Max-Planck-Institut für Psycholinguistik

Max-Planck-Institut für Psycholinguistik

Was passiert im Gehirn, wenn wir einen Satz hören oder bilden? Wie kommt es, dass zwar Kinder wie Erwachsene Sprachen lernen können, dass aber Kinder dabei in aller Regel sehr viel erfolgreicher sind – oder ist dies eine Täuschung? In ihrer Forschung gehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen Fragen wie diesen auf den Grund. Auch interessieren sie sich dafür, wie sich Sprache und Denken wechselseitig beeinflussen und welche Rolle dabei das kulturelle Umfeld spielt. Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit stellt die Untersuchung der biologischen Grundlagen der Sprache dar. Den wissenschaftlichen Rahmen des Instituts bilden dabei die fünf Arbeitsbereiche Sprache, Neurobiologie der Sprache, Psychologie der Sprache, Sprache und Kognition, und Sprache und Genetik. Diese Bereiche sind durch enge Zusammenarbeit mit den Abteilungen und Forschungsgruppen stark miteinander verbunden, was dem interdisziplinären Charakter des Forschungsgebietes entspricht.

Kontakt

Wundtlaan 1
6525 XD Nijmegen, Niederlande
Telefon: +31 24 3521-911
Fax: +31 24 3521-213

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS for Language Sciences

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren bzw. Direktorinnen und in den Forschungsgruppen.

16 neue hochqualitative Referenzgenome von Wirbeltieren werden veröffentlicht und bringen die vergleichende Biologie, die Erhaltung von Arten und die medizinische Forschung voran

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Forschende veröffentlichen die ersten sechs hochqualitativen Referenzgenome von Fledermäusen

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Dass Kinder irgendwann zu sprechen beginnen, scheint uns selbstverständlich. Doch das Erlernen der Sprache ist eine geistige Höchstleistung, die bis heute noch nicht komplett verstanden ist

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DNA-Fragmente vom Neandertaler im Erbgut des Homo sapiens geben Aufschluss über die Evolution des Gehirns

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Für die Forschung ist Lesen und Schreiben ein faszinierendes Phänomen. Denn die ersten Schriftsysteme haben sich erst vor weniger als 6000 Jahren entwickelt – ein Wimpernschlag in Relation zur menschlichen Evolution. Eine zentrale Frage lautet daher, wie das menschliche Gehirn trotzdem diese komplexe Aufgabe bewältigen kann

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Die Synästhesie ist eines der faszinierendsten Phänomene der Psychologie und Neurowissenschaften. Nur sehr langsam lüften sich die damit verbundenen wissenschaftlichen Geheimnisse. Neuen Schwung bekommt die Forschung durch die Studien von Simon Fisher und seinem Team am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen.

Dass Kinder irgendwann zu sprechen beginnen, scheint uns selbstverständlich. Doch das Erlernen der Sprache ist eine geistige Höchstleistung, die bis heute noch nicht komplett verstanden ist. Mithilfe verschiedenster Methoden ergründen die Abteilungen von Caroline Rowland am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen und von Angela Friederici am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, wie Kinder sich scheinbar mühelos dieses komplexe Kommunikationssystem aneignen.

An den Max-Planck-Instituten arbeiten Wissenschaftler aus 100 Ländern. Hier schreiben sie über persönliche Erlebnisse und Eindrücke. Julia Misersky, Doktorandin am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen, ist vor Kurzem in Mutterschaftsurlaub gegangen. Hier stellt sie ihr Forschungsthema vor, erklärt, wie sie Promotion und Kind unter einen Hut bringen will und wie sie sich dafür einsetzt, die Bedingungen junger Eltern zu verbessern.

Unser Körper, unser Verhalten, aber auch unser Gehirn sind alles andere als symmetrisch. Und das scheint wichtig zu sein, damit Denken, Sprechen und Motorik reibungslos funktionieren.

In normalen Unterhaltungen beginnen wir oft zu sprechen, bevor wir genau festgelegt haben, was wir sagen wollen. Antje Meyer und ihr Team am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen gehen der Frage nach, wie wir Aussagen planen und welche Hindernisse es dabei geben kann. Dafür schicken die Forscher Probanden aufs Laufband, sie bauen virtuelle Umgebungen und fahren nach Indien, um dort zu untersuchen, was Analphabeten bei der Sprachverarbeitung anders machen

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Über die Kosten und Nutzen des Vorausahnens von Wörtern 

2021 Mante S. Nieuwland

Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Die Fähigkeit, Wörter kontinuierlich vorauszuahnen (Prädiktion) gilt als eine Methode, um gesprochene Sprache schnell mitverfolgen zu können. Doch wie schafft es unser Gehirn, den Inhalt vorherzusagen? Und was sind Kosten und Nutzen dieses Vorgehens? Mit unseren Forschungen möchten wir den Weg zu einem besseren Verständnis des Sprachverstehens ebnen.

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Vom Geräusch zur Sprache: Wie wird Bedeutung im menschlichen Gehirn generiert?

2020 Kaufeld, Greta; Meyer, Antje S.

Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Die Tageszeitung lesen, einen Kaffee bestellen, nach der Uhrzeit fragen – Sprache ist ein  selbstverständlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens. Wir gebrauchen sie fast wie von selbst, um Gedanken, Gefühle, Ereignisse und Bedürfnisse zu kommunizieren. Doch was genau passiert im Gehirn, wenn Menschen einander verstehen? Wie kommt sprachliche Bedeutung zustande? Wir wollten diesen Fragen genauer auf den Grund gehen und untersuchten am Beispiel gesprochener Sprache, wie Hörende während des Sprachverstehens unterschiedliche Informationen kombinieren, um die Bedeutung von Sätzen zu verstehen.

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Gehirnströme beeinflussen, wie wir Wörter wahrnehmen    

2019 Bosker, Hans Rutger

Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Unsere Sprache ist äußerst variabel und vielfältig. Jedes Wort kann auf verschiedenste Weise ausgesprochen werden, zum Beispiel schnell oder langsam. Dennoch unterhalten wir uns im Alltag problemlos. Wir passen uns offenbar, meist ohne Schwierigkeiten, an das Sprachsignal unseres Gegenübers an. In unserer Studie fanden wir einen neurobiologischen Mechanismus, der es dem Gehirn ermöglicht, Sprache in verschiedenen Schnelligkeiten zu verstehen: Die Gehirnströme des Zuhörers passen sich dem Sprachrhythmus des Gegenübers an und beeinflussen so, wie die Wörter im Sprachsignal verstanden werden.

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Wie bildet das Gehirn eine Sprache?

2018 Rowland, Caroline F.

Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Wie lernt das menschliche Gehirn eine Sprache? Und warum lernen manche von uns diese Sprache früher und schneller als andere? Um diese Fragen zu beantworten, untersuchen wir, wie Kinder aufgrund der im Verlauf ihrer frühen Kindheit gehörten Sprache ein Sprachsystem aufbauen. Wir wollen verstehen, was den Spracherwerb vorantreibt und herausfinden, welche Unterschiede es in den Lernmechanismen des Gehirns gibt, wie sie entstehen und warum sie die Lernkurve so wesentlich beeinflussen.

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Geschwätzige Fledermäuse und die Biologie der Sprache

2017 Vernes, Sonja C.

Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Eine der großen offenen Fragen unserer Zeit betrifft die Entwicklung des menschlichen Sprachvermögens und seiner genetischen Basis. Die Untersuchung sprachrelevanter Fähigkeiten an Tieren, wie zum Beispiel das Lernen neuer Lautäußerungen, ermöglicht es, die Grundlagen dieser Eigenschaften zu entschlüsseln. Forschung im Bereich der Genetik, der Neurobiologie und des Verhaltens von Fledermäusen soll unser Wissen über die Ursprünge der lautlichen Kommunikation von Säugetieren voranbringen und letztendlich Einsicht in die biologischen Grundlagen und Evolution menschlicher Sprache gewähren.

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