Echt Nobel - Die Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft

Podcast 4. April 1964
© Max-Planck-Gesellschaft

Der Cholesterin-Knacker

Feodor Lynen wurde 6. April 1911 in München geboren. Er studiert Chemie an der Universität München  und promovierte 1937 bei dem Chemie-Nobelpreisträger Heinrich Wieland. Lynen blieb dem dynamischen Feld der Biochemie treu – zunächst als Dozent für Chemie an der Universität München, dann ab 1953 als Professor und nur ein Jahr später als Direktor am Max-Planck-Institut für Zellchemie. Mit den analytischen Methoden der Chemie kommt er Anfang der 1950er-Jahre den natürlichen Reaktionswegen der Essigsäure hin zu Fettsäuren, Cholesterin und Steroidhormonen auf die Spur. Im gelingt es zahlreiche Details der Stoffwechselabläufe in lebenden Zellen aufzuklären, insbesondere Struktur und Bedeutung der «aktivierte Essigsäure». Lynens Entdeckungen ermöglichen verbesserte Therapien gegen tödliche Volkskrankheiten wie Diabetes und Arteriosklerose und die Entwicklung von Medikamenten gegen zu hohes Blutcholesterin – bis heute ein bedeutender Umsatztreiber für Pharmakonzerne. 1964 erhielt Feodor Lynen für seine bahnbrechenden Arbeiten den Nobelpreis für Medizin. Als Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried bei München konnte er jedoch den Erfolg des Instituts als Keimzelle der deutschen Biotech-Industrie nicht mehr miterleben – er starb 1979 im Alter von 68 Jahren.

Zur Redakteursansicht