Echt Nobel - Die Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft

Podcast 13. September 1954
© Max-Planck-Gesellschaft

Der Teilchenzähler

Walther Bothe wurde am 8. Januar 1891 in Oranienburg geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1908 bis 1913 Physik, Mathematik, Chemie und Musikwissenschaften an der Universität Berlin und promovierte anschließend bei Max Planck. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1920 arbeitete Bothe unter der Leitung von Hans Geiger an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. 1934 wurde er Direktor am Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg, aus dem nach dem Krieg u.a. das Max-Planck-Institut für Kernphysik hervorging. Bereits 1929 hatte Bothe zusammen mit Werner Kolhörster eine spezielle Methode entwickelt, um die Entladung von zwei oder mehreren getrennten Geiger-Müller-Zählrohren nur dann anzeigen zu lassen, wenn die Messung in einem vorbestimmten Zeitintervall erfolgte. Diese Koinzidenzmessungen ermöglichten es, die Bahn eines geladenen Teilchens durch die Zählrohre hindurch zu verfolgen. Sie erbrachten den Beweis durchdringender extraterrestrischer Strahlung, der Kosmischen Strahlung, und lieferten im Weiteren grundlegende Erkenntnisse für das Verständnis vom Aufbau der Materie und von unterschiedlichen Strahlungen. Bothes Arbeiten waren ein wichtiger Beitrag zur Begründung der modernen Kernphysik. 1954 erhielt er zusammen mit Max Born den Nobelpreis für Physik.

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