Arabisch beim Girls Day

Initiative „People for People“ fördert 25 Projekte für geflüchtete Menschen

1. September 2016

Flüchtlingskinder ins Institut einladen, in Notunterkünften eine Bibliothek oder W-LAN einrichten, mit Spezialisten Traumata der Flucht behandeln. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Max-Planck-Gesellschaft setzen sich ganz alltagsnah für Flüchtlinge ein. Jetzt stellt Herbert Jäckle, Direktor am MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen, und Schirmherr der Aktion einen ersten Zwischenbericht vor. Ihn freut, dass das Motto „People for People“ wörtlich genommen wird.

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Schülerinnen mit Fluchthintergrund  beim Girls Day 2016 am Fritz-Haber-Institut der MPG
Schülerinnen mit Fluchthintergrund  beim Girls Day 2016 am Fritz-Haber-Institut der MPG

Internationalität wird an den Max-Planck-Instituten groß geschrieben und als die Flüchtlingswelle in Deutschland im Herbst 2015 ihren Höhepunkt erreichte, war das Engagement der Mitarbeiter vielerorts groß. Während sich die Max-Planck-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit anderen deutschen Forschungsorganisationen auch dazu entschloss, langfristige Angebote zur Integration zu erarbeiten, entstand gleichzeitig eine von einem großzügigen Spender der Max-Planck-Förderstiftung ermöglichte Initiative. Max-Planck-Direktor Herbert Jäckle übernahm die Schirmherrschaft und gab ihr den Namen „People for People“. „Dem Spender der Förderstiftung geht es um das Menschliche. Er möchte Konzepte aus den Instituten fördern, die direkt den Flüchtlingen zugutekommen. Ich bin sehr beeindruckt, welch vielfältige und tolle Ideen eingereicht wurden“, so Jäckle. Finanziert werden sollen dabei jene Aktivitäten, die sich aus öffentlichen Mitteln nicht finanzieren lassen. Kurz nach Jahresbeginn waren insgesamt 25 Projekte ausgewählt worden.

Für Bereicherung im Alltag sorgen

Was finanziell durch die Förderstiftung unterstützt wird, zeigt die nun vorliegende Broschüre „People for People – Zwischenbericht über die bisher bewilligten Förderprojekte“. Die Spannbreite der Aktivitäten dabei ist enorm. So hat sich ein kleines Team des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte zur Aufgabe gemacht, in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Lichtenberg eine mehrsprachige Bibliothek aufzubauen. Ziel ist es, den Bewohnern damit ein Bildungs- und Freizeitangebot in ihrer Muttersprache bereitzustellen. In Leipzig, wo Max-Planck-Mitarbeiter zweier Institute mehrere Projekte gestartet haben, arbeitet man unter anderem daran, Notunterkünfte mit freiem W-LAN auszustatten. Damit Geflüchtete ihren Alltag abwechslungsreicher gestalten können, wird in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Leipzig Nachhilfe organisiert oder werden für geflüchtete Familien Eintrittskarten für den Zoo angeboten; schließlich liegt dieser in unmittelbarer Nachbarschaft der Notunterkünfte.

Ähnliche Initiativen zur Bereicherung des Alltags der Flüchtlinge gibt es beispielsweise von Seiten des MPI für empirische Ästhetik in Frankfurt/Main oder des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Letzteres hat Dolmetscher gewonnen, damit 20 Schülerinnen mit Fluchthintergrund auch am Girls Day, dem bundesweiten Zukunftstag zur Berufsorientierung, am Institut teilnehmen konnten – für sie wurde in Arabisch beziehungsweise Persisch übersetzt. Am Max-Planck-Institut für Psychiatrie wiederum läuft ein Projekt „Refugee Psychiatry”, um einen Beitrag bei der Versorgung von Menschen mit psychiatrischen Störungen nach Flucht und Migration zu leisten. 

 

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