Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht

Andere Länder, andere Sitten – und zumeist herrschen dort auch andere Rechtsgrundlagen. Die Entwicklung des europäischen Binnenmarktes, die globale Verflechtung multinationaler Wirtschafts- und Finanzunternehmen ebenso wie die wachsende Internationalisierung des Alltags erfordern auf allen Gebieten des Privat- und Wirtschaftsrechts Lösungen, die sich nicht allein aus den Rechtsordnungen einzelner Länder ableiten lassen. Ausgehend von einer Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Rechtsordnungen erarbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Hamburger Max-Planck-Institut für Privatrecht Grundlagen für die internationale Verständigung über das Recht und seine Anwendung auf grenzüberschreitende Sachverhalte. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit methodischen Grundfragen der Rechtsvergleichung und der Rechtsvereinheitlichung. Zentrales Forschungsinstrument des Instituts ist seine Bibliothek, die über eine der umfangreichsten Sammlungen für Zivilrechtsliteratur weltweit verfügt.

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Mittelweg 187
20148 Hamburg
Telefon: +49 40 41900-0
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Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung an job@mpipriv.de.

Abteilung / Forschungsschwerpunkte: Deutsches, europäisches und internationales Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Handelsrecht einschließlich Bilanzrecht, ökonomische Analyse des Rechts, Rechtsvergleichung

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Abteilung Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung, Privatrechtstheorie, Recht und Globalisierung

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Abteilung / Forschungsschwerpunkte: Schuldrecht und Erbrecht in historischer und vergleichender Perspektive; Mischrechtsordnungen; Europäische Privatrechtsvereinheitlichung

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Wie unabhängig ist das deutsche Rechtssystem?

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Ein deutsches Gesetz hebt Kinderehen generell auf – nicht immer im Interesse der Betroffenen

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Jürgen Basedow erklärt, warum den Briten langwierige Verhandlungen bevorstehen und sich erst einmal wenig ändern wird.

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Dynamische Familienrechtsreformen, Anerkennung der Adoption, Berücksichtigung des Kindeswohls: Nadjma Yassari vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg zeigt, wie vielschichtig und wandelbar das Recht in den islamischen Ländern ist.

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Die Kolonialisierung ist Geschichte. Doch ihre Nachwirkungen zeigen sich immer noch als Kolonialität – in der Art und Weise, wie die Welt wahrgenommen, verstanden und beherrscht wird. Ein Beispiel dafür sind europäische Rechtsauffassungen, die nach wie vor weltweit als Maßstab gelten. Unser Autor fordert eine Abkehr von der eurozentrischen Sichtweise und plädiert für ein neues pluriversales Rechtsverständnis.

Seit 70 Jahren garantiert das Grundgesetz die Unabhängigkeit der Richter. Diese sind in ihren Entscheidungen „nur dem Gesetze unterworfen“. Doch gibt es nicht auch andere Einflüsse? Die Rechtswissenschaftler Konrad Duden vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg und Jasper Kunstreich vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main sind der Frage nachgegangen und haben erstaunliche Antworten gefunden.

Dynamische Familienrechtsreformen, Anerkennung der Adoption, Berücksichtigung des Kindeswohls: Nadjma Yassari vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg zeigt mit ihrer Forschungsgruppe „Das Recht Gottes im Wandel: Rechtsvergleichung im Familien- und Erbrecht islamischer Länder“, wie vielschichtig und wandelbar das Recht in den islamischen Ländern ist.

Im japanischen Zivilrecht finden sich viele Passagen aus Gesetzen Deutschlands, Frankreichs oder der USA. Trotzdem wird Recht in Japan ganz anders praktiziert als in diesen Ländern. Juristen untersuchen die Rechtswirklichkeit, nicht zuletzt um den wirtschaftlichen Austausch zu erleichtern.

Verwaltungsleiter*in (m/w/d)

Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg 23. September 2022

Ist das Pflichtteilsrecht noch zeitgemäß? 

2021 Zimmermann, Reinhard

Rechtswissenschaften

In Deutschland besteht Testierfreiheit. Jede Person kann frei über ihr Eigentum verfügen und daher auch per Testament bestimmen, wer ihr Vermögen erbt. Das Pflichtteilsrecht setzt dieser Verfügungsmacht jedoch Grenzen: Den nächsten Angehörigen stehen feste Quoten am Nachlass zu, die sie gerichtlich geltend machen können. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie auf diesen Anteil wirtschaftlich angewiesen sind. Das ist heute nur selten der Fall. So sind Kinder beim Tod ihres letzten Elternteils in der Regel bereits wirtschaftlich unabhängig. Es ist also an der Zeit, den Pflichtteil zu überdenken.

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Früh verheiratet – per Gesetz getrennt?

2020 Michaels, Ralf; Yassari, Nadjma

Rechtswissenschaften

Die Heirat Minderjähriger ist in Deutschland verboten, vor allem um Mädchen und junge Frauen vor den Folgen einer verfrühten Ehe zu bewahren. Das „Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“ beschränkt sich aber nicht auf Deutschland, sondern spricht auch im Ausland rechtswirksam geschlossenen Ehen die Gültigkeit ab. Es ist allerdings fragwürdig, ob das mit dem Schutz der Ehe und des Kindeswohls vereinbar ist.

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Unternehmerisches Handeln mit sozialer Verantwortung

2019 Fleischer, Holger

Rechtswissenschaften

Wie sich Profitabilität und gesellschaftliche Verantwortung in Einklang bringen lassen, ist eine Schlüsselfrage, die über Fachgrenzen hinweg diskutiert wird. Vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit für die Sozial- und Umweltstandards sowie die Bekämpfung von Korruption in Drittstaaten hat die Debatte um Corporate Social Responsibility (CSR) das Aktien- und Kapitalmarktrecht erreicht. Sie rührt an Grundsatzfragen: Welchen Zwecken sollen moderne Kapitalgesellschaften dienen? Welche Ziele dürfen sie verfolgen? Was bedeutet CSR für grenzüberschreitend tätige Unternehmen?

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Ein roter Faden im Labyrinth der europäischen Vertragsrechte

2018 Zimmermann, Reinhard

Rechtswissenschaften

Ein europäischer Binnenmarkt und derzeit 28 verschiedene Vertragsrechtsordnungen innerhalb der EU: Das erscheint dysfunktional. In den letzten 40 Jahren gab es daher viele Initiativen, um ein einheitliches europäisches Vertragsrecht zu schaffen. Auf politischer Ebene ist das Vorhaben –  vorerst – gescheitert. Nun sind wir als Wissenschaftler am Zug: In den Commentaries on European Contract Laws analysieren wir alle bereits existierenden Entwürfe in historisch-vergleichender Perspektive. Das bietet Orientierung für zukünftige Bestrebungen, das Vertragsrecht europaweit zu vereinheitlichen.

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Globalisierung, internationales Privatrecht und Menschenrechte

2017 Basedow, Jürgen

Rechtswissenschaften

Private Rechtsbeziehungen im grenzüberschreitenden Bereich werden traditionell durch das internationale Privatrecht geregelt. Dieses variiert jedoch von Land zu Land, und seine Entwicklung hat mit der Globalisierung nicht Schritt gehalten. Gerichte berufen sich bei der Klärung grenzüberschreitender Rechtsstreitigkeiten daher zunehmend auf die Menschenrechte, denen die Idee der rechtlichen Mindestausstattung aller Menschen zugrunde liegt. Für die Privatrechtswissenschaft öffnet sich mit der Erforschung der Menschenrechte ein Forschungsfeld, das zukünftig an Bedeutung gewinnen wird.

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