Tierversuche in Deutschland

Tierversuche in Deutschland

Im Jahr 2017 lag die Zahl der Tierversuche nach Angabe des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) bei 2.807.297 Tieren. Diese Zahl beinhaltet in Deutschland auch Tiere, die für wissenschaftliche Zwecke getötet werden, ohne dass an ihnen zuvor Eingriffe oder Behandlungen vorgenommen wurden – beispielsweise um Organe oder Zellmaterial dieser Tiere für Alternativmethoden zu verwenden. Der Anteil der in der Grundlagenforschung eingesetzten Tiere betrug 37 Prozent. Ein Fünftel (20 Prozent) der Tiere wurde für gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitstests von Chemikalien oder neuen Medikamenten eingesetzt, zum Beispiel gegen Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen und Immunerkrankungen.

Bei rund 80 Prozent der eingesetzten Versuchstiere handelte es sich um Nagetiere, vor allem Mäuse und Ratten. 11 Prozent der Tiere waren Fische, rund drei Prozent Kaninchen und 0,12 Prozent Primaten. Der Anteil genetisch veränderter Tiere betrug 40 Prozent, bei 5 Prozent davon beeinträchtigte die Genveränderung die Gesundheit.

Quelle: www.tierversuche-verstehen.de/BMEL

Tierversuchszahlen in der Max-Planck-Gesellschaft

2018 wurden an den Max-Planck-Instituten 275.525 Versuchstiere eingesetzt. Dies entspricht einem Rückgang von 23 Prozent gegenüber 2017. Den größten Anteil mit rund 82 Prozent hatten dabei Nagetiere (Mäuse und Ratten), gefolgt von Fischen (16 Prozent). Andere Tiergruppen wie beispielsweise Vögel (1 Prozent) kamen an den Max-Planck-Instituten in deutlich geringerem Umfang als Versuchstiere zum Einsatz.

Die Max-Planck-Gesellschaft verwendet für ihre Forschung prozentual deutlich mehr Fische als im Bundesdurchschnitt und erfüllt damit eine wesentliche Vorgabe des deutschen Tierschutzgesetzes, nach der möglichst niedrig organisierte Wirbeltiere zu Versuchszwecken eingesetzt werden sollen. Der hohe Anteil von Fischen beruht aber auch auf ihrer Bedeutung für die Grundlagenforschung: Insbesondere der Zebrafisch ist für die Molekular- und Entwicklungsbiologie sowie die Neurowissenschaften inzwischen ein ganz wichtiger Modellorganismus. 

Nichtmenschliche Primaten machen mit 0,001 Prozent einen verschwindend geringen Anteil aller Versuchstiere an Max-Planck-Instituten aus.

Schweregrad der Versuche

2018 wurden an Max-Planck-Instituten vorwiegend Versuche mit geringer Belastung durchgeführt (53 Prozent); der Anteil an Tierversuchen mit mittlerer Belastung lag bei 16 Prozent. Lediglich 0,5 Prozent der Versuche an Max-Planck-Instituten wurden als schwer belastend eingestuft. Der Anteil an Tierversuchen, die vollständig unter Vollnarkose durchgeführt wurden, aus der die Tiere nicht mehr erwacht sind, und von Tieren die nach der Tötung zu Organ- und Gewebeentnahmen verwendet wurden betrug insgesamt 30 Prozent. Versuchstiere, die in der Forschung nur zur Entnahme biologischer Proben (z.B. von Zellen, Geweben und Organen) schmerzfrei getötet wurden, sind nicht in Tierexperimenten oder anderen Studien verwendet worden.

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