Die Physik der Welle

Die Siegerinnen und Sieger des Bundesfinales von Jugend forscht stehen fest. In Leverkusen wurden heute Deutschlands beste Jungforscherinnen und Jungforscher ausgezeichnet

2. Juni 2013

Physik-Bundessieger wurde Daniel Pflüger aus Lüneburg. Mit Laser und Digitalkamera untersuchte der 18-Jährige die komplexe Wellenentwicklung, die beim Auftreffen eines Tropfens auf eine Wasseroberfläche entsteht.

Daniel Pflüger nahm den Preis von Ferdi Schüth entgegen, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr.

Diese Zeitlupenaufnahmen faszinieren stets aufs Neue: Ein Tropfen fällt auf eine spiegelglatte Wasseroberfläche. Dabei verschwindet ein Teil des Tropfens im Wasser, der Rest springt wieder heraus. Dem menschlichen Auge verborgen, wiederholt sich dieses Schauspiel mehrere Male innerhalb von Sekundenbruchteilen. Um diesen Prozess sichtbar zu machen, nutzen Wissenschaftler in der Regel Hochgeschwindigkeitskameras.

Die aber sind teuer. Deshalb hat sich Daniel Pflüger ein günstigeres Verfahren einfallen lassen. Seine Methode nimmt nicht direkt das Auftreffen des Tropfens auf, sondern analysiert die Wasserwellen, die dabei entstehen. Daniel Pflüger konnte erste Ansätze zur Messung des komplexen Wasserspiels beim Tropfeneinschlag realisieren, indem er die Höhe der Wellen mit Laser und Digitalkamera präzise maß.

Die Jury war besonders beeindruckt von der Kombination aus Theorie und Praxis, die der Jungforscher an den Tag legte. "Die komplexen theoretischen Berechnungen wurden ebenso elegant gelöst wie die geschickte technische Realisierung seiner Idee", sagte Ferdi Schüth, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, bei seiner Laudatio. Die Max-Planck-Gesellschaft stiftet nicht nur diesen mit 1500 Euro dotierten Preis, sondern auch alle Auszeichnungen in der Physiksparte - von der Regionalebene über die Landeswettbewerbe.

Ausgezeichnete Ideen

Aber auch andere junge Forscherinnen und Forscher überzeugten mit ihren Ideen. David Singer (19) aus Nordrhein-Westfalen gewann im Fachgebiet Biologie. Mit einer aufwendigen Untersuchung belegte er die besondere Bedeutung des Lebensraums Stadt für die heimische Vogelwelt.

Den Bundessieg im Fachgebiet Chemie errang Michael Laue (17) aus Sachsen-Anhalt. Mittels der chemischen Umwandlung von Graphenoxid gelang es dem Jungforscher mit einfachen Mitteln, elektrisch leitende Kohlenstoffschichten herzustellen.

Julian Petrasch (21) aus Berlin siegte im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Als günstige Alternative zu teuren Satelliten konstruierte er einen neuartigen Stratosphärenballon für die Aufnahme hochaufgelöster Luftbilder oder die Gewinnung von Wetterdaten.

Jessica Lackas (18) aus dem Saarland befasste sich mit einem faszinierenden mathematischen Spiel. Mithilfe einer selbst geschriebenen Software gelang es ihr, beim „Game of Life“ die Ausbildung komplexer lebensähnlicher Strukturen auf dem Spielfeld zu analysieren. Die Schülerin siegte im Fachgebiet Mathematik/Informatik.

Im Fachgebiet Technik waren Maximilian Reif (18) und Michael Stark (19) aus Bayern erfolgreich. Die beiden siegten mit ihrem selbst gebauten Quadrocopter, dessen Software das Fluggerät eigenständig vor Kollisionen und Pilotenfehlern schützt.

BA

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