Zur Person

Amanda Monte

hat Biologie und Umweltverhaltensforschung studiert und erhielt ihren Master im Jahr 2012 an der Staatlichen Universität von Pará in Brasilien, wo sie sich auf Biostatistik sowie Verhaltenstheorie und -forschung spezialisierte. Seit 2013 arbeitet die 29-Jährige an ihrer Promotion bei Direktor Manfred Gahr am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen. Gerade bereitet sie ihre erste wissenschaftliche Veröffentlichung vor.

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Wissenschaftlicher Luxus – hart erarbeitet

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Alte Traditionen in einer neuen Welt

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Post vom Amazonas, Brasilien

Auf leisen Sohlen durch den Regenwald

Die Verhaltensbiologin Amanda Monte arbeitet derzeit am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen an ihrer Promotion. Im brasilianischen Regenwald forscht sie über die Kommunikation von Kolibris.

Regnerisch und nicht ganz so regnerisch – das sind die zwei Jahreszeiten im Regenwald. Für Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind jedoch alle Jahreszeiten in diesem facettenreichen Ökosystem extrem faszinierend, Regen hin oder her. Ich arbeite mit Kolibris, nehme ihre Stimmen auf und versuche herauszufinden, wie sie ihre Laute erlernen – so wie auch Singvögel und Papageien.

"Ich habe keine Angst vor Schlangen oder Jaguaren", sagt Amanda Monte. Bild vergrößern
"Ich habe keine Angst vor Schlangen oder Jaguaren", sagt Amanda Monte.

Anders als bei anderen Tieren sind ihre Laute nicht instinktives, sondern erlerntes Verhalten – und zwar ein sehr vielseitiges. Denn verschiedene Kolibrigattungen haben unterschiedliche Kommunikationsstrategien: Es gibt sowohl nonverbale Gattungen, die Flügel- oder Schweifgeräusche einsetzen, als auch solche, bei denen die Männchen die Weibchen mit den ausgereiftesten Liedern innerhalb eines regelrechten Gesangswettbewerbs bezirzen.

Während meiner Feldarbeit verbringe ich viele Stunden damit, durch den dichten Nebel zu wandern, meinen Assistenten an der Seite, ausgestattet mit meinem Aufnahmegerät, nur mit der nötigsten Ausstattung – einem Messer. Wenn wir Glück haben und einen Kolibri erspähen, beobachten wir die seltene Schönheit, während wir Laute und Lieder aufnehmen. Ein mitunter ganz schön gefährliches Unterfangen! Einmal habe ich mir eine Leiter selbst gebaut und wäre fast heruntergefallen.

Doch dies ist bei Weitem nicht der gefährlichste Aspekt von Feldarbeit in Südamerika. Und ich habe auch keine Angst vor Schlangen oder Jaguaren. Am meisten fürchte ich mich vor Menschen – den Wilderern oder den Bauern. Vor allem die Armut bringt sie in die Regenwälder, wo sie Bäume fällen, um Platz für Häuser zu schaffen und dort zu leben.

Obwohl mir keine Vorfälle von Gewalt gegenüber Feldforschenden bekannt sind, will ich mir lieber nicht vorstellen, was passieren würde, wenn sie uns treffen würden. Immerhin sind wir nur in kleinen Gruppen unterwegs, zu zweit oder zu dritt, und praktisch unbewaffnet. Messer sowie ein Luftdruckgewehr zur Abwehr wilder Tiere sind alles, was wir haben. Und Menschen auf der Suche nach schnellem Profit sind weitaus gefährlicher als Tiere – hier im Norden des Amazonas im Gunma Ecological Park, 40 Kilometer von Belém entfernt, wo ich während meiner Promotion zweimal zu Besuch war, um Kolibris zu erforschen.

Glücklicherweise ist mein zweites Forschungsgebiet viel sicherer: das Freiluftmuseum von Professor Mello Leitão im Süden, in der Nähe des atlantischen Regenwaldes, wo Kolibris frei herumfliegen können. Alles in allem habe ich zwölf verschiedene Gattungen von Kolibris aufgenommen und hoffe, dadurch besser zu verstehen, wie sie ihre Laute produzieren und mit welchen Strategien.

Ich mag meine Feldarbeit sehr. Aber ich bin auch immer wieder froh, nach Seewiesen zurückzukehren, hauptsächlich wegen der schönen Umgebung und des kulturellen Austauschs am Campus. Es ist ja bekannt, dass Brasilianer eher isoliert in Südamerika sind, weil sie Portugiesisch sprechen. Lustig, dass ich in Deutschland viel mehr über Südamerika gelernt habe – im Vergleich zu der Zeit, als ich noch in Brasilien lebte.

 
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