Echt Nobel - Die Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft

Podcast 25. Februar 1986
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Der Scharfseher

Ernst Ruska wurde am 25. Dezember 1906 in Heidelberg geboren. Nach seinem Physik-Studium an der Technischen Universität München und der Technischen Universität in Berlin promovierte er 1933 bei Max Knoll in Elektrotechnik. Er ging als Elektroingenieur zu Siemens und lehrte gleichzeitig als Dozent an der Technischen Universität Berlin. 1954 wurde Ruska Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und drei Jahre später Direktor des Instituts für Elektronenmikroskopie. Das Konzept eines Mikroskops, das Elektronen statt Licht nutzt, wurde bereits in den späten 1920er Jahren realisiert, als es Ruska gelang, mit Hilfe einer Magnetspule eine magnetische Linse mit kurzer Brennweite zu erzeugen. 1931 entwickelte er zusammen mit Max Knoll an der Technischen Universität in Berlin dann den Prototyp eines Elektronenmikroskops, der zunächst weniger leistungsfähig war als optische Mikroskope. Die zwei Jahre später entwickelte Version lieferte bereits eine zehnmal höhere Auflösung als herkömmliche Lichtmikroskope. Heute erreichen moderne Elektronenmikroskope eine Auflösung von bis zu einem Angström, also zehn Milliardstel eines Meters. 1986 erhielt Ernst Ruska den Nobelpreis für Physik zusammen mit Gerd Binnig und Heinrich Rohrer, den Erfindern des Rastertunnelmikroskops. Ruska starb am 30. Mai 1988 in Berlin.