Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Wie hängen historische Ereignisse, kulturelle Veränderungen und große Migrationsbewegungen zusammen? Wo liegt die Herkunft historischer Krankheitserreger? Welche Faktoren führten zur Verbreitung und Diversifizierung der großen Sprachfamilien? Wie haben die Entwicklung von Nutzpflanzen und die Transformation menschlicher Gesellschaften ineinander gegriffen? Welche Faktoren fördern die Verbreitung und Übernahme von neuen Technologien?

Am 2014 gegründeten Institut entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, wie Genetik, Linguistik, Archäologie, Anthropologie und Geschichte, gemeinsam innovative Verfahren zur Sprachdokumentation, globale Sprach-und Kulturdatenbanken ebenso wie Analyseverfahren, die evolutionäre Theorien und moderne Rechenverfahren verknüpfen. Sie nutzen modernste Methoden im biomolekularen Bereich wie zum Beispiel genomweite DNA-Sequenzierung, um auf der Basis von winzigen Proben detaillierte Information über genetische Beziehungen, geographische Ursprünge, Selektionsprozesse oder genetische Strukturen von ausgestorbenen humanen, pflanzlichen, tierischen oder pathogenen Organismen zu gewinnen. Mit diesem durch und durch interdisziplinären Ansatz soll es gelingen, Fragen zur Menschheitsgeschichte zu beantworten, die bisher als schwierig, wenn nicht gar unlösbar erschienen.

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An die Leine!

An die Leine!

Meldung 24. November 2017
Max-Planck-Forscher entdecken die bisher ältesten Abbildungen von angeleinten Hunden mehr
Der antike Mittelmeerraum in neuem Licht
Die Partner des neuen Max Planck-Harvard Research Center investieren gemeinsam fünf Millionen Euro, um mit modernsten wissenschaftlichen Methoden zentrale Vorgänge der Menschheitsgeschichte im antiken Mittelmeerraum besser zu verstehen mehr
Neue Einblicke in Afrikas Bevölkerungsgeschichte
Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika weisen überraschende Verwandtschaftsverhältnisse auf dem Kontinent nach mehr
Wölfe verstehen Ursache und Wirkung besser als Hunde
Studie am Wolf Science Center in Wien zeigt: Hunde scheinen Fähigkeiten zum Problemlösen verloren zu haben, als sie domestiziert wurden. mehr
Grabungen belegen Zuzug von Frauen
Ins Lechtal kamen vor 4000 Jahren zahlreiche Frauen zur Familiengründung aus der Ferne mehr
45.000 Jahre menschlicher Einfluss auf Tropenwälder
Durch Brandrodung, Abholzung und Bewirtschaftung sind Regenwälder schon sehr lange nicht mehr „unberührt“ mehr
Alte DNA enthüllt Herkunft von Minoern and Mykenern
Gemeinsame Vorfahren aus dem neolithischen Westanatolien und Griechenland mehr
Seltener Weizenfund in bronzezeitlicher Lunch-Box
Gefäß aus dem Schweizer Hochgebirge bringt Forscher auf neue Analysemethode mehr
Alte DNA wirft neues Licht auf Neandertaler-Evolution
Genetische Hinweise für weitere Einwanderung nach Europa vor 220.000 bis 470.000 Jahren entdeckt mehr
Neue Wege in der Talentförderung
Max-Planck-Präsident Stratmann unterstreicht, wie wichtig eine effektive Nachwuchsförderung für die eigene Forschungsorganisation und das deutsche Wissenschaftssystem ist mehr
Umweltsünden aus der Urzeit
Schon vor tausenden von Jahren hat der Mensch möglicherweise zum Aussterben großer Säugetiere wie Mammuts und Raubkatzen beigetragen mehr
Forscher entschlüsseln erstmals Genome ägyptischer Mumien
Bewohner des Alten Ägypten waren genetisch am engsten mit den damaligen Bewohnern des Nahen Ostens verwandt mehr
Die Förderung des ERC deckt verschiedene Karrierestufen ab und ermöglicht beispielsweise auch Projekte, bei denen sich mehrere Spezialisten zusammentun, um völlig neuen Fragen nachzugehen. Ob Internetsicherheit, die Erforschung des Wüstenklimas wie des Sozialverhaltens von Schimpansen oder neue Ansätze beim Proteindesign - hier geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblick. mehr
Aborigines: 50.000 Jahre heimatverbunden
DNA bestätigt einzigartige Bindung australischer Ureinwohner an ihr Land mehr
Unbekannte Besiedlungswelle im Südpazifik
Archäogenetische Analyse deutet auf Siedler aus Melanesien hin mehr
Der Übergang zur Landwirtschaft hat menschliche Gesellschaften so drastisch verändert wie kaum eine andere Innovation. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena untersuchen diesen Umbruch aus ganz unterschiedlichen Richtungen.
Der Mensch verändert die Erde derzeit in nie da gewesenem Ausmaß. Doch wann begann die Verwandlung unseres Planeten – und somit das Zeitalter des Menschen, das Anthropozän? Für Archäologen ist klar: Schon seit Zehntausenden von Jahren greift die Menschheit in Ökosysteme weltweit ein. Mit neuen Methoden sucht das Team um Nicole Boivin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena nach den frühesten Spuren des menschlichen Wirkens – und mischt sich in aktuelle Debatten ein.
Migration ist kein neues Phänomen. Doch dass die modernen Europäer gleich dreierlei Vorfahren von anderen Kontinenten haben – diese Erkenntnis veröffentlichte Johannes Krause prominent auf dem Titel von Nature. Der Paläogenetiker denkt gerade selbst über einen „dauerhaften Wohnortwechsel“ nach, so die Übersetzung für Migration, und betreibt als Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Geschichte und Naturwissenschaften Zeitreisen künftig von Jena aus. Dabei ist selbst der Blick in die jahrtausendealte Vergangenheit kein Problem.
Zwei Doktorand(inn)en - historische Linguistik, Computerlinguistik
Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena 4. Dezember 2017
Promovierte/-r Wissenschaftler/-in - historische Linguistik, Computerlinguistik
Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena 4. Dezember 2017
Studentische Hilfskräfte
Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena 29. November 2017

Den Seuchen auf der Spur: Genetische Untersuchungen zur Geschichte der Krankheitserreger

2017 Keller, Marcel; Krause, Johannes
Evolutionsbiologie Genetik Infektionsbiologie Sozialwissenschaften
Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte widmet sich der genetischen Rekonstruktion verschiedener Krankheitserreger vergangener Epochen. Mit innovativen molekularbiologischen Methoden ist es gelungen, aus den sterblichen Überresten von Pestopfern zahlreiche Genome des Pest-Erregers zu entschlüsseln. Die Ergebnisse helfen, die Evolution des Pathogens besser zu verstehen und eröffnen neue Einblicke in die (Vor-)Geschichte. Weitere Studien untersuchen zum Beispiel den Ursprung der Tuberkulose in der Neuen Welt und die Evolution der Lepra-Erreger. mehr

Hirse und Bohnen, Sprache und Gene: Die Herkunft und Verbreitung der transeurasischen Sprachen

2016 Robbeets, Martine
Evolutionsbiologie Genetik Infektionsbiologie Sozialwissenschaften Sprachwissenschaften

Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte erforscht Herkunft und Verbreitung der transeurasischen Sprachfamilie mit einer spezifischen Interpretation der „Ackerbau-Sprachverbreitungshypothese“. Gemäß dieser These korreliert das Ursprungsland des Transeurasischen mit der Xinglongwa-Kultur (vor 7.400 bis 8.200 Jahren) und koreanische und japonische Sprachen haben sich mit der östlichen Verbreitung des Hirse- und Reisanbaus entwickelt. Die Forschergruppe integriert linguistische, archäologische und genetische Belege und verwendet für diese Methode den Begriff Triangulation.

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