Tierversuche in Deutschland

Tierversuche in Deutschland

Im Jahr 2019 lag die Zahl der Tierversuche nach Angabe des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) bei 2.902.348 Tieren. Diese Zahl beinhaltet in Deutschland auch Tiere, die für wissenschaftliche Zwecke getötet werden, ohne dass an ihnen zuvor Eingriffe oder Behandlungen vorgenommen wurden – beispielsweise um Organe oder Zellmaterial dieser Tiere für Alternativmethoden zu verwenden. Der Anteil der in der Grundlagenforschung eingesetzten Tiere betrug 35 Prozent. 16 Prozent der Tiere wurde für gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitstests von Chemikalien oder neuen Medikamenten eingesetzt, zum Beispiel gegen Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen und Immunerkrankungen.

Bei rund 78 Prozent der eingesetzten Versuchstiere handelte es sich um Mäuse und Ratten. 14 Prozent der Tiere waren Fische, rund drei Prozent Kaninchen und 0,1 Prozent Primaten. Der Anteil genetisch veränderter Tiere lag bei etwa 44 Prozent.

Quelle: www.tierversuche-verstehen.de (Factsheet)

Tierversuchszahlen in der Max-Planck-Gesellschaft

2019 wurden an den Max-Planck-Instituten 275.887 Versuchstiere eingesetzt. Im Vergleich zu 2018 ist damit die Anzahl der in Experimente verwendeten Tiere in etwa gleich geblieben (275.525 Versuchstiere). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zahlen der verwendeten Versuchstiere 2020 werden erst Ende des Jahres bekannt, wenn die gemeldeten Zahlen aus dem Vorjahr erfasst und vollständig ausgewertet sind. Den größten Anteil mit rund 80 Prozent hatten dabei Nagetiere (Mäuse und Ratten), gefolgt von Fischen (17 Prozent). Andere Tiergruppen wie beispielsweise Vögel (2 Prozent) kamen an den Max-Planck-Instituten in deutlich geringerem Umfang als Versuchstiere zum Einsatz.

Die Max-Planck-Gesellschaft verwendet für ihre Forschung prozentual deutlich mehr Fische als im Bundesdurchschnitt und erfüllt damit eine wesentliche Vorgabe des deutschen Tierschutzgesetzes, nach der möglichst niedrig organisierte Wirbeltiere zu Versuchszwecken eingesetzt werden sollen. Der hohe Anteil von Fischen beruht aber auch auf ihrer Bedeutung für die Grundlagenforschung: Insbesondere der Zebrafisch ist für die Molekular- und Entwicklungsbiologie sowie die Neurowissenschaften inzwischen ein ganz wichtiger Modellorganismus. 

Nichtmenschliche Primaten machen mit 0,003 Prozent einen verschwindend geringen Anteil aller Versuchstiere an Max-Planck-Instituten aus.

Schweregrad der Versuche

2019 wurden an Max-Planck-Instituten vorwiegend Versuche mit geringer Belastung durchgeführt (51 Prozent); der Anteil an Tierversuchen mit mittlerer Belastung lag bei 20 Prozent. Lediglich 0,2 Prozent der Versuche an Max-Planck-Instituten wurden als schwer belastend eingestuft. Der Anteil an Tierversuchen, die vollständig unter Vollnarkose durchgeführt wurden, aus der die Tiere nicht mehr erwacht sind, und von Tieren die nach der Tötung zu Organ- und Gewebeentnahmen verwendet wurden betrug insgesamt 29 Prozent. Versuchstiere, die in der Forschung nur zur Entnahme biologischer Proben (z.B. von Zellen, Geweben und Organen) schmerzfrei getötet wurden, sind nicht in Tierexperimenten oder anderen Studien verwendet worden. Der Anteil genetisch veränderter Tiere in 2019 betrug in der Max-Planck-Gesellschaft 68 Prozent.

Modellorganismus Fruchtfliege
Im Haushalt ein Plagegeist, im Labor ist Drosophila melanogaster dagegen unverzichtbar
Modellorganismus Zebrafisch
Forscher können danke der Fische auf Experimente mit höheren Wirbeltieren verzichten
Modellorganismus Maus
Mäuse sind die häufigsten Wirbeltiere in den Tierhaltungen der Max-Planck-Gesellschaft
Primatenforschung
Forschung mit Affen ist in Deutschland nur bei Beachtung strenger gesetzlicher Regelungen erlaubt. mehr
Zur Redakteursansicht