Institute und Experten

Das Max-Planck-Institut gibt es nicht – tatsächlich ist die Max-Planck-Gesellschaft Träger einer Vielzahl von Forschungseinrichtungen in Deutschland, aber auch im Ausland. In der Auswahl und Durchführung ihrer Forschungsaufgaben sind die Max-Planck-Institute frei und unabhän­gig. Sie verfügen daher über einen eige­nen, selbst verwalteten Haushalt, der durch Projektmit­tel von dritter Seite er­gänzt werden kann. Die Forschung am Institut muss den wissen­schaftlichen Exzellenzkriterien der Max-Planck-Gesellschaft genügen, was durch regelmäßige Evaluation überprüft wird.

Die Max-Planck-Institute forschen im Bereich der Lebens-, Natur- und Geisteswissen­schaften, vielfach auch interdisziplinär. Ein einzelnes Institut lässt sich daher kaum einem einzigen Forschungsgebiet zuordnen, umgekehrt arbeiten verschiedene Max-Planck-Institute durchaus auch auf demselben Forschungsgebiet.

Beiträge des Jahrgangs
  • Wer kommunizieren möchte, wie dringlich eine Verringerung der weltweiten Kohlenstoffemissionen ist, stößt auf eine wesentliche Schwierigkeit: Die Menschen und ihre Regierungen erleben die Gefahren des Klimawandels nur mittelbar. Wir nehmen zwar die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit in unserer unmittelbaren Umgebung zu einem bestimmten Zeitpunkt wahr. Uns fehlt aber jede direkte Erfahrung der globalen Umwelt. Die Arbeitsgruppe Experiencing the Global Environment am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte untersucht die Geschichte dieser Wahrnehmungslücke. mehr
  • Die Max-Planck-Forschungsgruppe „Epistemes of Modern Acoustics“ befasst sich mit der Doppelfunktion von Schall als Forschungsobjekt und als Erkenntnisinstrument. Dazu fragt die Forschungsgruppe nach den Ermöglichungsbedingungen akustischen Wissens. Welches historische Wissen konnte allein auf akustischem Wege gewonnen oder repräsentiert werden? Wann und wie wurden deshalb akustische Apparate, Instrumente und Maschinen als alternative Forschungsmittel eingesetzt? mehr
  • Wissen im Anthropozän

    2015 Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Renn, Jürgen; Omodeo, Pietro D.; Rosol, Christoph; Schemmel, Matthias; Valleriani, Matteo
    Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte entwickelt einen umfassenden Ansatz zur Erforschung der Geschichte menschlichen Wissens. Darin werden die kognitiven, sozialen und materiellen Entwicklungsdimensionen in ihrer Wechselwirkung berücksichtigt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für die bewusste Gestaltung des Anthropozäns dienen. mehr
  • Gelbe Notizzettel auf Skizzen, Artefakten und Memoranden bezeugen ein ausgeklügeltes System der Datenorganisation am Kaiserhof der Qing (1645–1912). Auf den Vorläufern moderner Post-it-Zettel übermittelten Beamte Regeln für die Gestaltung von Gegenständen aller Art. Diese technischen und ästhetischen Dokumentationen wurden zur empirischen Basis für die Entwicklung allgemeiner Methoden und Vorgehensweisen. Im Spannungsfeld zwischen Idealen und Realitäten der politischen, gesellschaftlichen und materiellen Ordnung sind sie Ausdruck eines lebhaften Diskurses zum Verhältnis von Wissen und Handeln. mehr
  • Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts kam das wissenschaftliche Interesse an der Entwicklung von Babys und Kleinkindern auf. Gelehrte wie Charles Darwin entdeckten ihren eigenen Nachwuchs als „naturhistorische Objekte“. In den USA widmeten sich vor allem College-Absolventinnen der Erforschung frühkindlicher Entwicklung. Untersucht man die häuslichen Beobachtungen von Milicent Shinn, wird deutlich, wie Shinn und ihr Netzwerk von Beobachterinnen Feldforschung im Kinderzimmer betrieben und grundlegende Erkenntnisse über die Entstehung des menschlichen Bewusstseins gewannen. mehr
  • Forscher am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte arbeiten an einer Geschichte der Kunst, die sich auf einen Wissenstransfer inner- und außerhalb der Künstlerwerkstatt konzentriert. Zwischen 1350 und 1750  wurde die Werkstatt zu einem Ort, an dem neben handwerklichem Wissen auch neue Erkenntnisse etwa auf dem Gebiet der Optik und Alchemie ausgetauscht wurden. Das Forschungsprojekt hebt die Rolle der Kunst bei der Entstehung der neuen Wissenschaft hervor und fördert die aktuelle Diskussion einer praxisorientierten Erforschung der Künste. mehr
  • Globalisierungsprozesse finden seit Jahrtausenden statt; immer geht es dabei auch um Wissen. Die Globalisierung des Wissens ist kein lineares Fortschreiten, sondern vielmehr ein dynamischer Vorgang, bei dem äußere und innere Faktoren zusammenspielen und der außerdem von lokalen Kontexten geprägt wird. Um zu verstehen, wie sich Wissen über kulturelle Grenzen hinweg ausbreitet, bedarf es eines neuen theoretischen Rahmens. mehr
  • Wie kann man menschliche Vielfalt, „Humandiversität“, angemessen erforschen und beschreiben? Die biologischen Aspekte dieser Frage wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts meist mithilfe der Rassenbiologie beantwortet. Diese galt nach 1945 als völlig diskreditiert, und so schienen erst Populationsgenetik und Molekulargenetik den Biowissenschaftlern einen neuen Zugang zu diesem äußerst heiklen Problem zu öffnen. Tatsächlich war der Weg der Forschung komplexer, als es die Geschichtsschreibung mit Fokus auf die Folgen von Rassismus in Wissenschaft und Gesellschaft bisher zeigt. mehr
  • Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte untersucht historische und zeitgenössische Formen des „Hirnsubjekts“: die Vorstellung, wonach das Gehirn der einzige Teil des Körpers ist, den wir brauchen, um wir selbst zu sein. Diese Idee ist in den philosophischen und wissenschaftlichen Entwicklungen des späten 17. Jahrhunderts verwurzelt und seit Mitte des 20. Jahrhunderts in den industrialisierten und hoch medikalisierten Gesellschaften die vorherrschende Form geworden, in der Menschsein gedacht wird. mehr
  • Wie werden technische Innovationen in eine Kultur integriert und was sagt dies über deren Fähigkeit zur Innovation aus? Technische Innovationen sind zunächst das Resultat eines praktischen Vorganges. In China entstehen sie meist in der schriftunkundigen Schicht der Handwerker und werden vor allem über persönliche Kontakte vermittelt. Ihre Verschriftlichung belegt, dass praktisches Wissen in einen akademischen Diskurs integriert wurde und sich damit der Umgang einer Kultur mit diesem Wissen verändert hat. Im Zentrum der Studie einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte stehen die Entwicklungen des 10. bis 18. Jahrhunderts auf Gebieten wie der Porzellanherstellung, der Textilmanufaktur und der Militärtechnik. mehr
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