21 Starting Grants für Max-Planck-Wissenschaftler

European Research Council vergibt zum fünften Mal Fördergelder an den Nachwuchs

21. September 2012

So viele Max-Planck-Wissenschaftler wie noch nie haben nach der fünften Vergaberunde der ERC-Starting-Grants Grund zum Jubeln: Vier Frauen und 17 Männer aus 16 Max-Planck-Instituten bzw. Einrichtungen haben jeweils bis zu zwei Millionen Euro für ihre Forschungsprojekte eingeworben. Insgesamt hat der European Research Council 536 Starting Grants an Wissenschaftler aus 21 Ländern vergeben.

Stolzes Gewinnertrio: Forschungsgruppenleiter Frank Schnorrer, Esben Lorentzen und Andreas Pichlmaier (v.l.n.r.) vom Max-Planck-Institut für Biochemie

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Seit es den European Research Council (ERC) gibt, ermuntert die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Wettbewerb um dessen EU-Fördermittel teilzunehmen, die allein nach Exzellenzkriterien vergeben werden. „Dabei konnte die MPG ihre Erfolgsquote von Jahr zu Jahr steigern“, freut sich Max-Planck-Präsident Peter Gruss. „Das zeigt, welch hochklassige Forscherinnen und Forscher wir an unseren Instituten haben und dass sie dort beste Bedingungen vorfinden, um sich in einem internationalen, kreativen Umfeld mit innovativen Forschungsthemen auseinanderzusetzen.“

Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert seit 2007 zukunftsträchtige Grundlagenforschung in Europa, um so visionäre Projekte voranzutreiben und neue interdisziplinäre Wissensgebiete zu erschließen. Dazu vergibt er einmal jährlich nach einem strengen Auswahlverfahren sogenannte Advanced und Starting Grants. Während die Advanced Grants an renommierte Topwissenschaftler gehen, sind die Starting Grants für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gedacht, deren Karriere eher am Anfang steht. Die Fördermittel erlauben ihnen, eigene Forschungsteams aufzubauen und fünf Jahre lang autark an einem eigenen Forschungsprojekt zu arbeiten.

Der Andrang auf die begehrten Starting Grants ist groß. 4741 Anträge erreichten den ERC, der im Schnitt lediglich 11,3 Prozent positive Bescheide vergab. Gemessen daran ist die Max-Planck-Gesellschaft mit einer Erfolgsquote von 32 Prozent unter den deutschen Universitäten und Forschungsorganisationen ganz vorn, lediglich die französische Wissenschaftsorganisation Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) erhielt 26 Starting Grants. Sie liegt auch in der „Bestenliste“ nach nun 5 Vergaberunden mit insgesamt 109 Grants auf Platz eins. Die MPG steht hier an dritter Stelle mit bislang 57 Grants; auf Platz zwei ist die University of Cambridge mit 61 Grants. Unter den Top ten findet sich sonst keine weitere deutsche Einrichtung; es dominieren englische Universitäten (Cambridge, Oxford, 2xLondon), die allein viermal vertreten sind.

Englische Einrichtungen sind überhaupt am erfolgreichsten beim Wettbewerb um die Starting Grants: 131 Grants gingen an Wissenschaftler auf der Insel. Erst mit einem Riesenabstand (78 Grants) folgen deutsche Universitäten oder Forschungsorganisationen vor französischen Einrichtungen (73). Das heißt allerdings nicht, dass es auch Briten sind, die die meisten Fördergelder bekommen; in der Nationalitätenrangliste rangieren die Deutschen (92) vor ihnen (68).

Von den 21 geförderten Anträgen für Max-Planck-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entfallen zehn Grants auf den Bereich „Lebenswissenschaften“, neun Grants auf den Bereich „Physik und Ingenieurswissenschaften“ und zwei Grants auf den Bereich „Sozial- und Geisteswissenschaften“. Das entspricht in etwa auch dem Verteilungsmuster aller Grants, von denen rund 37 Prozent auf Lebenswissenschaften, 44 Prozent auf Physik und Ingenieurswissenschaften und nur knapp 19 Prozent auf die Geisteswissenschaften entfallen. Nur leicht gestiegen ist der Frauenanteil unter den Fördermittel-Empfängern von 21 auf 24 Prozent; bei den MPG-Grants betrug er 19 Prozent. Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten einen Starting Grant:

Umut Acar (MPI für Softwaresysteme)
Sonja-Verena Albers (MPI für terrestrische Mikrobiologie)
Wolfram Antonin, Michael Hothorn (Friedrich-Miescher-Laboratorium)
Jean-Christophe Baret, Björn Hof (MPI für Dynamik und Selbstorganisation)
Fulvia Bono (MPI für Entwicklungsbiologie)
Xinliang Feng (MPI für Polymerforschung)
Ana J. Garcia-Saez (MPI für Intelligente Systeme)
Masaki Hori und Matthias Kling (MPI für Quantenoptik)
Michael Kolbe (MPI für Infektionsbiologie)
Holger Kreckel (MPI für Kernphysik)
Sebastian Leidel (MPI für molekulare Biomedizin)
Esben Lorentzen, Andreas Pichlmair, Frank Schnorrer (MPI für Biochemie)
Magdalena Nowicka (MPI zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften)
Michael Potente (MPI für Herz- und Lungenforschung)
Stephan Schill (MPI für ausländisches öffentliches und Völkerrecht)
Fabian Walter (MPI für Astronomie)

SB

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