Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Die Erbsubstanz DNA enthält die Baupläne der Lebewesen auf der Erde. Das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik widmet sich deshalb der Entschlüsselung der DNA des Menschen und anderer Organismen. Die Wissenschaftler des Instituts erforschen die Funktion von Genen und deren Rolle während der Entwicklung von der befruchteten Eizelle über den Embryo bis hin zum ausgewachsenen Organismus. Ganz besonders interessieren sie sich für die Gene, die bei Fehlfunktion Krankheiten auslösen können. Für die schnelle und genaue Erfassung und Analyse des Erbmaterials setzen die Wissenschaftler auf hochmoderne Sequenziergeräte, mit denen in wenigen Tagen die gesamte Erbsubstanz des Menschen entschlüsselt werden kann. Eigens entwickelte Computerprogramme helfen ihnen bei der Analyse und Interpretation der anfallenden Datenmengen.

Kontakt

Ihnestrasse 63-73
14195 Berlin
Telefon: +49 30 8413-0
Fax: +49 30 8413-1207

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS for Computational Biology and Scientific Computing

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Türkische Forscherin untersucht, wie heranwachsendes Leben geprägt wird

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Wissenschaftler können die Wirkung eines Anti-Tumor-Medikaments auf Krebszellen im Labor vorhersagen

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Wissenschaftler entdecken neuen Ansatzpunkt zur Behandlung von aggressiven Hirntumoren

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Neue Aufgaben für Gene nach Verdopplungen im Erbgut

Berliner Forscher beschreiben, wie Verdopplungen im Erbgut die dreidimensionale Struktur des Genoms beeinflussen

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DNA-Struktur beeinflusst Wirkung von Transkriptionsfaktoren

Räumliche Anordnung der Bindungsstelle und benachbarter Abschnitte verändert Genaktivität

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Sequenziert ja - aber entschlüsselt? Wirklich verstanden ist das Erbgut des Menschen noch nicht. Die Lösung vieler Rätsel liegt in der diploiden Natur des Genoms, das Chromosomensätze von Vater und Mutter vereint. Margret Hoehe vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin hat erstmals beide Versionen des Erbguts eines Menschen getrennt sequenziert und festgestellt: Das Individuum ist individueller als gedacht.

Fast ein Viertel aller bekannten Krankheiten sind extrem selten: Sie betreffen weltweit nur wenige Tausend Patienten. Stefan Mundlos, Forschungsgruppenleiter am Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, hat sich mit seinem Team auf seltene Knochenerkrankungen spezialisiert. Die Wissenschaftler suchen nach den Genen, die diese Krankheiten auslösen.

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Identifikation von Biomarkern für die Sensitivität gegenüber EGFR-Inhibitoren durch molekulare Analyse von kolorektalen Karzinomen in präklinischen Modellen

2018 Risch, Thomas; Abdavi-Azar, Nilofar; Jandrasits, Christine; Amstislavskiy, Vyacheslav; Worth, Catherine L.; Warnatz, Hans-Jörg; Sultan, Marc; Herwig, Ralf; Lehrach, Hans; Yaspo, Marie-Laure; in Kooperation mit dem OncoTrack Konsortium (www.oncotrack.eu)

Genetik Medizin

Kolorektale Karzinome (CRC) sind klinisch anspruchsvolle Tumore. Um neue, prädiktive Biomarker zu identifizieren, rekrutierte das OncoTrack-Konsortium 106 CRC-Patienten und erstellte eine Biobank von Organoid- und Xenograft-Modellen, die molekular und in ihrer Reaktion auf Therapie analysiert wurden - eine einzigartige Ressource, um unser Verständnis von CRC zu verbessern. Durch Verknüpfung molekularer Muster mit Therapieeffekten wurden neue Biomarker einschließlich einer Signatur identifiziert, die RAS/RAF-Mutationen in der Vorhersage der Empfindlichkeit gegenüber EGFR-Inhibitor übertraf.

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Epigenetische Möglichkeiten und Notwendigkeiten

2017 Kinkley, Sarah; Helmuth, Johannes; Chung, Ho-Ryun

Evolutionsbiologie Genetik

Chromatin-Modifikationen sind Informationen über der DNA-Sequenz: sie spiegeln transkriptionelle Aktivität wider, sind ein Gedächtnis für zurückliegende „Entscheidungen“ und könnten so zukünftige Entscheidungen der Zelle beeinflussen. Die direkte Untersuchung einer an sich widersprüchlichen Kombination von Chromatin-Modifikationen zeigte, dass diese Kombination nicht, wie vermutet, Möglichkeiten eröffnet, sondern notwendig ist, um die Mutationsrate in Schlüsselgenen niedrig zu halten, denn: Chromatin-Modifikationen beeinflussen die Nukleotidabfolge des Genoms und damit die Evolution.

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Unser Genom in 3D - wie DNA-Faltung unsere Gene reguliert

2016 Mundlos, Stefan

Entwicklungsbiologie Genetik Medizin

Damit die DNA von Säugetierorganismen in den Zellkern hineinpasst, muss sie geordnet gefaltet werden. Mittels chromosome conformation capture konnte gezeigt werden, dass die Faltung der DNA in Domänen (TADs) erfolgt. Strukturelle Varianten, wie sie oft bei genetischen Krankheiten identifiziert werden, können mit der Konfiguration der TADs interferieren und so zu veränderter Genexpression und Krankheit führen. Durch die Nachbildung humaner struktureller Varianten in Mäusen wird gezeigt, dass TADs und ihre Grenzen bei der Interpretation von Strukturvarianten berücksichtigt werden müssen.

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Molekulare Netzwerke in der Genom- und Proteomanalyse

2015 Stelzl, Ulrich

Genetik Medizin

Molekulare Wechselwirkungsnetzwerke können die Interaktionen und damit das Zusammenspiel der Moleküle innerhalb einer Zelle umfassend beschreiben. Zellen zeigen untereinander, zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder bei Krankheiten tausende physiologisch relevante molekulare Unterschiede. Dies können genetische Variationen, Veränderungen der Proteinmengen oder Veränderungen der Proteine durch Modifizierungen sein. Netzwerke sind somit eine Basis, um besser ursächliche von nebensächlichen Veränderungen unterscheiden zu können. Dadurch sind sie mittelbar auch in der Medizin von großer Bedeutung.

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Lange, nicht-kodierende RNAs als Regulatoren der Transkription beim Menschen

2014 Ørom, Ulf

Entwicklungsbiologie Genetik Medizin

Die Forschungsgruppe „Lange nicht-kodierende RNAs“ (long non-coding RNAs; ncRNAs) beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen von langen, nicht kodierenden RNAs, insbesondere mit der Frage nach deren Beteiligung an der Transkriptionsregulation und an Gen-Aktivierungen über große Distanzen. Ziel der Forscher ist es, grundlegende Prozesse der Genexpression besser zu verstehen. Das Wissen über die hochkomplexen ncRNAs ist bislang sehr begrenzt. Studien allerdings weisen eindeutig auf deren Bedeutung für die Regulation der Genaktivität und auch für die Entstehung von Krankheiten hin.

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