Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Am Institut forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Grundfragen und aktuellen Problemen des Völkerrechts, des Unionsrechts und des öffentlichen Rechts verschiedener Staaten, zusammen mit zahlreichen Gastforschern aus der ganzen Welt. Seine Forschung durchdringt Rechtsprobleme dogmatisch oder theoretisch, systematisiert und vergleicht und leistet einen Beitrag zur Fortentwicklung des Rechts und zur Lösung aktueller Probleme. Das Institut berät nationale, europäische und internationale Institutionen. Die Institutsbibliothek ist auf ihren Gebieten nicht nur die größte juristische Spezialbibliothek in Europa, sondern auch eine der größten der Welt.

Kontakt

Im Neuenheimer Feld 535
69120 Heidelberg
Telefon: +49 6221 482-1
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Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren bzw. Direktorinnen und in den Forschungsgruppen.

Fünf Männer diskutieren auf dem EU-Gipfel, darunter auch Bart De Wever, Premierminister von Belgien

Ist das Reparationsdarlehen wirklich vom Tisch?

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Unterwasser-Roboterarm greift eine Manganknolle, auf dem ein weißer Organismus wächst, auf dunklem Meeresboden.

Der Meeresboden birgt enorme Reserven an Mangan, Kobalt, Nickel und anderen Mineralien. Bislang gibt es keinen internationalen Konsens, ob und wie deren Abbau erfolgen soll. Wie kann der Meeresboden als „Erbe der Menschheit“ geschützt werden?

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Zwei Männer im Anzug stehen in einem hellen Raum vor einem Banner und schütteln sich die Hand bei der Eröffnung des Max Planck Center for Democracy, Security and Human Rights.

Max Planck Center bringt Forschende aus Freiburg und Jerusalem zusammen

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Beschädigtes Kinderkrankenhaus Ohmatdyt in Kiew nach einem Bombenangriff Russlands am 8 Juli 2024

Von der Konfiszierung russischen Vermögens bis zu einer Ukraine Claim Commission: Welche Ideen zum finanziellen Wiederaufbau es gibt

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 Europäischer Rat tagt in einem modernen Konferenzraum.

Max-Planck-Wissenschaftler skizzieren rechtliche Lösungen, wie sich erwartete Vetos bei EU-Sanktionen gegen Russland umgehen lassen

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Ob H5N1 in den USA oder eine Ebola-Variante in Uganda: Zoonosen bedrohen die Gesundheit der Menschen weltweit. Doch selbst fünf Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Weltgemeinschaft noch keine verbindlichen Regeln für ein internationales Pandemie-Management geschaffen. Höchste Zeit, findet Pedro A. Villarreal, Experte für globales Gesundheitsrecht.

Soziale Medien prägen unsere Debatten, Wahlen und Wahrnehmung. Während die einen nach strengeren Regeln rufen, wünschen sich andere weniger Vorschriften. Eine interdisziplinäre Gruppe untersucht, wie die EU den digitalen öffentlichen Raum reguliert, und fordert mehr Förderung von Vielfalt.

Demokratie lässt sich mit demokratischen Mitteln abschaffen. Diese Lehre aus der Weimarer Republik war lange nicht mehr so aktuell wie heute. Wie weit können Gesetze die Demokratie schützen, und wo liegen die Grenzen? Forschende des Netzwerks Max Planck Law ergründen Wirkweise und Notwendigkeit rechtlicher Regelungen.

Mehr als 116 Millionen Menschen waren 2023 laut UNHCR weltweit auf der Flucht – vor Gewalt, Krieg, zunehmend aber auch infolge von Klimaextremen, ansteigendem Meeresspiegel und Verteilungskämpfen, die etwa durch Wassermangel entstehen. Doch Klimafolgen kannten die Schöpfer der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 noch nicht als einen Grund, die Heimat zu verlassen. Das Völkerrecht und die Migrationsforschung zeigen auf, wie mit Migration als Folge des Klimawandels umgegangen werden könnte.

Heute erscheint es als selbstverständlich, dass die Sicherung des Friedens zwischen den Staaten das erste Ziel der Diplomatie ist. Ob das gelingt, hängt von zwei Faktoren ab: dem politischen Verhandlungsgeschick und der Expertise im Hintergrund. Diese bietet das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht seit hundert Jahren – und hat damit Spuren in der Zeitgeschichte hinterlassen.

Klares Wählervotum nach acht Jahren nationalkonservativer Politik der PiS-Partei: Polen will die Demontage von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stoppen. Doch wenn der Staatspräsident eine parteipolitische Agenda verfolgt und das Verfassungsgericht politisiert ist – wie lassen sich da demokratische Reformprozesse gestalten? Für Armin von Bogdandy und Dimitri Spieker zählen Umsicht, Taktik und Impulse aus der Bevölkerung.

Die Malediven, Kiribati, Tuvalu oder Teile der Salomonen: Wenn der Meeresspiegel weiterhin ansteigt, werden mehrere Inselstaaten binnen weniger Jahrzehnte im Meer verschwinden. Die Einwohner werden heimatlos – bisher ohne Chance auf Asyl oder Ersatzterritorium. Der Jurist Tom Sparks vom Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht sucht Lösungen für untergehende Staaten.

Für die Bekämpfung des Klimawandels müssen wir nicht nur die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas stoppen. Auch in anderen Bereichen braucht es einen Wandel, etwa in der Ernährung: So schadet Fleischessen dem Klima ebenfalls. Und doch scheuen sich die meisten Politikerinnen und Politiker, hier einzugreifen. Die Juristin Saskia Stucki erklärt, warum Essensfragen ein Tabuthema sind und wie die Politik wirkungsvoll handeln könnte.

Forschungskoordinator (m/w/d)

Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg 8. Dezember 2025

Das Individuum im Völkerrecht: Geschichte und Theorie

2024 Peters,  Anne; Sparks, Tom  

Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

In unserem Buch untersuchen wir die Veränderung des Rechtstatus des Einzelmenschen im Völkerrecht. Diese „Humanisierung“ wird in verschiedenen historischen Perioden (von der Antike bis 1945) und aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven (wie Rechtspositivismus, Naturrecht, Marxismus, Drittweltansätze, Feminismus, globales Recht oder Rechtsethnologie) analysiert. Das Völkerrecht muss sich in einer Zeit tiefgreifender ökologischer und technischer Herausforderungen dem Post-Anthropozentrismus stellen, und wir beobachten eine Humanisierung neuer Bereiche wie Gewaltverbot und Klimarecht. 

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Transition 2.0: die Rückkehr zu demokratischer Verfassungsstaatlichkeit

2023 Armin von Bogdandy, Luke Dimitrios Spieker

Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Seit einigen Jahren ist in mehreren EU-Mitgliedstaaten ein Rückgang an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu beobachten. Die jüngsten Wahlen in Polen haben jedoch gezeigt, dass solche illiberalen Entwicklungen aufgehalten werden können. Eine neue Regierung wird nun vor der Herausforderung stehen, die demokratische Rechtsstaatlichkeit in Polen wiederherzustellen. Dabei handelt es sich um eine gewaltige Aufgabe, denn die Veränderungen reichen tief: Es braucht eine Transition 2.0. Unser Projekt untersucht, wie europäisches Recht und Institutionen diesen Prozess unterstützen und einhegen können.

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Tiere im Kriegsvölkerrecht 

2022 Peters, Anne; de Hemptinne, Jérôme; Kolb, Robert 

Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Wild-, Nutz- und andere Tiere sind vernachlässigte Opfer bewaffneter Konflikte. Das Projekt untersucht erstmals den mangelnden rechtlichen Schutz von Tieren im Krieg. Es analysiert, welche Rechtskonzepte, Prinzipien und Argumente des humanitären Völkerrechts angewendet und angepasst werden können, um den Schutz von Tieren zu verbessern. Es macht Vorschläge zur Umsetzung und Durchsetzung dieser Rechtsnormen durch nationale und internationale Institutionen. 

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Bevölkerungszahlen haben Menschen seit jeher beschäftigt. Doch die Zahl der Weltbevölkerung ist für Wissenschaft und Öffentlichkeit erst seit etwa 120 Jahren ein Thema. Mit Bevölkerungsentwicklungen waren auch immer normative Fragen verbunden. In meiner Forschung untersuche ich, wie Debatten um Bevölkerungszahlen modernes Recht mitprägten und wie besonders zwischen 1945 und 1980 das Thema des globalen und regional verschiedenen Bevölkerungswachstums Entwicklungen im internationalen Recht beeinflusste.

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Sorgfaltspflichten und internationale Rechtsordnung: Die strukturverändernde Bedeutung eines vielschichtigen Rechtsbegriffs

2020 Krieger, Heike; Peters, Anne; Kreuzer, Leonhard

Rechtswissenschaften Sozialwissenschaften

Völkerrechtliche Due Diligence-Pflichten zwingen die Staaten, Verfahren und Institutionen des Risikomanagements auszubauen und helfen, Staaten zur Verantwortung zu ziehen. Gleichzeitig birgt die Konzentration auf bloße Due Diligence die Gefahr der Aufweichung substanzieller Rechtspflichten und damit der Schwächung der internationalen Ordnung. Unser Buch analysiert die Due Diligence-Pflichten in relevanten Teilgebieten des Völkerrechts. Der Aufstieg von Due Diligence ist Teil des aktuellen Trends der Stärkung von Verfahrensvorschriften (im Gegensatz zu inhaltlichen Vorgaben) im Völkerrecht.

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