Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften

Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften

Hauptanliegen des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften ist die Erforschung gesellschaftlicher Vielfalt. In aktuellen Gesellschaften leben Menschen mit unterschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergründen zusammen. Das Spektrum reicht dabei von friedlichem „Multikulti“ bis zu blutigen Konflikten – wann geschieht das eine, wann das andere? Das in Göttingen angesiedelte Institut will mit umfangreichen empirischen Studien und der Entwicklung theoretischer Konzepte unser Verständnis für diese Fragen menschlichen Zusammenlebens erweitern. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Grundlagenforschung, reicht in ausgewählten Fällen aber auch bis zur Politikberatung.

Kontakt

Hermann-Föge-Weg 11
37073 Göttingen
Telefon: +49 551 4956-0
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Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren bzw. Direktorinnen und in den Forschungsgruppen.

Das Bild zeigt den Wissenschaftler Steven Vertovec, Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften vor einem Buchregal in einer Bibliothek. Vertovec, der Bluejans, ein blaues Hemd und ein schwarzes Jacket trägt, blickt in die Kamera. Sein Bart ist grau meliert.

Steven Vertovecs Buch „Superdiversität“ bewertet soziale Identitäten neu

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Bild von einem Straßenviertel in Nima, einer Zongo-Wohnstadt in der Region um Accra in Ghana. Das Bild ist von oben aufgenommen und vermutlich kurz nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung, das LIcht ist diffus und der Himmel orange. Man sieht eine Straße mit fahrenden und geparkten Autos, Häuser in verschiedenen Größen und Hausdächer.

Moderne Migration ist komplexer denn je. Ein Beitrag von Steven Vertovec vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften

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Mehrheit der deutschen Stadtbevölkerung sieht sozio-kulturelle Vielfalt positiv

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Zur diesjährigen Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft sind vom 20. bis 22. Juni über 800 interne und externe Gäste nach Göttingen gekommen. Mit stehender Ovation verabschiedete die Festversammlung Martin Stratmann. Patrick Cramer, der neue Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, skizzierte in seiner Antrittsrede die Ziele seiner Amtszeit.

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Wenn junge Menschen ohne Eltern fliehen, ist die wichtigste Frage für deutsche Behörden: Sind die Geflüchteten unter achtzehn oder volljährig? Minderjährige werden unterstützt und versorgt, Volljährige müssen allein ein langwieriges Asylverfahren durchstehen. Ulrike Bialas hat die Situation junger Geflüchteter erforscht. Sie plädiert für einen weniger strikten Umgang mit der Altersfrage.

Die Habsburgermonarchie und das Osmanische Reich sind Vergangenheit – doch in vielen europäischen Städten leben sie fort: So kultiviert man in Wien die Erinnerung an die Türkenbelagerungen und ignoriert dabei Zehntausende Wienerinnen und Wiener, die aus der Türkei stammen. Mit der Gegenwart untergegangener Imperien befasst sich das Team um Jeremy Walton am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen.

Die Zukunft der Gesellschaften weltweit wird gerade durch mehrere gleichzeitig auftretende Krisen grundlegend umgestaltet: durch die Coronavirus-Pandemie, die daraus resultierende wirtschaftliche Rezession und den Klimawandel. Diese drei Krisen haben erhebliche Auswirkungen auf die globale Migration, befürchtet Steven Vertovec. Er beschreibt die komplexen Faktoren der Migration und skizziert die sich abzeichnenden Veränderungen sowie die notwendigen politischen Konsequenzen.

Vor fünf Jahren stellte die Ankunft Hunderttausender Geflüchteter innerhalb kurzer Zeit die Verwaltungen in den deutschen Kommunen auf die Probe. Am Beispiel von drei niedersächsischen Städten hat Miriam Schader vom Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen untersucht, wie Kommunen die Situation gemeistert haben.

Afrika ist ein Kontinent der Diktatoren. Laut Demokratieindex der Zeitschrift Economist sind nur neun der gelisteten 50 Staaten wirklich demokratisch regiert, mehr als die Hälfte stehen unter autokratischer Herrschaft. Wahlen werden manipuliert, die Opposition unterdrückt, Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Mehr und mehr nutzen die Alleinherrscher auch elektronische Systeme, um ihre Macht zu sichern – und dies weitgehend ungestört. Denn Europa und die USA schauen aus Angst vor ethnischen Konflikten viel zu oft weg, kritisiert unsere Autorin.

Seit dem Jahr 2015 kamen etwa 1,2 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland. Sie möchten hierzulande Zuflucht oder eine neue Heimat finden. Wie gut der Start ins neue Leben klappt, hängt von vielen Faktoren ab. Wissenschaftlerinnen vom Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen untersuchen genauer, welche Bedürfnisse und Ziele die Flüchtlinge haben – und ob sich diese erfüllen.

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Geflüchtete ohne Alter

2022 Bialas, Ulrike

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Weil Minderjährige und Erwachsene unterschiedliche Rechte haben, müssen deutsche Behörden das Alter eines Menschen kennen. Das ist bei jungen Geflüchteten allerdings oft eine Herausforderung: Nur wenige besitzen Identitätsdokumente und viele kennen ihr Geburtsdatum nicht. Wie gehen Behörden mit dieser Unklarheit um? Und wie erleben Geflüchtete selbst die große Bedeutung ihres Alters in Deutschland? In meiner Forschung betrachte ich das Alter aus unterschiedlichen Perspektiven und zeige, dass diese scheinbar eindeutige biologische Kategorie auch ein komplexes soziales Konstrukt ist.

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Offen für Diversität?

2021 Boekle, Sanja; Schönwälder, Karen

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Die Repräsentation von Eingewanderten in der deutschen Gesellschaft ist ein umkämpftes Feld. Ausgrenzung und Diskriminierung werden immer weniger als normal hingenommen. Doch in welchem Maß waren und sind wichtige zivilgesellschaftliche Organisationen tatsächlich bereit und in der Lage, die Interessen der migrantischen Bevölkerung aufzugreifen, sich für diese zu öffnen und gleichberechtigte Mitgestaltung zu gewährleisten? Diesen Fragen sind wir in einem Forschungsprojekt nachgegangen. 

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Religion, Moral und ökonomische Transformation

2020 Ladwig, Patrice

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Die Zusammenhänge von Religion, Moral und Wirtschaft wurden schon von den Klassikern der Religionssoziologie bearbeitet, aber neue Formen des Wirtschaftens, ihre globalen Verflechtungen und deren Auswirkungen auf religiöse Akteure verlangen neue Ansätze. Im Buddhismus findet man etwa rituelle Techniken der Selbstkultivierung, die zur Effizienzsteigerung genutzt werden, aber auch rituelle Ökonomien, die Wohlstand nach moralischen Kriterien umverteilen. Wirtschaften wird nicht als rein rational und säkular verstanden, sondern ist in religiöse Praktiken und moralische Werte eingebettet.

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Altern über Grenzen hinweg: Älter werden in einer globalisierten Welt

2019 Amrith, Megha

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Die Weltbevölkerung altert. Doch nicht alle Menschen werden an den Orten älter, die sie sich vielleicht vorgestellt haben. Da Individuen, Familien und Gemeinschaften zunehmend in transnationale Netzwerke eingebettet sind, die sich über verschiedene Orte erstrecken, ist es an der Zeit, die kulturellen, politischen und ethischen Implikationen des Älterwerdens in einer vernetzten, aber ungleichen Welt zu untersuchen.

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Reiche der Erinnerung

2018 Walton, Jeremy F.

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Die Reiche, durch die Europa sich einst definierte, gibt es nicht mehr. Allerdings ist die imperiale Vergangenheit noch heute Anlass für Identifikation und sie löst starke und gegensätzliche Gefühle aus. Vor allem die Habsburgermonarchie und das Osmanische Reich erleben eine Renaissance und werden von manchen sogar als Lösung für heutige ethnische, religiöse und nationale Konflikte gesehen. Betrachtet man Vermächtnisse der und Erinnerungen an die Imperien in acht südost- und mitteleuropäischen Städten, zeigen sich Formen „restaurativer“ und „reflektierender“ Nostalgie für beide Reiche.

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