Max-Planck-Gesellschaft trauert um Ulrich Gösele

13. November 2009

Mit großer Trauer müssen wir mitteilen, dass Professor Ulrich Gösele, Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik und Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft, völlig überraschend am 8. November im Alter von 60 Jahren gestorben ist. Ulrich Gösele war einer der beiden Gründungsdirektoren des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik. Er hat dieses seit 1993 mit aufgebaut.

Max-Planck-Gesellschaft trauert um Ulrich Gösele: Der Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik starb überraschend am 8. November 2009 im Alter von 60 Jahren

Ulrich Gösele wurde 1949 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Physik promovierte er 1975 an der Universität Stuttgart; seine Promotion hatte er am Max-Planck-Institut für Metallforschung erarbeitet. Danach war er Gastwissenschaftler in Südafrika und am IBM Watson Research Center in den USA, bevor er wieder als Mitarbeiter an das MPI für Metallforschung zurückkehrte und dort für seine Habilitation forschte. Nach kurzen Aufenthalten an den Forschungslaboratorien von Siemens in München und von IBM in Yorktown Heights wurde er 1985 als Full Professor an die Duke University in North Carolina/USA berufen. Von dort kehrte er 1993 zur Max-Planck-Gesellschaft zurück. 1994 erhielt er eine Honorarprofessur an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gastaufenthalte führten ihn nach Japan und 2003 an die Harvard University, USA.

Gösele hat vor allem über Themen der Halbleiterphysik und -technik und über Festkörper-Nanostrukturen gearbeitet. Er forschte gemeinsam mit den zahlreichen Mitarbeitern seiner Abteilung unter anderem über Diffusion und Defekte in Halbleitern, selbstorganisierte Strukturbildung im Nanometerbereich, Nanodrähte und Nanoröhren, Photonische Kristalle und oxidische Funktionsmaterialien. Mehr als 400 wissenschaftliche Originalarbeiten sind so entstanden, er hat mehrere umfangreiche Bücher herausgegeben. Die Liste seiner Kooperationspartner in der Industrie las sich wie ein Who is Who der Elektronikbranche. Gösele war Mitglied der Leopoldina und in zahlreichen Fachgremien weltweit engagiert.

Die Max-Planck-Gesellschaft und das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik sind tief bestürzt über den gänzlich unerwarteten Tod ihres Direktors.

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