Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften

Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften

Hauptanliegen des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften ist die Erforschung gesellschaftlicher Vielfalt. In aktuellen Gesellschaften leben Menschen mit unterschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergründen zusammen. Das Spektrum reicht dabei von friedlichem „Multikulti“ bis zu blutigen Konflikten – wann geschieht das eine, wann das andere? Das in Göttingen angesiedelte Institut will mit umfangreichen empirischen Studien und der Entwicklung theoretischer Konzepte unser Verständnis für diese Fragen menschlichen Zusammenlebens erweitern. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Grundlagenforschung, reicht in ausgewählten Fällen aber auch bis zur Politikberatung.

Kontakt

Hermann-Föge-Weg 11
37073 Göttingen
Telefon: +49 551 4956-0
Fax: +49 551 4956-170

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Die Herausforderung als Chance genutzt

Wie Kommunen die Aufnahme Schutzsuchender 2015 und 2016 gestaltet haben

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Asyleinrichtungen, die Gesetze verletzen

Bedingungen in griechischen EU-Hotspots und deutschen Ankerzentren verstoßen gegen Grundrechte und EU-Richtlinien

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Globales Atmen

Ein Essay von Peter van der Veer über den unterschiedlichen Umgang mit Gesichtsmasken, Toilettenpapier und der Angst vor dem Tod in Asien und der westlichen Welt

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Covid-19 und ein Stigma, das bleibt

Die Corona-Pandemie verstärkt weltweit Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Ein Kommentar von Steven Vertovec

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Grenzen in Zeiten von Covid-19

Max-Planck-Direktorin Ayelet Shachar beschreibt in ihrem Essay, wie Regierungen auch in westlichen Länder zunehmend versuchen, den Zutritt zu ihren Territorien aus der Distanz zu steuern und die Mobilität der eigenen Bürger zu überwachen

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Afrika ist ein Kontinent der Diktatoren. Laut Demokratieindex der Zeitschrift Economist sind nur neun der gelisteten 50 Staaten wirklich demokratisch regiert, mehr als die Hälfte stehen unter autokratischer Herrschaft. Wahlen werden manipuliert, die Opposition unterdrückt, Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Mehr und mehr nutzen die Alleinherrscher auch elektronische Systeme, um ihre Macht zu sichern – und dies weitgehend ungestört. Denn Europa und die USA schauen aus Angst vor ethnischen Konflikten viel zu oft weg, kritisiert unsere Autorin.

Seit dem Jahr 2015 kamen etwa 1,2 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland. Sie möchten hierzulande Zuflucht oder eine neue Heimat finden. Wie gut der Start ins neue Leben klappt, hängt von vielen Faktoren ab. Wissenschaftlerinnen vom Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen untersuchen genauer, welche Bedürfnisse und Ziele die Flüchtlinge haben – und ob sich diese erfüllen.

Eigentlich wollte Ayelet Shachar Architektin werden. Sie wollte Räume schaffen und Menschen ein Zuhause geben. Als Juristin und Politikwissenschaftlerin aber entdeckte sie die Räume des Rechts – und die Möglichkeiten, darin Migranten und Einheimischen das Zusammenleben zu ermöglichen. Jede Gemeinschaft, sagt die Wissenschaftlerin am Göttinger Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multi ethnischer Gesellschaften, brauche den Diskurs über Ziele und Identität.

Seit Wochen schwillt der Flüchtlingsstrom immer weiter an. Über die sogenannte Westbalkan-Route haben sich Tausende, unter anderem aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, zu Fuß auf den Weg nach Europa gemacht. Die Flüchtlingszuwanderung wird Deutschland maßgeblich verändern. Die Frage ist nur: in welcher Weise?

Während der Islam von vielen noch immer als größtes Integrationshindernis in europäischen Einwanderungsgesellschaften betrachtet wird, haben die Wissenschaftler um Matthias Koenig ein differenzierteres Bild gewonnen. Seit Dezember 2011 leitet der Soziologe am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften als Max Planck Fellow die Forschungsgruppe „Governance of Cultural Diversity – Socio-Legal Dynamics“.

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Altern über Grenzen hinweg: Älter werden in einer globalisierten Welt

2019 Amrith, Megha

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Die Weltbevölkerung altert. Doch nicht alle Menschen werden an den Orten älter, die sie sich vielleicht vorgestellt haben. Da Individuen, Familien und Gemeinschaften zunehmend in transnationale Netzwerke eingebettet sind, die sich über verschiedene Orte erstrecken, ist es an der Zeit, die kulturellen, politischen und ethischen Implikationen des Älterwerdens in einer vernetzten, aber ungleichen Welt zu untersuchen.

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Reiche der Erinnerung

2018 Walton, Jeremy F.

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Die Reiche, durch die Europa sich einst definierte, gibt es nicht mehr. Allerdings ist die imperiale Vergangenheit noch heute Anlass für Identifikation und sie löst starke und gegensätzliche Gefühle aus. Vor allem die Habsburgermonarchie und das Osmanische Reich erleben eine Renaissance und werden von manchen sogar als Lösung für heutige ethnische, religiöse und nationale Konflikte gesehen. Betrachtet man Vermächtnisse der und Erinnerungen an die Imperien in acht südost- und mitteleuropäischen Städten, zeigen sich Formen „restaurativer“ und „reflektierender“ Nostalgie für beide Reiche.

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Tempel, Rituale und die Transformation transnationaler Netzwerke in Südostasien

2017 van der Veer, Peter; Dean, Kenneth

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Vom 15. bis ins 20. Jahrhundert existierte ein südostchinesisches Handelsimperium rund um die Häfen Südostasiens. Dieses Handelsnetz war durch eine gemeinsame Sprache, durch soziale und kulturell-religiöse Einrichtungen verbunden. Seit drei Jahrzehnten nun orientiert sich das Netzwerk zurück nach China, so wurden über eine Million Tempel wiederaufgebaut. Die Restaurierung dieser lokalen und transnationalen Netzwerke ist ein bedeutsames Phänomen. Die Interaktion Chinas mit Südostasien ist weitaus komplexer, als es vereinfachende Modelle über die Ausbreitung chinesischer „soft power“ nahelegen.

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Befestigte Grenzen waren immer ein Symbol für Souveränität, Regierungsgewalt und Gerichtsbarkeit. Inzwischen ist ein neues bemerkenswertes Phänomen entstanden – die bewegliche Grenze. Diese Grenze ist nicht durch Zeit und Raum bestimmt, sondern beruht auf ausgefeilten Rechtsinstrumenten, die reiche Länder einsetzen, um die Migrationsregelung von festen territorialen Standorten abzutrennen. Diese Neuerfindung verlässt sich auf juristische Zugangstore und nicht auf bestimmte Grenzorte, was dramatische Folgen für die Rechte und den Schutz von Migranten und anderen Nichtbürgern hat.

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Wie städtische Akteure in Deutschland und Frankreich gesellschaftliche Vielfalt wahrnehmen und gestalten

2015 Martínez Ariño, Julia; Schönwälder, Karen

Kulturwissenschaften Sozialwissenschaften

Auf der ganzen Welt werden Städte immer vielfältiger. Das CityDiv-Projekt untersucht lokale Reaktionen auf die Diversifizierung der städtischen Bevölkerung in Deutschland und Frankreich. Es erforscht Maβnahmen, die aktiv die Stadtbevölkerung und die Lebenschancen und Teilhabe verschiedener Gruppen beeinflussen. Zwei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: Wie nehmen zentrale städtische Akteure Vielfalt wahr und wie greifen sie in ihre Gestaltung ein? Wie werden Anliegen von unterschiedlichen Gruppen in Netzwerken städtischer Akteure artikuliert und einbezogen?

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