Max-Planck-Institut für Psycholinguistik

Max-Planck-Institut für Psycholinguistik

Was passiert im Gehirn, wenn wir einen Satz hören oder bilden? Wie kommt es, dass zwar Kinder wie Erwachsene Sprachen lernen können, dass aber Kinder dabei in aller Regel sehr viel erfolgreicher sind – oder ist dies eine Täuschung? In ihren Projekten gehen die Forscherinnen und Forscher am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik im niederländischen Nijmegen Fragen wie diesen auf den Grund. Auch interessieren sie sich dafür, wie sich Sprache und Denken wechselseitig beeinflussen und welche Rolle dabei das kulturelle Umfeld spielt. Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit stellt die Untersuchung der biologischen Grundlagen der Sprache dar. Den wissenschaftlichen Rahmen des Instituts bilden dabei die fünf Arbeitsbereiche Sprachentwicklung, Neurobiologie der Sprache, Psychologie der Sprache, Sprache und Kognition, und Sprache und Genetik. Diese sind über eine flexible Projektstruktur stark miteinander verbunden, was dem interdisziplinären Charakter des Forschungsgebietes entspricht.

Kontakt

Wundtlaan 1
6525 XD Nijmegen, Niederlande
Telefon: +31 24 3521-911
Fax: +31 24 3521-213

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS for Language Sciences

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Gesten befördern blitzschnelle Antworten
Handbewegungen und Mimik sind ein extrem wichtiger Bestandteil der Kommunikation mehr
Lesenlernen verändert Gehirn bei Erwachsenen
Studie mit Analphabetinnen in Indien gibt auch Hinweise auf mögliche Ursache der Lese-Rechtschreib-Schwäche mehr
Der Balzgesang von Mäusemännchen wird von der gleichen Genveränderung wie beim Menschen beeinflusst mehr
Das schafft unser Gehirn mit links
Unser Körper, unser Verhalten, aber auch unser Gehirn sind alles andere als symmetrisch. Und das scheint wichtig zu sein, damit das Denken, Sprechen und die Motorik reibungslos funktioniert. Forscher am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik fahnden nach genetischen Spuren für dieses Phänomen. mehr
Dem Gehirn beim Sprachenlernen zugeschaut
Wissenschaftler beobachten, wie sich eine neue Grammatik im Kopf einprägt mehr

Warum wir Weil-Sätze oft falsch sagen

Forschungsmeldung 4. April 2016
Begrenzter Planungshorizont beim Sprechen führt zu typischem Grammatikfehler mehr
Avatare im Einsatz für die Sprachforschung

Avatare im Einsatz für die Sprachforschung

Forschungsmeldung 27. Januar 2016
Virtuelle Realität ermöglicht detaillierte Experimente mehr
Schnelle Antworten möglicherweise älter als das Sprechen
Alltagsgespräche geben Hinweise auf die Entwicklung von Sprachen mehr
Sprache und Musik werden in der gleichen Hirnregion verarbeitet
Sprache und Musik werden in der gleichen Hirnregion verarbeitet mehr
Gedächtnis für bedrohte Sprachen

Gedächtnis für bedrohte Sprachen

Forschungsmeldung 12. Oktober 2015
Max-Planck-Sprachenarchiv im "Memory of the World"-Register der UNESCO aufgenommen mehr

Wort und Sinn näher als gedacht

Forschungsmeldung 1. Oktober 2015
Laute und Formen in der Sprache hängen oft mit der Bedeutung zusammen mehr
Alle 90 Sekunden eine Klarstellung

Alle 90 Sekunden eine Klarstellung

Forschungsmeldung 16. September 2015
Universelle Grundsätze für die ‚Reparatur’ von Kommunikation entdeckt mehr
Grammatik kann Wahrnehmung von Bewegung beeinflussen
Unterschiedliche Sprachen können leicht unterschiedliche Effekte darauf haben, wie wir denken und wahrnehmen – ein Phänomen, das unter der Bezeichnung „sprachliche Relativität“ bekannt ist. mehr
Tonsprachen brauchen es feucht

Tonsprachen brauchen es feucht

Forschungsmeldung 20. Januar 2015
Sprachen mit vielfältigen Tonhöhen entwickelten sich vor allem in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit mehr
Sinneswahrnehmung: Erstmal gucken

Sinneswahrnehmung: Erstmal gucken

Forschungsmeldung 15. Januar 2015
Sehen ist die wichtigste Sinneswahrnehmung. Deswegen dominieren entsprechende Verben die Alltagsgespräche von Menschen weltweit mehr
Neues Puzzlestück in der Autismus-Forschung

Neues Puzzlestück in der Autismus-Forschung

Forschungsmeldung 18. September 2014
Spontane Mutationen eines wichtigen Gehirn-Gens sind ein Auslöser dieser Erkrankung mehr
Ein Lexikon der Düfte

Ein Lexikon der Düfte

Forschungsmeldung 5. Mai 2014
Die Angehörigen eines Volkes in Thailand besitzen viele Wörter für Gerüche mehr
Wie wir mit Sprache malen

Wie wir mit Sprache malen

Forschungsmeldung 20. Februar 2014
In den Sprachen der Welt werden Wörter vor allem in der zwischenmenschlicher Interaktion gebraucht, in Kombination mit Gesten und Mimik. Das zeigt besonders das Studium von Ideophonen, anschaulich-sinnlichen Wörtern, die überall auf der Welt verwendet werden. mehr
Erst denken, dann reden?

Erst denken, dann reden?

Forschungsmeldung 20. Februar 2014
In alltäglichen Unterhaltungen beginnen wir oft schon zu sprechen, bevor wir genau festgelegt haben, was wir sagen und wie wir es formulieren wollen. Damit ergibt sich die Frage, wie Denken und Sprechen in der Zeit koordiniert werden. Wie weit denken Sprecher voraus? Ein Beitrag von Antje Meyer vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen mehr
Universelle Konversation

Universelle Konversation

Forschungsmeldung 14. November 2013
Max-Planck-Forscher fanden sprachenübergreifende Ähnlichkeiten bei Wörtern heraus, die Verständnisprobleme signalisieren sollen mehr
Schimpansenmütter fördern Sozialkompetenz ihres Nachwuchses
Schimpansenwaisen verhalten sich gegenüber Altersgenossen aggressiver als Jungtiere, die von ihrer Mutter aufgezogen wurden mehr
Konnten Neandertaler sprechen?

Konnten Neandertaler sprechen?

Forschungsmeldung 10. Juli 2013
Max-Planck-Wissenschaftler vermuten, dass die moderne menschliche Sprache schon vor 500.000 Jahren entstanden ist mehr
Das Orchesterwerk der Sprache

Das Orchesterwerk der Sprache

Forschungsmeldung 20. Februar 2013
Max-Planck-Direktor Peter Hagoort erforscht die Partitur des Gehirns, die Menschen sprechen lässt mehr
Schimpansen besitzen soziale Traditionen

Schimpansen besitzen soziale Traditionen

Forschungsmeldung 31. August 2012
Art der Fellpflege unterscheidet sich zwischen Schimpansen-Gruppen mehr
Indogermanische Sprachen entstanden in Anatolien

Indogermanische Sprachen entstanden in Anatolien

Forschungsmeldung 23. August 2012
Die Studie eines internationalen Forscherteams um Michael Dunn vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik identifiziert den Ursprung indogermanischer Sprachen in Anatolien mehr
Die Sprachensammler

Die Sprachensammler

Forschungsmeldung 9. August 2012
Das DoBeS-Archiv bewahrt bedrohtes Kulturgut indigener Völker mehr
Lernen nach dem Mehrheitsprinzip

Lernen nach dem Mehrheitsprinzip

Forschungsmeldung 12. April 2012
Menschen und Schimpansen folgen bei der Weitergabe von Kultur der Mehrheit mehr
Menschenaffen wägen Risiken ihrer Entscheidungen ab

Menschenaffen wägen Risiken ihrer Entscheidungen ab

Forschungsmeldung 4. Januar 2012
Max-Planck-Forscher zeigen, dass Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans bei der Wahl zwischen zwei Alternativen durchdacht vorgehen mehr

Sprachtest als App fürs Smartphone

Forschungsmeldung 24. November 2011
Wissenschaftler erhalten auf diese Weise mehr Daten zur Sprachverarbeitung im Gehirn
mehr
Videoaufzeichnungen schnell auswerten

Videoaufzeichnungen schnell auswerten

Forschungsmeldung 27. Oktober 2011
Eine Software analysiert Gesten automatisch und erweist sich als nützliches Werkzeug für die Sprachwissenschaft und Medien mehr
Gruppenzwang schon im Vorschulalter

Gruppenzwang schon im Vorschulalter

Forschungsmeldung 25. Oktober 2011
Bereits Vierjährige richten ihre öffentliche Meinung an der Mehrheit aus. mehr
Kinder bevorzugen Kooperation

Kinder bevorzugen Kooperation

Forschungsmeldung 13. Oktober 2011
Menschen lösen Aufgaben lieber gemeinsam, Schimpansen dagegen nicht mehr
Max-Planck-Forscher entschlüsseln Funktion von Foxp2 mehr
Vorgeschichte einer Sprache lenkt ihre Entwicklung

Vorgeschichte einer Sprache lenkt ihre Entwicklung

Forschungsmeldung 14. April 2011
Kulturelle Entwicklung bestimmt Sprachen stärker als universelle Regeln mehr
<strong>Körperwahrnehmung beeinflusst Konzept von „Gut" und "Böse“ </strong>
Max-Planck-Forscher machen aus Linkshändern kurzzeitig Rechtshänder – mit einem verblüffenden Ergebnis: Ihre moralischen Zuordnungen ändern sich mehr
<strong>Trauern Schimpansen um ihre toten Kinder?</strong>

Trauern Schimpansen um ihre toten Kinder?

Forschungsmeldung 1. Februar 2011
Schimpansen-Müttern fällt es schwer, sich von gestorbenen Jungtieren zu lösen mehr
Vom Stammbaum der Sprachen

Vom Stammbaum der Sprachen

Forschungsmeldung 18. Oktober 2010
Was uns Gene verraten mehr
An ihren Gesten sollt Ihr sie erkennen

An ihren Gesten sollt Ihr sie erkennen

Forschungsmeldung 29. Juli 2010
Politiker verraten mit Gesten ihre wahren Gedanken mehr
Mehr als ein Sprung nach links

Mehr als ein Sprung nach links

Forschungsmeldung 14. Dezember 2009
Eine Gedächtnisstudie zu Tanzbewegungen entdeckt grundsätzliche interkulturelle Unterschiede mehr
Vom Sprechen und Schweigen

Vom Sprechen und Schweigen

Forschungsmeldung 1. Dezember 2009
Eine universelle Grammatik aller Sprachen gibt es zwar nicht. Dafür aber möglicherweise universelle Regeln für den Gebrauch von Sprache mehr

Film-Untertitel helfen beim Sprachenlernen

Forschungsmeldung 12. November 2009
Wer sich Filme im Original ansieht, lernt gut Englisch. Noch besser ist es, wenn englische Untertitel einblendet werden mehr
Kinder sind kreative Sprachdesigner

Kinder sind kreative Sprachdesigner

Forschungsmeldung 16. September 2004
Analyse einer Gebärdensprache zeigt: Spracherwerb formt die kognitiven Fähigkeiten von Kindern, die wiederum die Entwicklung der Sprache elementar prägen mehr
Wie wir lernen, unseren Weg zu finden

Wie wir lernen, unseren Weg zu finden

Forschungsmeldung 8. Juni 2004
Kernspintomographie-Studie zeigt, wie das Gehirn automatisch und unbewusst wichtige Wegmarkierungen in einer bestimmten Hirnregion abspeichert mehr
Unser Körper, unser Verhalten, aber auch unser Gehirn sind alles andere als symmetrisch. Und das scheint wichtig zu sein, damit Denken, Sprechen und Motorik reibungslos funktionieren.
In normalen Unterhaltungen beginnen wir oft zu sprechen, bevor wir genau festgelegt haben, was wir sagen wollen. Antje Meyer und ihr Team am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen gehen der Frage nach, wie wir Aussagen planen und welche Hindernisse es dabei geben kann. Dafür schicken die Forscher Probanden aufs Laufband, sie bauen virtuelle Umgebungen und fahren nach Indien, um dort zu untersuchen, was Analphabeten bei der Sprachverarbeitung anders machen
Weltweit werden derzeit etwa 7000 Sprachen gesprochen. Nicht wenige davon sind akut bedroht: Sie werden nur noch von einem kleinen Personenkreis gesprochen und nicht mehr an nachfolgende Generationen weitergegeben. Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass am Ende des 21. Jahrhunderts noch höchstens ein Drittel – vielleicht aber auch nur noch ein Zehntel – der heute gesprochenen Sprachen existieren werden. Der Wert, den Menschen ihrer eigenen Sprache beimessen, hängt stark von sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ab. Besonders bedroht sind Sprachen von Bevölkerungsgruppen, die eine nur geringe soziale Reputation besitzen. Doch was noch schlimmer ist: Mit jeder sterbenden Sprache gehen auch kulturelle und intellektuelle Eigenheiten verloren. Um gefährdete Sprachen und Dialekte zumindest zu dokumentieren und für die Nachwelt – und auch für künftige Forscher – zu erhalten, wurde im Jahr 2000 das DOBES Programm ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in vielen Gebieten auf der ganzen Welt. Im Norden Namibias etwa gilt ihr Interesse der Khoisan-Sprache ǂAkhoe Haiǀǀom, die viele Klick-Laute beinhaltet. Diese werden in der Standardorthografie durch die Zeichen !, ǀ, ǀǀ und ǂ dargestellt. Zur Vorbereitung eines Workshops über Minderheitensprachen im südlichen Afrika führt eine lokale Mitarbeiterin des Projekts, die Lehrerin Mariane Kheimses, ein Interview mit Abakup ǀǀ Gamǀǀgaeb über seine Ansichten und Einstellungen zu seiner Muttersprache. Die Mitglieder der Gemeinschaft konnten sich nämlich nicht vorstellen, bei der Tagung nur einen einzigen Repräsentanten für alle sprechen zu lassen. Daher wurde beim Workshop statt eines Vortrags eine Reihe von Videointerviews gezeigt. So waren alle möglichen Meinungen vertreten.

Unfassbar schön

MPF 2 /2008 Kultur & Gesellschaft
Ob sich, was auf verschiedensten Gebieten als schön empfunden wird, in allgemeingültige Formeln fassen lässt, diskutieren Experten vieler Disziplinen.
Seit 25 Jahren besucht ein Psycholinguist immer wieder die Trobriand-Inseln und erlebt dort dramatische Veränderungen von Sprache und Kultur der Einheimischen.
Komplexe psychische Erkrankungen werden häufig als extreme Ausprägungen eines kontinuierlichen Krankheitsspektrums verstanden. Am anderen Ende dieser Dimension befinden sich krankheitsähnliche, aber oft weniger schwere Symptome, die in vielen von uns auftreten können. Genetische Untersuchungen zu sozial-kommunikativen Fähigkeiten konnten zeigen, dass die Theorie dimensionsübergreifender genetischer Faktoren sowohl in Bezug auf autistische als auch schizophrene Erkrankungen gestützt werden kann. Dieser Zusammenhang ist jedoch krankheitsspezifisch und abhängig vom kindlichen Entwicklungsstand. mehr
Das Sprechen als interaktiver Vorgang ist in aller Regel mit einem schnellen Sprecherwechsel (turn-taking) der Gesprächspartner verbunden. Dieses turn-taking-System hat besondere Eigenschaften: Die Reaktionen der Gesprächsteilnehmer auf die Redebeiträge der Gesprächspartner sind äußerst schnell, obwohl diese unterschiedlich lang und oft sehr komplex sein können, sodass für die kognitive Sprachverarbeitung nur sehr wenig Zeit bleibt. Wie sich nun zeigt, hat dieses bisher in der Kognitionsforschung vernachlässigte System tiefgreifende Folgen für die Sprachverarbeitung und den Spracherwerb. mehr

Ich sehe was, was du nicht sagst! Wie Sprache unsere Wahrnehmung färbt

2016 Flecken, Monique; Francken, Jolien
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
Die Hypothese, dass die Muttersprache die Wahrnehmung der Welt beeinflusst, fasziniert Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten. In einem Projekt am MPI für Psycholinguistik wird sprachvergleichend mithilfe neurowissenschaftlicher Methoden untersucht, unter welchen Umständen diese Annahme bestätigt werden kann. Es konnte gezeigt werden, dass bei der Wahrnehmung von sowohl einfachen als auch komplexen Sachverhalten (Objekte oder Bewegungsereignisse) stets automatisch unser Sprachsystem involviert ist. Diese Aktivierung entsteht ungeheuer schnell und kommt somit unbewusst zur Wirkung. mehr

Die Genetik seitenspezifischer Unterschiede im Hirn

2015 Francks, Clyde
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Die linke und rechte Hälfte des menschlichen Gehirns sind auf unterschiedliche kognitive Funktionen spezialisiert. Beispielsweise wird Sprache meist in der linken Hirnhälfte verarbeitet. Jedoch sind die genetischen Mechanismen, die diese Lateralisation steuern, noch unbekannt. Darüber hinaus werden Dyslexie, Sprachstörungen, Schizophrenie und Autismus mit abweichender Hirnlateralisation in Verbindung gebracht. Daher ist die Erforschung der genetischen Basis dieser Hirnasymmetrie interessant für die Neurowissenschaft, mit Anwendungen für die Behandlung von Lernstörungen oder in der Psychiatrie.

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Wie das soziale Netzwerk das Sprachverstehen beeinflusst

2015 Lev-Ari, Shiri; Meyer, Antje Susanne
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Menschen haben unterschiedlich viele soziale Kontakte. Da wir Sprache von unserer Umgebung lernen, würde man erwarten, dass die Größe dieses sozialen Netzwerks unsere Sprachverarbeitung beeinflusst. Das ist tatsächlich der Fall. In einem Projekt am MPI für Psycholinguistik wird untersucht, welche Aspekte der Sprachverarbeitung im Erwachsenenalter mit Merkmalen des sozialen Netzes in Zusammenhang gebracht werden können und welche psychologischen Mechanismen für Beziehungen verantwortlich sind. Das Projekt zeigt, dass unsere Lebensweise unsere Kommunikationsfertigkeiten beeinflusst.

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Computermodelle für Spracherwerb und Sprachproduktion

2014 Fitz, Hartmut
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Relativsätze sind ein syntaktisches Mittel, um komplexe Satzstrukturen zu erzeugen, und machen Sprache strukturell produktiv. Wie Kinder Relativsätze erlernen und wie diese im Sprachsystem verarbeitet werden, ist trotz einer Vielzahl experimenteller Studien weitestgehend unklar. Durch den Einsatz eines computerbasierten Lernmodells haben Wissenschaftler des MPI für Psycholinguistik neue Aufschlüsse erlangt. Das Modell erklärt die unterschiedliche Entwicklung von Relativsätzen im Englischen sowie sprachübergreifende Unterschiede.

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Die sprachliche Vielfalt der Welt erfassen: The Language Archive

2014 Klein, Wolfgang
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Weil sprachliche Systeme sehr komplex sind und Sprachdokumentation lange auf Papier und Bleistift angewiesen war, sind nur wenige der 7000 Sprachen gut beschrieben. Audio- und Videoaufzeichnungen sowie digitale Techniken ermöglichen nun den Aufbau von Sprachenarchiven. Eines der größten ist The Language Archive (TLA) am MPI für Psycholinguistik; es wird seit 2011 gemeinsam von der MPG, der Niederländischen Akademie der Wissenschaften und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften finanziert.

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Wie wir mit Sprache malen

2013 Dingemanse, Mark
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften

Wörter entstehen nicht als Tintenkleckse auf Papier sondern in zwischenmenschlicher Interaktion. Dass das Wesen von Sprache fundamental interaktiv und vielschichtig ist, zeigt sich beim Studium von Ideophonen, anschaulich-sinnlichen Wörtern, die überall auf der Welt gebraucht werden. Wie präzise diese Lautbilder Kommunikation über sensorisches Wissen ermöglichen, wurde detailliert untersucht. Es zeigte sich, dass wir mit Sprache malen können und dass die Lautmalerei, die manchmal als kindlich abgetan wird, in Wahrheit ein bedeutendes Ausdrucksmittel ist, über das alle verfügen.

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Erst denken, dann reden? Zur zeitlichen Koordination von Sprechen und Denken

2013 Konopka, Agnieszka; van de Velde, Maartje; Meyer, Antje
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
In alltäglichen Unterhaltungen beginnen wir oft schon zu sprechen, bevor wir genau festgelegt haben, was wir sagen und wie wir es formulieren wollen. Damit ergibt sich die Frage, wie Denken und Sprechen in der Zeit koordiniert werden. Wie weit denken Sprecher voraus? Die MPI-Forscher beschreiben, wie dies durch die Analyse von Augenbewegungen untersucht werden kann. Ihre Experimente zeigen, wie der Zeitverlauf der gedanklichen Vorbereitung von Inhalt und Form der Äußerung abhängt. Damit eröffnen sie neue Perspektiven zum Zusammenhang von Denken und Sprache. mehr

Was die Gene zur Sprache beitragen

2012 Vernes, Sonja Catherine
Genetik
FOXP2 wurde als erstes Gen identifiziert, das durch Mutationen spezifische Sprachstörungen verursacht. Das FOXP2-Protein kontrolliert das An- und Ausschalten hunderter Gene, allerdings ist unbekannt, warum Mutationen in FOXP2 Sprachstörungen hervorrufen oder welche Gene und zellulären Mechanismen FOXP2 während der Entwicklung steuert. Wissenschaftler am MPI für Psycholinguistik starteten eine „Großfahndung“ nach den von Foxp2 gesteuerten Genen und entdeckten, dass Foxp2 die Ausbildung von neuronalen Verbindungen und so die für den Spracherwerb notwendigen neuronalen Netzwerke reguliert. mehr

Faktenwissen – nicht perzeptuelles Wissen – beeinflusst unsere Interpretation der Welt

2012 Mitterer, Holger
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
Es ist bekannt, dass Faktenwissen beeinflusst, wie wir die Welt sehen. Es war aber bisher unklar, ob dieser Einfluss vom exakten perzeptuellen Wissen oder vom abstrahierten semantischen Wissen ausgeht. Beide Erklärungen sind schwierig zu unterscheiden, da das semantische Wissen natürlich in hohem Maße von den perzeptuellen Eindrücken bestimmt wird. Eine Ausnahme bilden Ampeln: Sie sind in allen europäischen Ländern sehr ähnlich, werden jedoch mit unterschiedlichen Farben assoziiert. Auf dieser Grundlage konnte gezeigt werden, dass sprachspezifische Labels beeinflussen, wie wir die Welt sehen. mehr
Es wird häufig behauptet, dass die Vorhersage von unmittelbar bevorstehenden Ereignissen eine grundlegende Eigenschaft der menschlichen Kognition ist. Neue Befunde aber legen jetzt nahe, dass die Alphabetisierung (die Lese- und Schreibfähigkeit) eine wichtige Voraussetzung für die Antizipation von Wörtern beim Verstehen gesprochener Sätze ist. Untersuchungen ergaben, dass schreib- und lesekundige Probanden (aber nicht Analphabeten) syntaktische und assoziative Informationen aus gesprochenen Sätzen nutzen, um vorherzusagen, welchen Gegenstand ein Sprecher als Nächstes erwähnen wird. mehr

Machst Du jetzt Witze oder was? ­– Die Sprechweisen der Trobriand-Insulaner

2011 Senft, Gunter
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
Die Trobriand-Insulaner von Papua-Neuguinea unterscheiden und benennen in ihrer Sprache –­ dem Kilivila – ­Genres und Varietäten oder Register, die von diesen Genres konstituiert werden. Die Dokumentation und Analyse dieser Varietäten und Genres zeigt, wie wichtig es ist, diese metasprachlichen Differenzierungen zu verstehen. Auf dem Verständnis der trobriandischen Texttypologie und der kulturspezifischen Sprechweisen der Trobriander basiert nämlich die sprachliche und kulturelle Kompetenz, die notwendig ist, um angemessen mit den Trobriandern zu interagieren. mehr

Ab wann nutzen Kinder die Intonation zum Ausdruck neuer Information?

2010 Chen, Aoju
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
In einer Studie am Max-Planck-Institut in Nijmegen wurde untersucht, wie und wann Kinder die Regeln der Intonation in der niederländischen Sprache beherrschen. Die Ergebnisse zeigten, dass sie mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen, bevor sie im Alter von sieben oder acht Jahren so intonieren wie die Erwachsenen, die einen Fokus (sprich: neue Information) mit einem fallenden Akzent markieren. mehr

Wie der Körper Sprache und Vorstellungsvermögen im Gehirn formt

2010 Casasanto, Daniel
Kognitionsforschung
Wenn unsere geistigen Fähigkeiten zum Teil von der Struktur unserer Körper abhängen, dann sollten Menschen mit unterschiedlichen Körpertypen unterschiedlich denken. Um dies zu überprüfen, haben Wissenschaftler des MPI für Psycholinguistik neurale Korrelate von Sprachverstehen und motorischen Vorstellungen untersucht, die durch Aktionsverben hervorgerufen werden. Diese Verben bezeichnen Handlungen, die Menschen zumeist mit ihrer dominanten Hand ausführen (z. B. schreiben, werfen). Das Verstehen dieser Verben sowie die Vorstellung entsprechender motorischer Handlungen wurde in Gehirnen von Rechts- und Linkshändern unterschiedlich lateralisiert. mehr

Sind die emotionalen Gesichtsausdrücke des Menschen in allen Kulturen gleich?

2009 Senft, Gunter
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
Bislang geht man davon aus, dass sich die Gefühle des Menschen, unabhängig von Kultur und Sprache, in gleicher Weise im Gesichtsausdruck widerspiegeln. Dieser Beitrag skizziert nun ein Forschungsprojekt am MPI für Psycholinguistik, in dem diese Hypothese von der Universalität des mimischen Ausdrucks von Emotionen im Sprach- und im Kulturvergleich untersucht wird. Präsentiert werden erste Forschungsergebnisse, die der Hypothese widersprechen. mehr

Der Ton macht nicht nur die Musik

2009 Braun, Bettina
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
Die Sprachmelodie einer Äußerung vermittelt dem Hörer unter anderem, ob ein und dieselbe Äußerung als Frage oder Aussage gemeint ist und welche Information der Sprecher als neu oder verschieden vom Vorkontext ansieht. Untersuchungen am MPI für Psycholinguistik zeigen, dass Hörer in der Lage sind, diese Information effizient zu nutzen, um beispielsweise Vorhersagen über den weiteren Verlauf der Sprecheräußerung zu treffen oder zu erschließen, welche kontextuellen Alternativen den Sprecher zu einer kontrastiven Äußerung bewegten. Diese Fähigkeit könnte unter anderem dafür verantwortlich sein, dass sprachliche Kommunikation so effizient ist. mehr

Über Broca, Gehirn und Bindung

2008 Hagoort, Peter
Sprachwissenschaften
Beim Sprechen und beim Sprachverstehen findet man die Wortbedeutung im Gedächtnis auf und kombiniert sie zu größeren Einheiten (Unifikation). Solche Unifikations-Operationen laufen auf unterschiedlichen Ebenen der Sprachverarbeitung ab. In diesem Beitrag wird ein Rahmen vorgeschlagen, in dem psycholinguistische Modelle mit neurobiologischer Sprachbetrachtung in Verbindung gebracht werden. Diesem Vorschlag zufolge spielt der linke inferiore frontale Gyrus (LIFG) eine bedeutende Rolle bei der Unifikation. mehr

Kulturelle Vielfalt und die Ursprünge menschlichen Denkens

2007 Haun, Daniel
Evolutionsbiologie Kognitionsforschung Verhaltensbiologie
Wie verstanden unsere evolutionären Vorfahren ihre Welt? Welche Strategien benutzten sie zum Beispiel, um Nahrung zu suchen? Gedanken sind in Fossilien nicht festgehalten. Deshalb bedient sich eine institutsübergreifende Forschergruppe der Max-Planck-Institute für Psycholinguistik und Evolutionäre Anthropologie einer alternativen Methode: der vergleichenden psychologischen Forschung. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass einige der in der Evolution angelegten Strategien offenbar schon sehr früh durch die einzigartige kognitive Entwicklung beim Menschen überschrieben werden. mehr

Auf der Suche nach der Grundlage der ersten Wörter

2007 Johnson, Elizabeth
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
Kinder erkennen beim Erwerb der Muttersprache die ersten Wörter lange bevor sie zu sprechen beginnen. Wissenschaftler am MPI für Psycholingustik beschäftigten sich mit der Frage, wie das möglich ist. Laut einem viel beachteten Vorschlag beginnen Kinder Wörter zu lernen, indem sie die Übergangswahrscheinlichkeiten von einer Silbe zur nächsten beachten. In den Untersuchungen zeigt sich jedoch, dass diese Strategie problematisch ist, wenn man die Komplexität gesprochener Sprachen in Betracht zieht. Daher denken die Forscher am MPI, dass Kinder die Prosodie – die Sprachmelodie – als Ausgangspunkt zum Erlernen ihrer ersten Wörter benutzen. mehr

Die erste Begegnung mit einer neuen Sprache

2006 Dimroth, Christine; Gullberg, Marianne; Roberts, Leah
Sprachwissenschaften
In dieser Untersuchung geht es um die Frage, was Erwachsene beim ersten Kontakt mit einer unbekannten Zweitsprache wahrnehmen und verarbeiten können. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik prüfen insbesondere, welche Rolle die Menge des sprachlichen Inputs, die Häufigkeit, mit der bestimmte Einheiten vorkommen, sowie die Hervorhebung durch sprachbegleitende Gesten für das Erkennen von Wörtern und das lexikalische Lernen spielen. mehr

Aspekte der Sprachproduktion

2006 Sprenger, Simone
Kognitionsforschung Sprachwissenschaften
Die Fähigkeit des Menschen, seine Gedanken in Worte zu fassen und zu artikulieren, definiert das Forschungsgebiet der Sprachproduktion. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kognitive Repräsentationen (also das im Hirn gespeicherte Wissen) und Denkprozesse zusammenwirken, um den so mühelos erscheinenden Prozess des Sprechens zu ermöglichen. Die hier dargestellten Untersuchungen befassen sich mit den semantischen, syntaktischen und phonologischen Teilprozessen des Sprechens sowie mit deren Beziehungen zu eng verwandten kognitiven Fähigkeiten. mehr

Wie das menschliche Gehirn Orientierung ermöglicht

2005 Gabriele Janzen
Kognitionsforschung
Um sich in seiner Umgebung zurechtzufinden, muss der Mensch wichtige Markierungen und Informationen entlang einer Wegstrecke im Gedächtnis speichern. Nur so können diese Markierungen später wiedererkannt werden und an Weggabelungen als Landmarke dienen. Wie das menschliche Gehirn die Relevanz wichtiger Schlüsselstellen eines Weges speichert und abruft, war bisher nicht bekannt. Mittels funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie konnte eine Arbeitsgruppe am MPI für Psycholinguistik in Nijmegen zeigen, dass das Gehirn im parahippocampalen Gyrus selektiv Gegenstände speichert, die an navigationsrelevanten Orten einer Route platziert waren. Diese automatische Speicherung relevanter Orte, auch ohne bewusstes Wiedererkennen einzelner Gegenstände, bietet einen neuronalen Mechanismus für effiziente und erfolgreiche Navigation. mehr

Vom Postboten zum Posboten und zurück

2005 Holger Mitterer
Sprachwissenschaften
Am MPI für Psycholinguistik in Nijmegen wurde untersucht, wie Hörer Wörter noch verstehen können, bei denen in flüssiger Sprache das /t/ am Wortende weggefallen ist (‚Postbote’ wird zu „Posbote“). Verhaltens- sowie neurobiologische Daten zeigen, dass eine Kompensation früh in der Wahrnehmung geschieht und sowohl auf phonologisches als auch auf Weltwissen zurückgreift. Mit Weltwissen ist dabei jenes Wissen gemeint, das wirklich jeder besitzt, auch ohne zusätzliche Ausbildungen. mehr

Produzieren von Ein- und Mehrwortäußerungen

2004 Roelofs, Ardi; Schiller, Niels
Sprachwissenschaften
Sprechen ist im Allgemeinen ein schneller und automatischer Prozess. Im Durchschnitt artikulieren wir zwei bis drei Wörter pro Sekunde und machen dabei relativ wenig Fehler (circa ein Versprecher auf tausend Wörter). Die einfachsten Äußerungen bestehen aus nur einem Wort, beispielsweise das Benennen eines Objektes. Die Fähigkeit, auf einzelne Wörter zuzugreifen, ist jedoch essentiell für die Produktion von Mehrwortäußerungen. Die Theorie, die Wissenschaftler im Arbeitsbereich Sprachproduktion entwickelten, analysiert den lexikalischen Zugriff als seriellen Prozess: Erst wenn ein früherer Prozess abgeschlossen ist, wird mit dem nächsten begonnen. mehr

"Putting Things in Places": Effekte linguistischer Typologie auf die Sprachentwicklung

2004 Narasimhan, Bhuvana; Bowerman, Melissa; Brown, Penny; Eisenbeiss, Sonja; Slobin, Dan
Sprachwissenschaften
Das Konzept "Ereignis" wurde als ein ontologisches Grundprinzip in natürlichen Sprachen postuliert. Dennoch haben sich bisher nur wenige Forscher mit den Mustern der Ereignis-Kodierung befasst. In der aktuellen Studie untersuchten Bhuvana Narasimhan und ihr Team am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, wie Erwachsene und Kinder Ereignisse der Platzierung (wie zum Beispiel ein Buch auf einen Tisch zu legen) in verschiedenen Sprachen (Finnisch, Englisch, Deutsch, Russisch, Hindi, Tzeltal Maya, Spanisch und Türkisch) ausdrücken. Bisherige Resultate zeigen, dass die acht Sprachen Platzierungs-Ereignisse grammatisch hauptsächlich auf zwei Arten kodieren. Weitere Untersuchungen zeigen jedoch feinere sprachübergreifende Variationen innerhalb der zwei Sprachgruppen. Kinder erkennen diese feinen Charakteristika ihrer Sprache schon früh, allerdings nur dann, wenn diese Merkmale prägnant wahrnehmbar sind. Die vorliegende Studie zeigt, dass eine einheitliche Auffassung von "Ereignis" nicht ausreicht, um die komplexen aber systematischen Muster der Ereignis-Kodierung in verschiedenen Sprachen zu erklären. Darüber hinaus ist sie auch nicht subtil genug, um zu erklären, dass frühe Sprachäußerungen von Kindern durch mehrere Faktoren, inklusive der Verteilung bestimmter Elemente im Satz, beeinflusst werden. mehr