Max-Planck-Institut für Hirnforschung

Max-Planck-Institut für Hirnforschung

Kein zweites Organ ist so komplex wie das menschliche Gehirn. Jede der rund 100 Milliarden Nervenzellen oder Neurone kann mit tausenden anderen Neuronen in Verbindung stehen. Das “Produkt” des Gehirns — Verhalten, Handlung, Wahrnehmung, Sprache, Erkenntnis und vieles mehr — ist außerordentlich vielfältig und noch immer rätselhaft. Das Max-Planck-Institut für Hirnforschung widmet sich der Erforschung der Gehirnfunktion auf mechanistischen und rechnerischen Ebenen. Der Fokus liegt dabei auf der Funktionsweise der Schaltkreise im Gehirn beginnend bei den Molekülen in einer einzelnen Hirnzelle, über die Vernetzung von Neuronen in einem lokalen Schaltkreis bis hin zu größeren Gehirnsystemen.

Um grundlegende Erkenntnisse über die Gehirnfunktion zu gewinnen, untersuchen die Wissenschaftler des Instituts weniger komplexe Nervensysteme wie die von Nagetieren, Schildkröten und Fischen. Sie messen wie diese sensorische Informationen verarbeiten, wie Erinnerungen entstehen und gespeichert werden, wie Tiere schlafen und wie sie sich in ihrem Verhalten an veränderte Bedingungen anpassen. Letztendlich wollen die Forscher die grundlegenden Regeln verstehen, die der Funktionsweise des Gehirns zugrunde liegen und so deren Beitrag zu Wahrnehmung und Verhalten klären. Hierzu verwenden sie molekularbiologische, bildgebende, elektronmikroskopische, genetische, und elektrophysiologische Verfahren sowie auch Methoden der Verhaltensforschung und numerische Simulationen.

Kontakt

Max-von-Laue-Str. 4
60438 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 850033-0
Fax: +49 69 850033-1599

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS for Neural Circuits

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren bzw. Direktorinnen und in den Forschungsgruppen.

Redner in formeller Kleidung trägt eine goldene Amtskette und gestikuliert während einer Rede an einem Rednerpult vor einem beleuchteten Emblem.

Highlights der Jahresversammlung 2026 waren die Festversammlung mit einem Expertengespräch zur Zukunft der Demokratie, die Verleihung des Max-Planck-Gründungspreises des Stifterverbandes und die Verleihung der Otto-Hahn-Medaillen

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Person mit lockigem Haar und schwarzer Jacke steht auf einer Wiese mit Bäumen und modernen Gebäuden im Hintergrund.

Die Direktorin am Max-Planck-Institut für Hirnforschung erhält zusammen mit drei weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Forschungspreis im Bereich der Neurowissenschaften

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Zwei dunkle, wellenförmige Skulpturen mit bunten Streifen stehen vor einem kunstvollen, schwarz-weißen Hintergrund, der kreisförmige Linien zeigt.

Max-Planck-Forschende entdecken einen RNA-basierten Mechanismus, der Neuronen dabei unterstützt, Phasen von Nährstoffmangel zu überstehen

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Fluoreszenzbild eines Hippokampus-Schnitts einer Maus. Synapsen sind grün dargestellt, die Zellkörper der Neuronen blau.

Eine neue integrative Studie hat die räumliche Organisation von Transkripten und Proteinen im Hippokampus von Mäusen untersucht und liefert damit neue Einblicke in die Funktion und Plastizität des Gehirns

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Gilles Laurent

Der Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung hat die moderne Wissenschaft der neuronalen Populationen geprägt

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Wie entwickeln sich Kommunikationssysteme?

2025 Alison J. Barker

Neurobiologie

KI-gestützte Technologien, insbesondere große Sprachmodelle, verändern derzeit grundlegend unser Verständnis von Sprache. Tiere haben im Laufe der Evolution hingegen komplexe vokale Kommunikationssysteme entwickelt, die wertvolle Einblicke in die Entwicklung von Gehirn und Verhalten bieten. Unser Labor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung untersucht, wie solche vokalen Kommunikationssysteme zur Organisation und Gestaltung sozialer Gruppen beitragen. Dabei verfolgen wir einen einzigartigen Ansatz: wir erforschen eines der sozialsten Nagetiere im Tierreich, den Nacktmull.

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Neuronale Netzwerke für Überlebensinstinkte

2024 Vanessa Stempel

Neurobiologie

Instinktverhalten sind angeborene Verhaltensweisen, die für das Überleben von Tieren essentiell sind, und die sie ohne oder nur mit sehr wenig Vorerfahrung ausführen können. Bei Wirbeltieren werden sie von Schaltkreisen im Gehirn gesteuert, die im Laufe der Evolution weitgehend unverändert geblieben sind und stammesgeschichtlich bis zu den frühesten Wirbeltiervorfahren zurückreichen. Das Ziel unserer Forschung ist es, herauszufinden, wie diese Verhaltenssteuerung auf der Ebene der Nervenzellen umgesetzt wird.

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Die Bausteine der Kommunikation in unserem Gehirn

2023 Erin Schuman, Julian Langer 

Neurobiologie

Unser Gehirn besteht aus einem komplexen Netzwerk aus Nervenzellen, in dem die Nervenzellen miteinander über Synapsen kommunizieren. Wir untersuchen, welche Proteine an diesen Synapsen eingesetzt werden und wie sich verschiedene Nervenzellen und Synapsen voneinander unterscheiden. Unsere Erkenntnisse helfen uns die molekularen Grundlagen der Kommunikation in unserem Hirn zu verstehen, die essentiell sind für alle Fähigkeiten unseres Gehirns und die z.B. in neurodenerativen Erkrankungen oder im Alter gestört werden können.

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Neuronaler Mechanismus von Navigationssimulationen

2022 Ito, Hiroshi

Neurobiologie

Das Gehirn muss ein inneres Modell, eine sogenannte „kognitive Karte“ seiner Umgebung erstellen, um erfolgreich zu einem gewünschten Ziel zu navigieren. Ein weiterer Zweck dieser Karte ist es, die Folgen einer Entscheidung in einer hypothetischen Umgebung abschätzen zu können, die wir in der realen Welt noch gar nicht erlebt haben. Möglicherweise besteht hierin die Grundlage für unsere Kreativität und Vorstellungskraft. Es ist das Ziel unserer Forschung, die neuronalen Schaltkreise zu verstehen, die unseren inneren Denkprozessen zugrunde liegen. 

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Unsere visuelle Fähigkeit, Objekte vom Hintergrund zu unterscheiden, hängt in hohem Maße von der Erkennung lokaler Diskontinuitäten in Bewegung, Farbe, Kontrast oder Textur ab. Die Berechnung der Merkmale einer Textur ist erstaunlich schwierig, wie die Hunderttausende von Versuchen zeigen, die neuronale Netzwerke benötigen, um sie zu "lernen". Dennoch segmentiert und differenziert unser Gehirn Texturen ohne offensichtliche Anstrengung. Unsere Forschung zielt darauf ab, zu verstehen, wie dies geschieht, indem wir die einzigartige Fähigkeit der Kopffüßer zur Tarnung nutzen.

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