Konflikt- und Psychosoziale Beratung

Anlaufstellen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Konfliktfall

Wo Menschen miteinander zu tun haben, gibt es auch Konflikte und Probleme. Diese werden je nach Typ und Temperament unterschiedlich ausgetragen: wortreich, sachlich, poltrig, schweigend, aggressiv oder gar nicht. Ungelöste Konflikte können das gesamte Arbeitsklima beeinflussen und die Motivation auch von unbeteiligten Mitarbeitenden erheblich dämpfen. Daher ist es für die Konfliktparteien aber auch für deren Umfeld wichtig, Konflikte anzugehen und sie nachhaltig zu lösen.

Wenn Sie sich in einer Konflikt- oder Problemsituation befinden, müssen Sie diese nicht mit sich alleine ausmachen. Je nachdem, ob es sich um einen Konflikt mit Kolleginnen und Kollegen, mit Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern handelt, ob Sie sich aufgrund Ihrer persönlichen Situation benachteiligt fühlen oder merken, dass Sie wegen beruflicher oder privater Probleme zurzeit nicht die Leistungsfähigkeit haben, die Sie sich wünschen und dies zu Konflikten führt, gibt es verschiedene Anlaufstellen in der Max-Planck-Gesellschaft.

Allgemeine Konflikte / Mobbing

Vorgesetze

Ihre Vorgesetzte oder Ihr Vorgesetzter ist immer die erste Ansprechperson, wenn es sich um eine Auseinandersetzung im Team, mit Kolleginnen und Kollegen aus der eigenen Einheit oder auch aus anderen Abteilungen handelt.

Ist die oder der Vorgesetzte selbst Konfliktpartei oder Sie wünschen grundsätzlich Distanz und Vertraulichkeit, gibt es weitere Anlaufstellen, die Ihnen helfen und Sie bei der Lösung beraten:

(Gesamt)Betriebsrat

Der Betriebsrat mit seinen Mitgliedern ist die betriebliche Interessenvertretung aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Ihrer Einrichtung / Ihres Instituts. Er ist zur Vertraulichkeit verpflichtet und handelt nur im Einvernehmen mit Ihnen. Gibt es an Ihrer Einrichtung / Ihrem Institut keinen Betriebsrat können Sie sich alternativ an den Gesamtbetriebsrat der Max-Planck-Gesellschaft wenden. Ansprechpersonen beim GBR sind nicht nur Vorsitzender und Vizevorsitzende, sondern alle Mitglieder des Gesamtbetriebsausschusses (GBA). 

PhDnet

Das Max-Planck-PhDnet vertritt die über 4500 Promovierenden der Max-Planck-Gesellschaft (MPG).

Schlichtungswesen

Nach der Schlichtungsordnung der MPG ist jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter für den Fall, dass Beschwerden oder Streitigkeiten in einem Institut nicht beigelegt werden können, dazu berechtigt, ein
Schlichtungsverfahren zu beantragen. Pro Sektion sind drei Schlichtungsberaterinnen und -berater benannt.

Psychosoziale Beratung

Viele Einrichtungen und Institute der Max-Planck-Gesellschaft haben zudem einen externen Dienstleister für Arbeitsmedizin und Gesundheitsmanagement beauftragt, der psychosoziale Beratung anbietet. Diese Gespräche sind anonym, d.h. der Arbeitgeber erlangt keine Kenntnis davon, und unterliegen der Schweigepflicht.

 

Wissenschaftliches Fehlverhalten

Ombudsperson

Die Ombudsperson berät Sie vertraulich in Konfliktfällen, die Fragen der guten wissenschaftlichen Praxis berühren. Die Gespräche, die Sie führen, sind vertraulich.

Diskriminierung

Gleichstellungsbeauftragte

Sie können sich an die Gleichstellungsbeauftragte Ihrer Einrichtung / Ihres Instituts wenden, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Gleichstellungsgrundsätze allgemein und jene der Max-Planck-Gesellschaft nicht gewahrt werden. Alternativ können Sie sich auch an die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte wenden. Die Gespräche, die Sie führen, sind vertraulich. Die Gleichstellungsgrundsätze und die Gesamtbetriebsvereinbarung Gleichstellung finden Sie im Organisationshandbuch.

(Gesamt)Schwerbehindertenvertretung

Wenn Sie als Beschäftigte oder Beschäftigter schwerbehindert sind und sich aufgrund Ihres Status' benachteiligt fühlen oder die Rahmeninklusionsvereinbarung verletzt sehen, können Sie sich an die Schwerbehindertenvertretung Ihrer Einrichtung / Ihres Instituts wenden. Auch die Gesamtschwerbehindertenvertretung der Max-Planck-Gesellschaft ist Anlaufstelle.

Beauftragte/-r des Arbeitgebers für schwerbehinderte Menschen

Jeder Arbeitgeber hat nach Paragraph 98 Sozialgesetzbuch einen Beauftragten zu ernennen, der ihn in Angelegenheiten, die schwerbehinderte Menschen betreffen, verantwortlich vertritt. Der oder die Beauftragte Ihrer Einrichtung / Ihres Instituts arbeitet eng mit der Schwerbehindertenvertretung, dem Betriebsrat sowie den nach dem Sozialgesetzbuch zuständigen Behörden zusammen.

Sexualisierte Handlungen

Auch in Fällen von sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt können Sie sich an die Gleichstellungsbeauftragte Ihrer Einrichtung / Ihres Instituts wenden. Des Weiteren unterstreicht der Anfang 2018 verabschiedete Code of Conduct, dass die Max-Planck-Gesellschaft in dieser Hinsicht kein Fehlverhalten duldet und beschreibt auch ein Verfahren im Umgang mit Konflikten. So nennt der Code of Conduct weitere Anlaufstellen für Betroffene und sieht Schulungen für diese Personengruppen vor. Die erste Beschwerde kann formlos eingereicht werden. Bedingung für jeden weiteren Schritt ist ein von der Beschwerde führenden Person unterschriebenes Protokoll des Vorfalls. Ab diesem Zeitpunkt wird die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte informiert. Hinsichtlich Angemessenheit und Umsetzung konkreter Maßnahmen kann sich das Institut von der Abteilung „Personal und Personalrecht“ und/oder durch ein individuelles Coaching unterstützen lassen. Das Verfahren ermöglicht Überblick über die Konfliktfälle in der MPG, sodass langfristig präventiv gehandelt werden kann. Grundlage dafür ist die flächendeckende Gültigkeit, die durch eine Gesamtbetriebsvereinbarung und einen Verwaltungsratsbeschluss erreicht wurde.

Externe anwaltliche Beratung

Betroffene von Mobbing, Belästigung, sexualisierter Gewalt oder Diskriminierung im Sinne des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG) haben zudem ab sofort die Möglichkeit, sich an die Rechtsanwaltskanzlei Wirsing Hass Zoller zu wenden. Als Vertrauenspersonen fungieren auf Seiten der Kanzlei Frau Rechtsanwältin Dr. Christine Dross und Herr Rechtsanwalt Thomas Müller. Mitarbeitende des Max-Planck-Instituts für Astrophysik wenden sich bitte direkt an Frau Dr. Dross.

Die Vertrauenspersonen nehmen Ihre Hinweise bzw. Beschwerden entgegen und geben eine Einschätzung ab, ob diese rechtliche Relevanz haben könnten. Die Entscheidung, ob und an wen die Schilderung weitergeleitet wird, treffen allein Sie. Die Vertrauenspersonen sind außerdem zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet, wenn Sie dies wünschen.

Die Vertrauenspersonen können sowohl telefonisch als auch per E-Mail kontaktiert werden und stehen auch für persönliche Gespräche zur Verfügung. Sie bieten außerdem an, Gespräche in englischer Sprache zu führen und können wie folgt erreicht werden:

Wirsing Hass Zoller - Rechtsanwälte Partnerschaft MbB
Maximilianstraße 35 C
80539 München

Dr. Christine Dross
Rechtsanwältin
Tel.: 089 29 00 71-28
E-Mail: dross@wirsing.de 

Thomas Müller
Rechtsanwalt
Tel.: 089 29 00 71-0
E-Mail: t.mueller@wirsing.de

Diese Möglichkeit besteht zunächst bis Ende 2018 und ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei.

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