Zehn ERC Advanced Grants für Max-Planck-Wissenschaftler

50 Förderanträge im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm erfolgreich

2. Oktober 2013

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat die erfolgreichen Antragsteller in der sechsten und letzten Runde für Advanced Grants im 7. Forschungsrahmenprogramm veröffentlicht. Danach wurden insgesamt 284 Grants bewilligt, die mit bis zu 3,5 Millionen Euro Fördergeld verbunden sind. Zehn entfallen auf Wissenschaftler an Max-Planck-Instituten.

Unter den ausgezeichneten Max-Planck-Wissenschaftlern sind neun Männer und eine Frau; ein Grant wurde für ein Forschungsprojekt in den Geisteswissenschaften vergeben, die anderen sind den Naturwissenschaften zuzurechnen.

Mit dem Advanced Grant zeichnet der ERC führende Wissenschaftler aus, die exzellente Forschung mit innovativen Ansätzen verbinden. Die langfristig angelegte und hoch dotierte Förderung unterstützt Projekte, die durch ambitionierte Ideen, unkonventionelle Methoden und Pioniergeist das Potenzial für einen wissenschaftlichen Durchbruch auf ihrem Forschungsgebiet besitzen.

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Erhält einen der seltenen Advanced Grants für ein geisteswissenschaftliches Forschungsprojekt: Christopher Hann vom MPI für ethnologische Forschung.

2408 Anträge – knapp fünf Prozent mehr als beim Mal zuvor – wurden beim ERC eingereicht. Davon wurden knapp 12 Prozent positiv beschieden. Die Entscheidung, wer einen Advanced Grant erhält, fällt in einem Peer-Review-Verfahren. 25 Panels, besetzt mit namhaften Wissenschaftlern, wählen die Preisträger in den drei Kategorien "Physical Science and Engineering“, „Life Sciences“ und „Social Sciences and Humanities“ aus. Letztere ist dabei anteilig am schwächsten vertreten (18 Prozent aller Grants); der Löwenanteil der Fördermittel verteilt sich auf die Naturwissenschaften (45 und 36 Prozent).

Der durchschnittliche Grant-Gewinner ist 53 Jahre alt und meist männlich; rund 13 Prozent der 284 Grants gingen an Wissenschaftlerinnen, was in etwa dem durchschnittlichen Frauenanteil in der europäischen Scientific Community auf dieser gehobenen Karrierestufe entspricht. Insgesamt hat der ERC seit Beginn des 7. Forschungsrahmenprogramms rund 1700 etablierte Forscherinnen und Forscher in mehr als 350 wissenschaftlichen Einrichtungen in 28 Ländern Europas gefördert.

Deutschland steht mit 41 geförderten Anträgen in dieser Wettbewerbsrunde auf Platz zwei hinter Großbritannien mit 65 Grants. Unter den Top Ten der erfolgreichsten Wissenschaftseinrichtungen in Europa und den assoziierten Staaten konnte sich die MPG vom vierten auf den dritten Platz mit nunmehr 50 erfolgreichen Advanced Grants verbessern. Unangefochten auf Platz 1 liegt der französische Centre national de la recherche scientifique (CNRS) mit insgesamt 61 Grants, gefolgt von der University of Oxford mit 53 Grants. Innerhalb Deutschlands ist die MPG mit ihren 50 ERC Advanced Grants im 7. Forschungsrahmenprogramm am erfolgreichsten gewesen vor der Ludwig-Maximilians-Universität München mit 22 und der Helmholtz-Gemeinschaft mit 14 Grants.

Die geförderten Max-Planck-Wissenschaftler sind:

  • Ralf Heinrich Adams (MPI für molekulare Biomedizin),
  • Nicole Dubilier (MPI für marine Mikrobiologie),
  • Hans-Jürgen Butt (MPI für Polymerforschung),
  • George Coupland (MPI für Pflanzenzüchtungsforschung),
  • Christopher Hann (MPI für ethnologische Forschung),
  • Hans-Thomas Janka (MPI für Astrophysik),
  • Stefan Jentsch (MPI für Biochemie),
  • Kurt Kremer (MPI für Polymerforschung),
  • Detlef Weigel (MPI für Entwicklungsbiologie) und
  • Walter Thiel (MPI für Kohlenforschung).

Die MPG freut sich ferner, dass die Max-Planck-Direktoren Gerd Leuchs und Georgi Dvali als Lehrstuhlinhaber an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und München weitere Advanced Grants eingeworben haben.

SB

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