Mobbing

Sie fühlen sich gemobbt oder möchten jemandem helfen, der sich gemobbt fühlt?

In jedem Arbeitsumfeld kann es zu Problemen und Konflikten kommen. Es ist wichtig, diese Situationen anzugehen und sie nachhaltig zu lösen. In einer Konfliktsituation ist es hilfreich, frühzeitig Unterstützung hinzuzuziehen, um einen Konflikt nicht zu eskalieren. Es ist im Einzelnen oft nicht klar, ob Mobbing vorliegt oder nicht. Eine einheitliche, international durchgängig anerkannte Definition von Mobbing gibt es nicht. Der folgende Beitrag soll den Mitarbeiter*innen der MPG helfen, für sich selbst einzuordnen, ob Mobbing vorliegen könnte und an wen man sich in so einer Situation dann wenden kann.

Was ist Mobbing?

Mobbing bezeichnet wiederholte und anhaltende negative Handlungen, die sich gegen eine oder mehrere Personen richten und eine feindselige Arbeitsatmosphäre erzeugen. In einer Mobbing-Situation hat die betroffene Person Schwierigkeiten, sich selbst zu verteidigen.

Mobbing ist zu unterscheiden von einzelnen, nicht anhaltenden Verhaltensfehlern von Kolleg*innen oder Vorgesetzten. Nicht jeder Verhaltensfehler bedeutet ein Fehlverhalten (siehe "Konflikte und nichtwissenschaftliches Fehlverhalten"). Es ist jedoch wichtig, auch einzelne Verhaltensfehler und Konflikte anzugehen und sie nachhaltig zu lösen, damit sich kein systematisches Fehlverhalten daraus entwickeln kann.

Ob Mobbing tatsächlich vorliegt, kann nur im Einzelfall bewertet werden. Mobbing ist eine Form von andauerndem, unkollegialem Verhalten von einzelnen oder mehreren Personen und bedeutet ein Fehlverhalten im sozialen Umgang.

Beispiele von unkollegialem Verhalten:

  • Man wird am Arbeitsplatz gedemütigt oder lächerlich gemacht.
  • Es werden kränkende und beleidigende Bemerkungen über die Person, ihre Ansichten oder ihr Privatleben gemacht.
  • Man wird angeschrien oder zum Ziel spontaner Verärgerung.
  • Meinungen werden ignoriert.
  • Es wird eine nicht zu bewältigende Arbeitslast aufgetragen. Man erhält Arbeitsaufträge mit unangemessenen Deadlines.
  • Jemand enthält Informationen vor, die für die Arbeitsleistung relevant sind.
  • Es wird über jemanden getratscht und es werden Gerüchte verbreitet.
  • Man wird ignoriert oder ausgeschlossen.
  • Einschüchterndes Verhalten, z.B. mit dem Finger auf jemanden zeigen, jemandem zu nahe kommen, Anrempeln, den Weg blockieren.
  • Andeutungen oder Signale von anderen, dass man den Job aufgeben sollte.
  • Wiederholtes, unangemessenes Erinnern an Fehler und Versehen.
  • Man wird ignoriert oder es wird abweisend darauf reagiert, wenn man sich an jemanden wendet.
  • Ständige, ungerechtfertigte Kritik an Fehlern und Versehen.
  • Mitarbeiter*innen, zu denen man ein angespanntes Verhältnis hat, spielen Streiche.
  • Es werden unfaire Anschuldigungen gemacht.
  • Übermäßige Kontrolle der eigenen Arbeit.
  • Man wird unter Druck gesetzt, Dinge, die einem rechtmäßig zustehen, nicht in Anspruch zu nehmen (z.B. Krankheitszeiten, Urlaubstage, Elternzeit).
  • Man wird übermäßigen Sticheleien und Sarkasmus ausgesetzt.
  • Drohungen, dass der Vertrag nicht verlängert wird, wenn man unangemessenen Anforderungen nicht nachkommt.

Was tun bei Mobbing? An wen kann man sich wenden? Wie kann ich einen Mobbing-Verdacht melden?

Wenn Sie vermuten, Mobbing ausgesetzt zu sein, oder einer anderen Person, die sich Mobbing ausgesetzt fühlt, helfen möchten, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Sprechen Sie mit Ihrer/Ihrem Vorgesetzten darüber.
  • Falls der/die Vorgesetzte aus Ihrer Sicht am Mobbing beteiligt ist, wenden Sie sich an die lokalen Beratungs- und Meldestellen an Ihrem Institut.
  • Falls Sie dies aus irgendeinem Grund nicht möchten, wenden Sie sich an die zentralen Meldestellen der Max-Planck-Gesellschaft. Informationen zu den zentralen Meldestellen finden Sie unter „Konflikte und nichtwissenschaftliches Fehlverhalten“.
  • Ggf. gibt es an Ihrem Institut oder Ihrer Einrichtung eine Betriebsvereinbarung oder sonstige Regelung zum sozialen Umgang. Diese regelt das Verfahren bei Fällen von unkollegialem Verhalten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es an Ihrem Institut oder Ihrer Einrichtung eine solche Betriebsvereinbarung oder sonstige Regelung gibt, fragen Sie Ihren Betriebsrat und/oder Ihre Verwaltungsleitung.
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