken. Mit der aktuellen Studie wollen wir uns einen ersten umfassenden, aber auch schon differenzierten Überblick dazu verschaffen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, haben wir uns daher für eine Onlinebefragung entschieden.

Sie suchen für Ihre Studie 10.000 Freiwillige. Gibt es bestimmte Voraussetzungen, die Studienteilnehmer erfüllen müssen?

Ja, aber nur wenige: Aus rechtlichen Gründen müssen Studienteilnehmer volljährig sein. Darüber hinaus sollten sie die deutsche Sprache ausreichend gut beherrschen, um den Fragenbogen zu verstehen. Viel Zeit müssen sie nicht mitbringen: Im Durchschnitt benötigen die Teilnehmer für das Ausfüllen etwa eine Viertelstunde. Schauen Sie doch mal rein unter ae.mpg.de/schoen. Wir freuen uns über jede Teilnahme!

Das mache ich. Vielen Dank, Herr Wagner.

Das Gespräch führte Ina Wittmann.

 
loading content