Aktuelles

Versuchstiere in Deutschland

Aktuelle Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) [mehr]

Interview

Der Neurowissenschaftler Wolf Singer war Vorsitzender einer international besetzten Kommission renommierter Wissenschaftler, die das Grundsatzpapier zu Tierversuchen verfasst hat. Im Gespräch schildert er, warum es wichtig ist, dass Forscher den Hintergrund ihrer Tierversuche erklären.

Warum wir Tierversuche machen

Der Neurowissenschaftler Wolf Singer war Vorsitzender einer international besetzten Kommission renommierter Wissenschaftler, die das Grundsatzpapier zu Tierversuchen verfasst hat. Im Gespräch schildert er, warum es wichtig ist, dass Forscher den Hintergrund ihrer Tierversuche erklären. [mehr]

Alternativmethoden zum Tierversuch

Deutscher Tierschutzforschungspreis

Fragen der Bioethik

versuchstierzahlen 2015

Tierversuche in Deutschland

Die Zahl der Tierversuche ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr auf vergleichbarer Basis um 17 Prozent gesunken. Nach Angabe des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) wurden 2.753.062 Tiere im Jahr 2015 im Versuch eingesetzt, 2014 waren es 3.313.898 Tiere. Im gleichen Umfang reduzierte sich die Zahl der Versuche um 17 Prozent. In diese Zählung eingeschlossen sind Tiere, die in Tierversuchen verwendet wurden, ebenso wie Tiere, die für Alternativmethoden, also zum Beispiel zur Gewinnung von Zellen für Zellkulturen genutzt wurden. Der Anteil der in der Grundlagenforschung eingesetzten Tiere hat von 63 Prozent auf 59 Prozent aller Tierversuche abgenommen.

Nach wie vor liegt der Anteil von Mäusen, Ratten und Fischen bei über 90 Prozent aller Versuchstiere. Bei den Mäusen stieg der Anteil der Tierversuche mit genetisch veränderten Tieren von 46 Prozent in 2014 auf 50 Prozent in 2015. Über alle Arten nahm der Anteil von Tierversuchen mit genetisch veränderten Tieren von 984.886 (29 Prozent) in 2014 auf 1.115.828 (40 Prozent) in 2015 zu.

Quelle: www.tierversuche-verstehen.de/BMEL

Tierversuchszahlen in der Max-Planck-Gesellschaft

Tierversuchszahlen in der Max-Planck-Gesellschaft Bild vergrößern
Tierversuchszahlen in der Max-Planck-Gesellschaft

2015 wurden an den Max-Planck-Instituten 254.585 Versuchstiere eingesetzt (2014: 237.674). Den größten Anteil mit rund 77 Prozent hatten dabei Nagetiere (Mäuse und Ratten), gefolgt von Fischen (20 Prozent). Andere Tiergruppen wie beispielsweise Vögel (2 Prozent) kamen an den Max-Planck-Instituten in deutlich geringerem Umfang als Versuchstiere zum Einsatz. Die Max-Planck-Gesellschaft verwendet für ihre Forschung prozentual deutlich mehr Fische als im Bundesdurchschnitt (2015: 7,2 Prozent) und erfüllt damit eine wesentliche Vorgabe des deutschen Tierschutzgesetzes, nach der möglichst niedrig organisierte Wirbeltiere zu Versuchszwecken eingesetzt werden sollen. Der hohe Anteil von Fischen beruht aber auch auf ihrer Bedeutung für die Grundlagenforschung: Insbesondere der Zebrafisch ist für die Molekular- und Entwicklungsbiologie sowie die Neurowissenschaften inzwischen ein ganz wichtiger Modellorganismus. Nichtmenschliche Primaten machen mit 0,01 Prozent einen verschwindend geringen Anteil aller Versuchstiere an Max-Planck-Instituten aus.

Schweregrad der Versuche

2015 wurden vorwiegend Versuche mit geringer Belastung durchgeführt (42 Prozent); der Anteil an Tierversuchen mit mittlerer Belastung lag bei 11 Prozent. Lediglich 0,35 Prozent der Versuche an Max-Planck-Instituten wurden als schwer belastend eingestuft. Der Anteil an Tierversuchen, die vollständig unter Vollnarkose durchgeführt wurden, aus der die Tiere nicht mehr erwacht sind, lag bei 47 Prozent.

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