Ein Vermächtnis für die Grundlagenforschung

Mit einem Vermächtnis im dreistelligen Millionenbereich ermöglichte der Unternehmer Hermann Neuhaus die Gründung einer Stiftung, deren Erträge ausschließlich der Forschung in der Max-Planck-Gesellschaft zugutekommen. Nach seinen testamentarischen Vorgaben wurde 2007 die "Hermann-Neuhaus-Stiftung" als Treuhandstiftung der Max-Planck-Förderstiftung gegründet.

Der ostwestfälische Unternehmer Neuhaus erarbeitete sich sein Vermögen mit dem, was die Gesellschaft täglich nutzt und jeder kennt – die dunkelgraue SULO Abfalltonne. Seine Persönlichkeit stand für Verantwortung, Einsatz, unbedingtes Wollen, und sein Lebenslauf zeigt gewisse Parallelen zu den Biografien exzellenter Wissenschaftler: Geprägt von unermüdlicher Schaffenskraft, gab er niemals auf und strebte immer danach, das Beste zu geben – und das Beste zu erreichen.

Seine strengen Maßstäbe legte Neuhaus auch an, als es darum ging, über sein Vermächtnis zu entscheiden. Die Max-Planck-Gesellschaft erschien ihm auch aufgrund ihrer Leistungen und weltweiten Reputation am besten geeignet, auf Dauer die angestrebten Ziele zu erreichen und zu sichern. Doch er prüfte genau. Zunächst unterstützte er ein einzelnes Projekt am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, dann ein weiteres am Max-Planck-Institut für Biochemie. Er besuchte die Institute, sprach mit den Wissenschaftlern, ließ sich ihre Vorgehensweise erläutern und über die Fortschritte unterrichten. Nach gelungenem Prozess und erfolgreichen Forschungsergebnissen entschied er sich endgültig für die Max-Planck-Gesellschaft. Programm und Anspruch der herausragenden Wissenschaftler, vor allem aber Zukunftsfähigkeit der Forschung hatten ihn überzeugt.

Das Vermächtnis von Hermann Neuhaus wird von der Max-Planck-Förderstiftung professionell verwaltet und angelegt, ein ehrenamtlich tätiges Komitee angesehener Investmentmanager steht beratend zur Seite. Die Erträge ermöglichen wissenschaftliche Projekte, für die im Institutshaushalt keine Mittel zur Verfügung stünden, und geben der Max-Planck-Gesellschaft damit zusätzliche Freiräume. Herausragend ist die Wiederherstellung des historischen Hörsaals des Harnack-Hauses, der Tagungsstätte der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Es hätte Hermann Neuhaus gefallen, zu sehen, wie sich dort die besten Wissenschaftler treffen und austauschen können – wie in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als Albert Einstein, Otto Hahn, Max Planck, aber auch viele Wissenschaftler aus dem Ausland in diesem Hörsaal Gastvorträge hielten. Allein in dieses Projekt flossen fünf Millionen Euro.

Hermann Neuhaus wurde posthum die Harnack-Medaille verliehen, die größte Ehrung, die die Max-Planck-Gesellschaft zu vergeben hat. Seine Frau Uta Neuhaus setzt die Verbundenheit ihres Mannes mit der Max-Planck-Gesellschaft fort, hält den Kontakt zu den Wissenschaftlern, nimmt lebhaften Anteil und fühlt sich zuhause in der "Max-Planck-Familie".

hy/tk

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